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    Windkraftausbau legt zu – Branche warnt vor neuen politischen Hürden

    Symbolbild – ganz oder teilweise KI-generiert
    24.07.2026 97 mal gelesen 4 Kommentare

    Windkraftausbau in Deutschland: Genehmigungen steigen, Branche warnt vor neuen Hürden

    Die Windkraftbranche verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 Fortschritte bei Neubau und Genehmigungen. Gleichzeitig wächst laut taz die Sorge, dass der Entwurf für ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz den weiteren Ausbau bremsen könnte.

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    In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland Windräder mit einer Leistung von 2.363 Megawatt neu aufgebaut. Jürgen Quentin von der Fachagentur Wind und Solar erklärte laut taz, nur 2017 seien in den vergangenen zehn Jahren im ersten Halbjahr mehr Anlagen errichtet worden. Besonders viele neue Windräder gingen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ans Netz; zugleich ziehe der Ausbau in den südlichen Bundesländern an.

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    Auch bei den Genehmigungen wurden hohe Werte erreicht. Im ersten Halbjahr wurden 1.419 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 9.150 Megawatt zugelassen. Nach Angaben von Jürgen Quentin waren dies so viele Genehmigungen wie in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr.

    KennzahlWert
    Neu errichtete Windkraftleistung im ersten Halbjahr 20262.363 Megawatt
    Neu genehmigte Windräder1.419
    Leistung der neu genehmigten Windräder9.150 Megawatt
    Ziel für Windkraft an Land bis 2030115 Gigawatt
    Ziel für Windkraft auf dem Meer bis 203030 Gigawatt
    Aktuell angeschlossene Windkraftleistung an Landnoch keine 70 Gigawatt
    Durchschnittliche Dauer bis zur Netzanbindung31 Monate
    Durchschnittliche Dauer vor zehn Jahren11,8 Monate

    Für die Klimaziele der Bundesregierung müssten sich Ende des Jahres 84 Gigawatt auf deutschem Boden drehen. Quentin bezeichnete ein Gesamtwachstum von 8 Gigawatt in diesem Jahr als „sehr, sehr optimistisch“, auch weil in der zweiten Jahreshälfte erfahrungsgemäß mehr Windräder hinzukommen.

    Die vorhandenen Genehmigungen führen laut dem Fachmann nicht automatisch zu einem entsprechend schnellen Bau. Seit 2017 müssen sich Investoren in Ausschreibungsrunden um den Bau bewerben; den Zuschlag erhält der günstigste Anbieter. Für dieses Jahr seien noch zwei Ausschreibungen mit insgesamt 5 Gigawatt Leistung vorgesehen, eine im August und eine im November.

    Ein weiteres Problem ist die Dauer bis zur Inbetriebnahme. Inzwischen vergehen durchschnittlich 31 Monate, bis ein Windrad ans Netz geht. Vor zehn Jahren waren es durchschnittlich 11,8 Monate. Jürgen Quentin macht dafür auch Verzögerungen beim Netzanschluss verantwortlich.

    „Das Wichtigste für die Branche ist Planungssicherheit“, sagte Dennis Rendschmidt vom VDMA laut taz.

    Der Bundesverband Windenergie kritisiert insbesondere den Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbandes WindEnergie, warnte, bei einer Verabschiedung in der vorliegenden Form drohe ein Ausbaustopp beim Wind.

    Nach dem Entwurf hätten Betreiber künftig kein Recht mehr darauf, dass ein gebautes Windrad auch an das Netz angeschlossen wird. Zudem sollen Betreiber in sogenannten Engpassgebieten nicht mehr entschädigt werden, wenn ihre Anlagen wegen zu viel Strom im Netz zwangsabgeschaltet werden. Die halbe Bundesrepublik wird laut taz als „Engpassgebiet“ bewertet.

    Positiv bewertet der Bericht eine frühere Änderung unter dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Projekte bis 15 Megawatt können demnach ohne Ausschreibung gebaut werden. Dadurch erhielten auch Stadtwerke und Bürgerenergiegenossenschaften wieder die Möglichkeit, sich am Windkraftausbau zu beteiligen.

    Infobox: Im ersten Halbjahr 2026 wurden Windräder mit 2.363 Megawatt Leistung neu errichtet und 1.419 Anlagen mit 9.150 Megawatt genehmigt. Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Dauer bis zur Netzanbindung auf 31 Monate.

    Sachsen bleibt bei Windenergie Schlusslicht unter den Flächenländern

    Sachsen verfügt im Vergleich der Flächenländer über die zweitwenigsten Windräder. Das berichtet die SZ.de unter Berufung auf eine Auswertung der Fachagentur Wind und Solar im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie und des Verbandes VDMA Power Systems.

    Im Juni standen im Freistaat 844 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.435 Megawatt. Weniger Anlagen gab es nur im Saarland mit 218 Windrädern; das Saarland ist jedoch gut siebenmal kleiner als Sachsen.

    Den Spitzenplatz nimmt Niedersachsen ein. Dort stehen 6.251 Anlagen mit einer Leistung von 14.322 Megawatt. Aus Niedersachsen kommt laut SZ.de ein Fünftel der deutschen Windenergie, aus Sachsen lediglich 2 Prozent. In die Auswertung wurden ausschließlich Windenergieanlagen an Land einbezogen.

    BundeslandWindenergieanlagenLeistung
    Sachsen8441.435 Megawatt
    Saarland218nicht genannt
    Niedersachsen6.25114.322 Megawatt

    Im ersten Halbjahr gingen in Sachsen sechs Windräder mit einer Leistung von 36 Megawatt neu in Betrieb. Gleichzeitig wurden 21 Anlagen mit 24,6 Megawatt abgebaut. Dadurch wuchs die Windenergieleistung insgesamt um 11 Megawatt.

    Im Vergleich der Flächenländer liegt Sachsen beim Ausbau damit im unteren Drittel. Nordrhein-Westfalen führte den Ausbau mit 502 Megawatt an, während Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang um 50 Megawatt den letzten Platz belegte.

    Der sächsische Anlagenbestand ist außerdem vergleichsweise alt. 42 Prozent der Windräder wurden bereits vor 2005 errichtet. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren weist Sachsen laut SZ.de den ältesten Bestand im Ländervergleich auf.

    Bei den Genehmigungen neuer Anlagen verzeichnete Sachsen dagegen einen deutlichen Schub. Bis Juni wurden 312 Megawatt genehmigt, gut 100 Megawatt mehr als im gesamten Jahr 2025. Anfang Juni befanden sich zudem 139 weitere Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 882 Megawatt im Genehmigungsverfahren.

    Das sächsische Energieministerium kündigte an, beim Ausbau der Windenergie deutlich aufholen zu wollen. Wegen der Anlagen im Genehmigungsverfahren sei in den kommenden Jahren mit einem spürbaren Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Windkraft zu rechnen.

    Für Windenergie wurden in Sachsen bislang lediglich 0,3 Prozent der Landesfläche genutzt oder ausgewiesen. Bis 2027 sollen 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden, bis 2032 zwei Prozent.

    Infobox: Sachsen hatte im Juni 844 Windenergieanlagen mit 1.435 Megawatt Leistung. Im ersten Halbjahr stieg die Leistung um 11 Megawatt; zugleich befinden sich 139 weitere Anlagen mit 882 Megawatt im Genehmigungsverfahren.

    Sachsen verbraucht erneut weniger Energie

    Der Energieverbrauch in Sachsen ist 2024 erneut gesunken. Nach Angaben von n-tv.de geht aus der vorläufigen Energiebilanz des Statistischen Landesamtes hervor, dass sowohl der gesamte Energieverbrauch als auch der Verbrauch von Haushalten, Verkehr und Industrie gegenüber 2023 zurückgingen.

    Als wichtiger Grund gilt der weiter rückläufige Einsatz von Braunkohle. Der Bericht ordnet den Rückgang in den Trend der vergangenen Jahre ein.

    Bei der Stromerzeugung blieb Braunkohle mit einem Anteil von 61 Prozent dennoch mit Abstand der wichtigste Energieträger in Sachsen. Erneuerbare Energien kamen zusammen auf 21 Prozent und legten vor allem dank Photovoltaik und Windkraft weiter zu.

    Insgesamt erzeugte Sachsen 2024 gut ein Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Damit sank die Stromproduktion trotz des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien.

    KennzahlWert
    Anteil der Braunkohle an der Stromerzeugung61 Prozent
    Anteil der erneuerbaren Energien21 Prozent
    Stromerzeugung 2024 gegenüber dem Vorjahrgut ein Prozent weniger

    Infobox: Sachsen verbrauchte 2024 weniger Energie als 2023. Braunkohle blieb mit 61 Prozent der wichtigste Energieträger, während erneuerbare Energien einen Anteil von 21 Prozent erreichten.

    Gehälter in der Energie- und Kraftwerkstechnik

    Der Beitrag von DIE ZEIT trägt den Titel „Gehälter im Vergleich: Wie viel man in der Energie- und Kraftwerkstechnik verdient“. Im bereitgestellten Inhalt sind jedoch keine nutzbaren Angaben zu Gehältern, Berufen oder Vergleichswerten enthalten.

    Eine Auswertung der Vergütungsdaten ist deshalb auf Grundlage des vorliegenden Quellmaterials nicht möglich.

    Infobox: Der bereitgestellte Inhalt von DIE ZEIT enthält keine verwertbaren Gehaltszahlen.

    Neue BEG-Förderung für relaisbasierte „SG Ready“-Wärmepumpen

    Der Beitrag von energie-experten trägt den Titel „Neue BEG-Förderung: Relaisbasierte „SG Ready“-Wärmepumpen nicht mehr förderfähig“. Der bereitgestellte Inhalt ist leer und enthält keine weiteren nutzbaren Angaben zu Förderbedingungen oder technischen Anforderungen.

    Konkrete Aussagen zur Förderung können deshalb aus dem vorliegenden Quellmaterial nicht übernommen werden.

    Infobox: Zum Beitrag von energie-experten liegt kein nutzbarer Inhalt vor.

    Markus Söder zeigt sich in einer Doku-Serie als Vater

    Markus Söder tritt in der Doku-Serie „Born Famous - Fluch oder Segen“ auf ProSieben gemeinsam mit seiner ältesten Tochter Gloria-Sophie Burkandt auf. Der Bericht von STERN.de beschreibt dabei Einblicke in eine nicht ganz unkomplizierte Vater-Tochter-Beziehung.

    Burkandt bezeichnet die gemeinsamen Treffen mit ihrem Vater als „Frage-Verhör-Spiel“. Bei den „Lunch“-Treffen in München fragt Söder unter anderem, ob es inzwischen „den“ Freund im Leben seiner ältesten Tochter gebe, und zeigt sich kritisch gegenüber ihrem beruflichen Weg.

    Dass Burkandt ihre Doktorarbeit auf Eis gelegt hat, gefällt ihm laut STERN.de ebenso wenig wie die Grundidee ihres geplanten Buches. Darin soll es unter anderem darum gehen, wie junge Leute heute kommunizieren. Den Satz „Die Energie ist komisch“ verstünden Menschen wie ihr Vater zwar nicht, junge Leute aber schon.

    Söder spricht über die Treffen als „quality time“. Burkandt äußert dagegen wiederholt, dass sie sich mehr Zeit mit ihrem Vater wünsche. Söder hat mit seiner Ehefrau noch drei weitere Kinder; Burkandt stammt aus einer früheren Beziehung ihres Vaters.

    Burkandt berichtet in der Serie außerdem von heftigem Mobbing in der Schule und von Magersucht. Sie erzählt, dass sie sich mit Schienbeinschonern vor den Schlägen ihrer Mitschüler geschützt habe. Beim gemeinsamen Essen sagt Söder laut Bericht: „Du musst mal was essen, Du bist so dünn geworden“.

    „Durch meinen Vater kam wirklich gar nichts“, sagt Gloria-Sophie Burkandt laut STERN.de.

    Die 27-Jährige bezeichnet sich als „Papa-Kind“, berichtet aber zugleich, sie habe wenig Zeit mit ihrem Politiker-Vater gehabt. Termine mit Söder mache sie nach ihrer Darstellung mit seinem Assistenten aus. Beim Wiesn-Anstich sei sie anwesend gewesen, habe jedoch im Hintergrund gestanden: „Ich hab' zugeschaut und gelächelt, aber mein Vater hat mich nicht gesehen.“

    Burkandt sagt, öffentliche Auftritte an der Seite ihres Vaters seien für sie und ihre eigene Karriere wichtig. Zugleich wolle sie aus seinem Schatten treten. Sie betont, ihr habe „niemand irgendwo geholfen“.

    Der Psychiater und Psychotherapeut Borwin Bandelow, Professor an der Universität Göttingen und Autor des Buches „Celebrities. Vom schwierigen Glück, berühmt zu sein“, bezeichnet Söders Auftritt als ungewöhnlich. Einen ähnlichen Fall, in dem sich ein deutscher Spitzenpolitiker in dieser Form im Reality-Fernsehen als Elternteil zeigt, kenne er nicht.

    „Es geht um Ehrgeiz, Narzissmus und Geltungsdrang“, sagt Borwin Bandelow laut STERN.de.

    Die CSU-Pressestelle beantwortete laut Bericht trotz mehrfacher Nachfrage nicht, warum Söder bei der Show mitmacht. Die Medienwissenschaftlerin Anne Ulrich von der Universität Tübingen sieht bei solchen Auftritten keine vorrangige Vermittlung familiärer Werte oder politischer Inhalte, sondern die affektgesteuerte Produktion von Prominenz.

    Ulrich erklärt, bei Reality-TV und Doku-Soaps gehe es um Dramatisierung und Emotionalisierung, die vorzugsweise durch vermeintlich authentische Bekenntnisse erzeugt würden. Dass das Verhältnis zwischen Vater und Tochter nicht uneingeschränkt harmonisch oder liebevoll erscheine, könne das Format sogar stärker machen.

    Zu den Karriereplänen seiner Tochter sagt Söder: „Wenn ich mich jetzt über alles aufrege, was jeden Tag jemand sagt oder denkt oder macht - mei - dann wäre ich schon im Grab.“ Zugleich erklärt er, es würde ihn schockieren, wenn sie krank wäre oder „bei den Grünen oder bei der Linkspartei“.

    Seine Tochter könne vieles tun, sagt Söder weiter: „Bei der Gloria ist alles möglich.“ Als Maßgabe nennt er jedoch „keine komischen Shows“. Für sein Privatleben formuliert der 59 Jahre alte CSU-Chef außerdem einen Wunsch: „Irgendwann würde ich schon gern Opa werden.“ Auf die Frage nach der Zahl der Enkel antwortet er: „Da ist der Güte Gottes keine Grenze gesetzt“ und „Ich fänd' viele schon toll.“

    Zum Abschied wünscht Söder seiner Tochter laut STERN.de „viel, viel Erfolg“. Außerdem sagt er: „Bleib anständig“ und „Schreib mir mal, wie's geht.“

    Infobox: Die Doku-Serie stellt Söders Verhältnis zu seiner 27 Jahre alten Tochter Gloria-Sophie Burkandt in den Mittelpunkt. Der Bericht verbindet persönliche Aussagen über Zeitmangel, Mobbing und Karrierepläne mit der Einschätzung von Fachleuten zur Inszenierung von Prominenz im Reality-Fernsehen.

    Quellen:

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    Die Zahlen bei den Genehmigungen machen ja erstmal Hoffnung, gerade für Sachsen mit den 312 Megawatt. Aber genehmigt ist eben noch lange nicht gebaut und gebaut ist offenbar auch noch lange nicht am Netz. 31 Monate bis zur Netzanbindung statt früher 11,8 Monate, das ist schon ein ziemlich deutliches Warnsignal. Da bringt es wenig, wenn sich Bund und Länder gegenseitig auf die Schulter klopfen, während fertige Anlagen auf ihren Anschluss warten.

    Was mich an dem geplanten Gesetz besonders stört, ist die fehlende Planungssicherheit. Niemand investiert gern in ein Projekt, bei dem am Ende unklar ist, ob der Strom überhaupt abgenommen wird oder ob bei Abschaltungen die Kosten komplett beim Betreiber hängen bleiben. Wenn die Hälfte Deutschlands als Engpassgebiet gilt, ist das ja kein kleines Randproblem. Dann muss man zuerst die Netze und die Regeln vernünftig hinkriegen, statt den Ausbau indirekt unattraktiv zu machen.

    Bei Sachsen sieht man außerdem, dass alte Anlagen und neue Genehmigungen zusammen gedacht werden müssen. Wenn 21 Anlagen abgebaut werden und nur sechs neue dazukommen, wächst die Leistung unter dem Strich kaum. Repowering wäre hier doch eigentlich naheliegend: alte Standorte nutzen, moderne und leistungsstärkere Anlagen hinstellen, statt jedesmal wieder bei null anzufangen. Dafür braucht es aber ebenfalls klare Verfahren und nicht jahrelange Unsicherheit.

    Und 61 Prozent Braunkohle bei der Stromerzeugung zeigen, wie weit der Weg noch ist. Dass der Energieverbrauch sinkt, ist zwar positiv, aber das allein ersetzt keinen Umbau der Erzeugung. Gerade wenn künftig mehr Wärmepumpen, Elektroautos und Industrie elektrisch laufen sollen, wird der Strombedarf nicht einfach dauerhaft kleiner werden. Umso widersprüchlicher ist es, wenn erneuerbare Projekte ausgebremst werden.

    Die Sache mit Söder und seiner Tochter ist dann ein ganz anderes Thema, aber irgendwie passt der Gedanke an Inszenierung trotzdem in die Gesamtlektüre. Wenn Politik und Privatleben im Fernsehen vermischt werden, fragt man sich schon, wie viel davon wirklich persönliche Nähe und wie viel davon Medienstrategie ist. Besonders bei Aussagen über Krankheit, Mobbing und Essverhalten sollte man meiner Meinung nach vorsichtig sein und das nicht nur als Unterhaltung behandeln. Die Geschichte wirkt eher traurig und kompliziert als lustig.

    Unterm Strich wäre mein Wunsch ziemlich simpel: weniger politische Symbolik, mehr verlässliche Umsetzung. Genehmigungen beschleunigen, Netze ausbauen, Bürgerenergie ermöglichen und Regeln nicht ständig wieder ändern. Dann könnten die guten Zahlen vielleicht irgendwann auch tatsächlich bei den angeschlossenen Anlagen und bei den Stromkosten ankommen.
    Ein Punkt, der mir in den bisherigen Kommentaren noch fehlt, ist die Frage, wie man den Ausbau eigentlich vor Ort besser vermitteln kann. Gerade in Sachsen dürfte es nicht reichen, einfach höhere Flächenziele auf ein Papier zu schreiben. Wenn 0,3 Prozent bisher genutzt oder ausgewiesen sind und bis 2032 zwei Prozent erreicht werden sollen, bedeutet das ja zwangsläufig, dass in vielen Gemeinden ganz konkret über neue Standorte gesprochen werden muss. Da entscheidet sich dann, ob die Leute das Gefühl haben, nur die Belastungen abzubekommen, oder ob sie auch etwas davon haben.

    Die Möglichkeit für Bürgerenergie und Stadtwerke finde ich deshalb ziemlich wichtig. Nicht nur als schönes Schlagwort, sondern weil Akzeptanz oft steigt, wenn ein Projekt nicht ausschließlich als Sache eines großen Konzerns wahrgenommen wird. Wenn Kommunen, Genossenschaften oder Anwohner beteiligt sind und ein Teil der Einnahmen vor Ort bleibt, ist das doch eine ganz andere Ausgangslage. Natürlich verschwinden dadurch nicht alle Einwände, aber zumindest entsteht eher der Eindruck, dass nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wird.

    Außerdem sollte man bei den Genehmigungszahlen nicht vergessen, wie lange die Verfahren offenbar trotzdem noch dauern. 139 Anlagen mit 882 Megawatt im sächsischen Genehmigungsverfahren klingen erstmal nach einem großen Vorrat. Aber zwischen Antrag, Prüfung, möglichen Klagen, Bau und tatsächlicher Einspeisung liegen eben mehrere Etappen. Vielleicht wäre mehr Transparenz hilfreich: Welche Projekte hängen an Naturschutzfragen, welche am fehlenden Flächenausweis und welche schlicht an überlasteten Behörden? So könnte man gezielter sehen, wo es wirklich klemmt, anstatt immer nur pauschal von Bürokratie zu reden.

    Was ich auch spannend finde: Der Ausbau wird häufig nur in Megawatt gerechnet, obwohl für die Bevölkerung andere Dinge viel greifbarer wären. Wie viele Arbeitsplätze entstehen in der Region? Wie viel Gewerbesteuer bleibt in der Gemeinde? Können lokale Betriebe beim Bau oder bei der Wartung mitmachen? Und vielleicht auch: Wie stark sinken dadurch langfristig die Abhängigkeiten von importierten Energieträgern? Solche Fragen würden die Diskussion vermutlich etwas vom reinen Zahlenstreit wegbringen.

    Beim Thema Energieverbrauch wäre ich ebenfalls vorsichtig mit der Aussage, dass ein Rückgang automatisch eine gute Nachricht ist. Weniger Verbrauch kann durch effizientere Gebäude und sparsamere Geräte entstehen, aber eben auch durch Produktionsrückgänge oder hohe Preise. Ohne genauere Aufschlüsselung weiß man nicht, welcher Teil davon Fortschritt und welcher Teil wirtschaftliches Problem ist. Gerade bei der Industrie sollte man deshalb nicht nur jubeln, wenn der Verbrauch sinkt, sondern auch schauen, ob Unternehmen ihre Prozesse modernisieren oder ob sie Produktion zurückfahren.

    Dass die erneuerbaren Energien in Sachsen immerhin 21 Prozent der Stromerzeugung ausmachen, zeigt aber auch, dass sich etwas bewegt. Photovoltaik und Windkraft ergänzen sich grundsätzlich gut, wobei der Netzausbau und Speicher natürlich mitwachsen müssen. Vielleicht wäre es sinnvoller, stärker über ganze Energiesysteme zu sprechen: Wind, Solar, Speicher, flexible Verbraucher und Netze zusammen. Ein Windrad allein löst keine Versorgungssicherheit, aber ein gut geplantes Zusammenspiel kann schon einiges leisten.

    Und noch ein eher praktischer Gedanke zu den alten Anlagen: Nicht jeder Standort wird sich für ein Repowering eignen, etwa wegen inzwischen strengerer Abstände oder veränderter Umweltauflagen. Trotzdem wäre es unsinnig, pauschal jede alte Anlage abzubauen und den Standort danach jahrelang ungenutzt zu lassen. Wenn moderne Anlagen an geeigneten bestehenden Standorten mehr Leistung liefern können, sollte man solche Projekte bevorzugt und zügig prüfen. Das würde vielleicht auch helfen, den Flächenverbrauch besser zu erklären.

    Die Gehaltsrubrik ohne Gehaltsangaben wirkt daneben übrigens etwas merkwürdig. Gerade bei einem wachsenden Bereich wäre es interessant zu wissen, welche Fachkräfte gesucht werden und ob die Branche tatsächlich attraktiv bezahlt. Für den Ausbau braucht man schließlich nicht nur politische Beschlüsse, sondern auch Menschen, die Anlagen planen, Genehmigungen bearbeiten, Kabel verlegen und die Technik warten. Fachkräftemangel kann ein genauso großer Bremsklotz werden wie fehlende Netze.

    Bei den Wärmepumpen ist die unklare Förderlage ebenfalls kein Nebenthema. Wenn technische Anforderungen geändert werden und Geräte plötzlich nicht mehr förderfähig sind, müssen Verbraucher und Handwerksbetriebe das sehr früh und eindeutig erfahren. Sonst bestellt jemand eine Anlage in dem Vertrauen auf eine Förderung und steht am Ende mit höheren Kosten da. Auch hier gilt: Verlässliche Regeln sind vermutlich wichtiger als immer neue Programme.

    Insgesamt macht der Artikel für mich deutlich, dass der Ausbau nicht an einer einzelnen Stellschraube hängt. Es braucht Flächen, Fachleute, Netze, Geld, Akzeptanz und stabile politische Rahmenbedingungen. Wenn an einer Stelle ständig nachgebessert wird, während die andere liegen bleibt, sehen die Statistiken zwar eine Weile gut aus, aber vor Ort kommt wenig an. Die hohen Genehmigungszahlen sind daher ein Anlass zur Hoffnung, aber noch kein Grund, sich zurückzulehnen. Entscheidend wird sein, ob daraus tatsächlich Anlagen werden, die regional eingebunden sind und zuverlässig Strom liefern.
    Interessant finde ich vor allem, dass kleinere Projekte bis 15 Megawatt wieder ohne Ausschreibung möglich sind. Das könnte Bürgerenergie und Stadtwerken tatsächlich helfen, wenn die Genehmigungen nicht anschließend jahrelang in den Verfahren festhängen. Bei den fehlenden Angaben zu Gehältern und zur Wärmepumpenförderung bleibt leider ein etwas unfertiger Eindruck.
    Die alten Anlagen in Sachsen einfach weiterlaufen zu lassen bringt ja auch nicht viel, bei 21 Jahren durchschnittsalter wirds wohl höchste zeit für ersatz. Wenn aber sogar 42 prozent vor 2005 gebaut wurden, müsste Repowering doch viel schneller gehen als immer neue flächen zu suchen, sonst dreht sich das ganze nur im kreis.

    Zusammenfassung des Artikels

    Der Windkraftausbau in Deutschland und die Genehmigungen nehmen 2026 zu, doch lange Netzanschlusszeiten und geplante Gesetzesänderungen gefährden den Fortschritt. Sachsen bleibt Schlusslicht, genehmigt aber neue Projekte, während sein Energieverbrauch sinkt.

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