Inhaltsverzeichnis:
Klimaanlage im Dauerbetrieb spart keine Energie
Der Merkur berichtet über den weitverbreiteten Irrglauben, dass eine Klimaanlage weniger Energie verbraucht, wenn sie dauerhaft eingeschaltet bleibt. Viele Nutzer gehen davon aus, dass wiederholtes Ausschalten und Einschalten wegen des Energiebedarfs beim Neustart teurer sein könnte als ein durchgehender Betrieb.
Nach Angaben des Merkur erklärt ein Ingenieur, warum diese Annahme nicht zutrifft. Gerade in den heißen Monaten stellen zahlreiche Haushalte ihre Klimageräte auf Kühlung um, während die Stromrechnung für viele Nutzer ein wichtiges Thema bleibt.
Der Artikel greift damit die Frage auf, wie Klimaanlagen möglichst stromsparend betrieben werden können. Die Vorstellung, ein Gerät müsse ständig laufen, damit Anlaufphasen vermieden werden, wird dabei ausdrücklich als unbegründet dargestellt.
Infobox: Der Merkur stellt klar, dass der Dauerbetrieb einer Klimaanlage keine Energieeinsparung bedeutet. Auslöser der Debatte ist die Sorge, Neustarts könnten mehr Energie verbrauchen als ein ununterbrochener Betrieb.
EU-Kommission prüft Elektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040
Der Tagesspiegel berichtet, dass Anlagen in Industrie, Gebäuden und Verkehr nach dem Willen der Europäischen Kommission künftig häufiger mit Strom betrieben werden sollen. Die Brüsseler Behörde prüft ein Elektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040.
Derzeit liegt die Elektrifizierungsrate in der Europäischen Union laut Kommissionsangaben stagnierend bei 23 Prozent. Bis 2030 wird eine Quote von 32 Prozent angestrebt. China, Korea und Japan erreichten bereits jetzt über 30 Prozent.
In Deutschland lag der Elektrifizierungsgrad zuletzt im Jahr 2024 nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft bei 20 Prozent. Im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen wurden 38 Prozent des Energiebedarfs durch Strom abgedeckt, in der Industrie 31 Prozent, in privaten Haushalten 21 Prozent und im Verkehr nur 3 Prozent.
| Bereich | Elektrifizierungsgrad in Deutschland |
|---|---|
| Gesamt | 20 Prozent |
| Gewerbe, Handel und Dienstleistungen | 38 Prozent |
| Industrie | 31 Prozent |
| Private Haushalte | 21 Prozent |
| Verkehr | 3 Prozent |
Als Hintergrund nennt der Tagesspiegel die Abhängigkeit der Europäischen Union von importierten fossilen Energieträgern. Der seit Februar andauernde Iran-Krieg habe nach Angaben der Kommission zu 50 Milliarden Euro zusätzlichen Kosten für Öl- und Gasimporte geführt, ohne dass mehr Brennstoff bezogen worden sei.
Von einer stärkeren Umstellung auf Strom verspricht sich die Kommission, bis 2040 mehr als 70 Prozent der Gasimporte zu ersetzen und die Rohöleinfuhr der Staatengemeinschaft um 40 Prozent zu senken. Bis zu 260 Milliarden Euro an fossilen Importkosten könnten nach Schätzungen eingespart werden. Außerdem könnten die CO2-Emissionen bis 2040 um mehr als 2 Milliarden Tonnen zurückgehen, was rund 20 bis 30 Prozent der derzeitigen Emissionen entspreche.
Die Kommission will unter anderem den Einbau von Wärmepumpen vorantreiben und den Absatz von Elektroautos erhöhen. Zugleich soll Strom erschwinglicher werden, da er für Haushalte und Industrie im Durchschnitt bislang deutlich teurer als Gas ist.
Vorgesehen ist unter anderem, Strom niedriger zu besteuern als Erdgas. Zudem sollen Übertragungs- und Verteilungsnetzentgelte flexibler gestaltet werden. Mitgliedstaaten könnten Steuern und Entgelte für bestimmte Nutzer senken, etwa für energieintensive Industrien oder Energiegemeinschaften.
Infobox: Die EU-Kommission prüft ein Elektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040. Derzeit liegt die Rate bei 23 Prozent; die geplante Umstellung soll Gas- und Ölimporte sowie fossile Importkosten und CO2-Emissionen senken.
Fracking-Debatte in Deutschland nimmt wieder Fahrt auf
Der Nordkurier berichtet über eine neue Diskussion zur Erdgasförderung durch Fracking in Deutschland. Nach dem Ende der russischen Gaslieferungen muss Deutschland seine Öl- und Gasbedarfe aus anderen Teilen der Welt decken, was laut dem Bericht mühsamer und teurer geworden ist.
Der „Wissenschaftliche Beraterkreis Wirtschaftspolitik“ des Bundeswirtschaftsministeriums kam demnach in einem Gutachten zu dem Ergebnis, Deutschland solle die Erdgasförderung durch Fracking „ernsthaft prüfen“ und „zulassen“. Auf diese Weise könnten Energieimporte aus dem Ausland reduziert werden.
Fracking ist in Deutschland wegen der hohen Umweltrisiken umstritten und teilweise verboten. Seit 2017 betrifft das Verbot unkonventionelle Fracking-Vorhaben. Eine Ausnahme besteht laut Bundesumweltministerium für wissenschaftliche Zwecke: Die Bundesländer können bundesweit maximal vier Probebohrungen in Schiefer-, Ton-, Mergel- oder Kohleflözgestein zulassen.
Konventionelle Fracking-Vorhaben wurden 2017 nicht verboten, aber streng reglementiert. Beim Fracking wird zunächst bis zu fünf Kilometer tief gebohrt. Anschließend wird horizontal in die Gesteinsschicht gebohrt und ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem Druck in die Bohrung gepresst. Dadurch entstehen kleine Risse, sogenannte Fracs, die eingeschlossenes Gas oder Öl freisetzen.
Der Nordkurier unterscheidet zwischen unkonventionellem Fracking in dichtem Gestein und konventionellem Fracking in porösen Gesteinsschichten wie Sandstein. Nach Angaben des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie gibt es mittlerweile umweltverträglichere und sicherere Techniken zur Förderung von Schiefergas.
In der Bundesregierung gibt es unterschiedliche Positionen. Während die CDU-Fraktion den neuen Überlegungen offen gegenübersteht, lehnt die SPD Fracking weiterhin ab.
Die im Jahr 2019 eingesetzte „Expertenkommission Fracking“ stellte in ihrem Bericht 2026 fest, dass es dem Deutschen Bundestag obliege, auf Grundlage des aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik die Angemessenheit des Verbots in unkonventionellen Lagerstätten zu prüfen. Im Berichtszeitraum 2025/26 seien keine neuen Studien in Auftrag gegeben worden; die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien unverändert zum Bericht von 2021.
Die Kommission hatte 2021 festgestellt, dass die Risiken der Förderung von Erdgas in Schiefer-, Ton- und Kohlegestein vor allem Umweltrisiken seien. Diese Risiken bestünden weiterhin. Eine erneute politische Diskussion solle deshalb transparent und abgewogen erfolgen.
Infobox: In Deutschland ist unkonventionelles Fracking seit 2017 verboten, mit einer Ausnahme für maximal vier wissenschaftliche Probebohrungen. Der Nordkurier berichtet über politische Vorstöße für eine erneute Prüfung, während die Expertenkommission auf weiterhin bestehende Umweltrisiken verweist.
US-Frackinggas könnte künftig den deutschen Gaspreis bestimmen
Die Berliner Zeitung berichtet, dass nach Einschätzung von Uniper-Chef Michael Lewis künftig nicht Norwegen, sondern die Schiefergasproduktion in den USA den entscheidenden Maßstab für den deutschen Gaspreis setzen könnte. Russland sei als prägender Gaslieferant aus dem deutschen Markt ausgeschieden, während Norwegen heute der größte Lieferant sei.
„Bestimmt wird der Gaspreis künftig durch die Grenzkosten der US-amerikanischen Schiefergas-Produktion“, sagte Michael Lewis laut Berliner Zeitung.
Mit Grenzkosten sind die Kosten jener zusätzlichen Einheit gemeint, die gerade noch benötigt wird, um die Nachfrage vollständig zu decken. Auch wenn Norwegen große Mengen über Pipelines liefert, kann das mengenmäßig kleinere Flüssigerdgas-Angebot den Preis für den gesamten Markt beeinflussen, wenn zusätzliche Lieferungen benötigt werden.
Im Jahr 2025 stammten nach Angaben der Bundesnetzagentur 44 Prozent der deutschen Gasimporte aus Norwegen. Über deutsche LNG-Terminals wurden im selben Jahr 106 Terawattstunden Erdgas importiert. Das entsprach 10,3 Prozent aller deutschen Gasimporte; rund 96 Prozent dieser LNG-Mengen stammten aus den USA.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der LNG-Anteil an den deutschen Importen nach Angaben der Bundesnetzagentur auf etwa 12 Prozent. Norwegisches Pipelinegas bilde weiterhin einen großen und relativ stabilen Sockel der Versorgung. Den Preis für darüber hinaus benötigte Mengen setze jedoch zunehmend der internationale LNG-Markt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Norwegischer Anteil an deutschen Gasimporten 2025 | 44 Prozent |
| Gasimporte über deutsche LNG-Terminals 2025 | 106 Terawattstunden |
| Anteil an allen deutschen Gasimporten | 10,3 Prozent |
| Anteil der US-LNG-Mengen | 96 Prozent |
| LNG-Anteil an deutschen Importen im ersten Halbjahr 2026 | etwa 12 Prozent |
Norwegen könne seine Liefermenge nicht kurzfristig und unbegrenzt erhöhen, da die Förderung von bestehenden Feldern, Leitungen und Produktionskapazitäten abhänge. In den USA lasse sich die Förderung durch neue Fracking-Bohrungen vergleichsweise schnell ausweiten.
Die amerikanische LNG-Industrie wird laut Berliner Zeitung zudem politisch ausgebaut. Das US-Energieministerium habe unter anderem zusätzliche Genehmigungen oder Fristverlängerungen für Commonwealth LNG, Venture Globals CP2 LNG, Golden Pass LNG und Delfin LNG erteilt. Das CP2-Projekt in Louisiana könnte künftig bis zu 3,96 Milliarden Kubikfuß LNG pro Tag exportieren.
Die US-Energiebehörde EIA erwartet für 2026 und 2027 neue Rekorde bei der Erdgasproduktion. Die LNG-Exporte der USA sollen 2026 um rund 1,9 Milliarden Kubikfuß pro Tag auf durchschnittlich 17 Milliarden Kubikfuß pro Tag steigen. Für 2027 wird ein weiterer Zuwachs um neun Prozent erwartet.
Die Berliner Zeitung weist darauf hin, dass amerikanisches Schiefergas überwiegend mithilfe von Hydraulic Fracturing gewonnen wird. Kritiker verweisen dabei unter anderem auf Wasserverbrauch, mögliche Verunreinigungen, Methanemissionen und lokale Umweltfolgen. Auch der Transport per Tanker sei umweltschädlicher als der Transport durch eine Pipeline.
Im ersten Quartal 2026 kamen 57,4 Prozent aller LNG-Importe der EU aus den USA. Russland lag bei 17,3 Prozent, Katar bei 6,6 Prozent. Der Anteil von LNG an den Gasimporten der EU stieg laut EU-Kommission von rund 20 Prozent im Jahr 2021 auf 45 Prozent im Jahr 2025.
Da LNG-Tanker grundsätzlich Europa, Asien oder andere Märkte ansteuern können, muss Europa mit den Preisen in Japan, China und Südkorea konkurrieren. Steigen dort die Preise, können Ladungen umgeleitet werden. Nach Einschätzung von Lewis bleibt Gas langfristig deutlich teurer als vor dem russischen Angriff auf die Ukraine.
Eine Berechnung der Berliner Zeitung auf Grundlage von Eurostat-Daten ergab, dass EU-Länder Anfang 2025 für amerikanisches LNG etwa 1,08 Euro pro Kubikmeter zahlten, gegenüber 0,51 Euro pro Kubikmeter für russisches Gas.
Gleichzeitig soll das weltweite LNG-Angebot wachsen. Allein 2026 sollen nach Angaben der EU-Kommission mehr als 50 Milliarden Kubikmeter zusätzliche LNG-Mengen auf den Weltmarkt kommen. Das könnte Engpässe entschärfen und die Preise drücken, ändere aber nichts daran, dass zusätzliche LNG-Mengen wirtschaftlich beschafft, verflüssigt und transportiert werden müssten.
Infobox: Laut Uniper-Chef Michael Lewis könnten künftig die Grenzkosten amerikanischer Schiefergasproduktion den deutschen Gaspreis bestimmen. 2025 kamen 44 Prozent der deutschen Gasimporte aus Norwegen, während 96 Prozent der über deutsche LNG-Terminals importierten LNG-Mengen aus den USA stammten.
Brüssel will Elektrifizierung beschleunigen und fossile Energien ersetzen
Euronews.com berichtet, dass die Europäische Union den Elektrifizierungsgrad von Verkehr, Industrie und Gebäuden bis 2040 auf 46 Prozent erhöhen will. Damit soll die Abhängigkeit von Importen fossiler Energien verringert werden.
Die EU-Kommission erklärte, durch die stärkere Priorisierung von Strom könnten jährlich 260 Milliarden Euro an Ausgaben für importierte fossile Brennstoffe eingespart werden. Vorgesehen sind unter anderem Reformen bei Netzentgelten, Energiebesteuerung und Energieeffizienz von Gebäuden.
Der Anteil der Elektrifizierung liegt in der EU seit einem Jahrzehnt bei lediglich 23 Prozent. Die übrigen 77 Prozent der Wirtschaft beruhen größtenteils weiterhin auf fossilen Brennstoffen. Die Kommission will deshalb den Wechsel zu elektrischen Technologien beschleunigen.
Strom wird in einigen Mitgliedstaaten weiterhin höher besteuert als Gas. Die Kommission schlägt deshalb als neuen Rechtsgrundsatz vor, dass Strom nicht stärker besteuert werden darf als Gas. Dadurch sollen Haushalte und Unternehmen stärker zum Einsatz von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen bewegt werden.
„Wir schlagen als allgemeines Prinzip vor, dass Strom nicht höher besteuert wird als Gas“, sagte ein ranghoher Beamter der Kommission laut Euronews.com.
Gebäude gelten als Bereich mit großem Elektrifizierungspotenzial, da rund die Hälfte des Gasverbrauchs in der EU auf Gebäude entfällt. Die Kommission will den Einsatz von Wärmepumpen in Neubauten voranbringen, die Transparenz bei Installationskosten verbessern, Genehmigungsverfahren vereinfachen und vorhandene Förderinstrumente besser nutzen.
Im Elektrifizierungsplan wird als Perspektive die Verbreitung von rund 120 Millionen Batterie-Elektroautos gegenüber aktuell 8 Millionen genannt. Bei Wärmepumpen wird ein Anstieg auf etwa 100 Millionen gegenüber derzeit 30 Millionen installierten Geräten beschrieben.
| Technologie | Aktueller Stand | Genannte Perspektive |
|---|---|---|
| Batterie-Elektroautos | 8 Millionen | rund 120 Millionen |
| Wärmepumpen | 30 Millionen installierte Geräte | etwa 100 Millionen |
Der Europaabgeordnete Christian Ehler bezeichnete den Aktionsplan als positives Signal zur Senkung der hohen europäischen Strompreise. Er verwies auf Maßnahmen zu Netzregeln, Netzentgelten und Flexibilität und erklärte, Strom müsse günstiger werden, damit der Abschied von fossilen Brennstoffen gelinge.
Thomas Lewis vom Climate Action Network Europe sieht im Ziel von 46 Prozent eine wichtige Weichenstellung. Zugleich warnte er, der Plan könne kontraproduktiv wirken, wenn starke Maßnahmen zum Ausstieg aus fossilen Energien sowie verbindliche Energieeffizienz- und Erneuerbaren-Ziele für die Zeit nach 2030 fehlten.
Christian Kjaer von SuperGrid Europe bezeichnete es als mutigen Schritt, die Mitgliedstaaten zu niedrigeren Stromsteuern als Gassteuern aufzufordern. Zugleich warnte er, das Ziel von 46 Prozent sei zwecklos, wenn es isoliert betrachtet werde oder ambitionierte Ziele für erneuerbare Energien und Effizienz im Jahr 2040 verwässere.
Infobox: Euronews.com berichtet über das EU-Ziel, den Elektrifizierungsgrad bis 2040 auf 46 Prozent zu erhöhen. Wärmepumpen, Elektroautos, niedrigere Stromsteuern und Änderungen bei Netzentgelten sollen den Ersatz fossiler Energien unterstützen.
Quellen:
- Ein Ingenieur erklärt, warum es nicht stimmt, dass man Energie spart, wenn man die Klimaanlage ständig laufen lässt
- Energie: Von Öl und Gas zu Strom: EU-Kommission prüft Ziel für 2040
- Energie-Zoff: Fracking-Debatte flammt in Deutschland wieder auf
- Uniper-Chef offenbart: US-Frackinggas bestimmt künftig den Deutschlands Gaspreis
- Strom statt Öl: Brüssel will Elektrifizierung verdoppeln, um fossile Energien zu ersetzen
- AWB im Kreis Birkenfeld : Müll in Oberstein: Kriminelle Energie bei Verursachern? - Nahe-Zeitung













