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    Erneuerbare wachsen weltweit – doch Zugang, Netze und Verbrauch bleiben entscheidend

    KI-generiert
    04.09.2026 73 mal gelesen 3 Kommentare

    Energie im Pressespiegel: Erneuerbare auf dem Vormarsch, Verbrauch bleibt entscheidend

    Äthiopien: Kritik an Darstellung einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung

    Die „DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM“ berichtet über einen Beitrag von Karl Lauterbach auf X, in dem er Äthiopien und die Demokratische Republik Kongo im Zusammenhang mit einer Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie nannte. Autor Volker Seitz stellt diese Darstellung infrage und verweist darauf, dass die Hälfte der Bevölkerung in abgelegenen Gebieten Äthiopiens komplett ohne Stromanschluss sei.

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    Nach Angaben des Artikels stammt der Strom in Äthiopien zu etwa 90 Prozent aus Wasserkraft. Die Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre wurde im September 2025 offiziell eingeweiht und gilt als größtes Wasserkraftwerk Afrikas. Gleichzeitig sei die Energieversorgung im Land weiterhin hochgradig ungleich verteilt.

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    In Addis Abeba seien etwa 93 Prozent der Haushalte elektrifiziert. In ländlichen Regionen hätten dagegen oft maximal 20 Prozent der Menschen Zugang zu Strom. Der Artikel kritisiert außerdem, dass die äthiopische Regierung Milliarden in den GERD-Staudamm investiert und dabei das Übertragungsnetz vernachlässigt habe.

    „Die Hälfte der Bevölkerung in abgelegenen Gebieten hat keinen Stromanschluss“.

    Infobox: Äthiopiens Strom stammt laut „DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM“ zu etwa 90 Prozent aus Wasserkraft. In Addis Abeba sind etwa 93 Prozent der Haushalte elektrifiziert, während in ländlichen Regionen oft maximal 20 Prozent Zugang zu Strom haben.

    USA: Wind- und Solarstrom erreichen 19 Prozent

    Telepolis berichtet, dass Wind- und Solaranlagen in den USA im Jahr 2025 zusammen 17 Prozent des gesamten US-Stroms erzeugten. Werden kleine Solaranlagen auf Hausdächern hinzugerechnet, beträgt der Anteil 19 Prozent.

    Im Jahr 2005 lag dieser Wert noch bei unter einem Prozent. Die Solarstromerzeugung wuchs 2025 besonders stark und legte gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent zu, während die Windkraft um drei Prozent stieg.

    Insgesamt erzeugten Wind- und Solaranlagen 2025 rund 760.000 Gigawattstunden Strom. Das waren 88.000 Gigawattstunden mehr als im Jahr zuvor.

    KennzahlWert
    Anteil von Wind und Solar am US-Strom 202517 Prozent
    Anteil einschließlich kleiner Solaranlagen19 Prozent
    Anteil im Jahr 2005unter einem Prozent
    Solarwachstum gegenüber dem Vorjahr34 Prozent
    Windwachstum gegenüber dem Vorjahr3 Prozent
    Erzeugung aus Wind und Solar 2025rund 760.000 Gigawattstunden
    Mehrerzeugung gegenüber dem Vorjahr88.000 Gigawattstunden

    Telepolis verweist zugleich auf die langfristige Entwicklung der erneuerbaren Energien. Seit 1950 habe sich deren Produktion in den USA fast verfünffacht, von 1,91 auf 9,18 Billiarden Btu. Seit dem Jahr 2000 sei die Produktion von Wind, Solar und Biokraftstoffen um mehr als 1.700 Prozent gestiegen; diese Bereiche machten mittlerweile 63 Prozent der erneuerbaren Energieerzeugung aus.

    Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Primärenergieproduktion der USA lag 2025 allerdings bei 8,6 Prozent. Bei den Kosten seien erneuerbare Energien laut einer Analyse des Finanzdienstleisters Lazard aus dem Jahr 2026 die kostengünstigste Form für den Neubau von Stromerzeugungskapazitäten. Das gelte auch ohne staatliche Förderung im Vergleich zu neuen Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken.

    Auch bei den Haushaltsstrompreisen zeigt sich laut Telepolis kein einheitliches Bild. Von den zehn Bundesstaaten mit den billigsten Strompreisen hätten sieben eine überdurchschnittliche Wind- und Solarnutzung, darunter Iowa und Oklahoma. Kalifornien und Hawaii bildeten Ausnahmen und hätten trotz hoher Wind- und Solaranteile die teuersten Strompreise des Landes.

    Für Batteriespeicher erreichten die Investitionen in Projekte, die Solaranlagen mit Batteriespeichern kombinieren, in der ersten Hälfte des Jahres 2026 ein Rekordniveau von 25 Milliarden US-Dollar. Das sei fast doppelt so viel wie in der zweiten Hälfte von 2025 und dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.

    Im ersten Quartal 2026 wurden in den USA Batteriespeicher mit einer Kapazität von 3,3 Gigawatt installiert. Das entspricht einem Anstieg von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Gleichzeitig stagnierten die Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien in der ersten Hälfte von 2026 bei 327,5 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Höchststand der zweiten Hälfte von 2024 bedeutete dies einen Rückgang von 21 Prozent. BloombergNEF erwartet laut Telepolis, dass die Neuinstallationen 2027 wieder steigen.

    Infobox: Wind und Solar stellten 2025 einschließlich kleiner Solaranlagen 19 Prozent des US-Stroms. Batteriespeicher erreichten im ersten Quartal 2026 eine installierte Kapazität von 3,3 Gigawatt.

    Haushalt: Viele kleine Maßnahmen sollen Gas- und Stromverbrauch senken

    Die Saarbrücker Zeitung zeigt zahlreiche Möglichkeiten auf, wie Haushalte Energie und Geld sparen können. Im Mittelpunkt stehen Heizen, Warmwasser, Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Unterhaltungselektronik.

    Beim Heizen sinkt der Energieverbrauch laut dem Bericht mit jedem Grad weniger um sechs Prozent. Als Richtwerte nennt die Saarbrücker Zeitung 20 bis 22 Grad für Wohn-, Ess-, Arbeits- und Kinderzimmer, etwa 18 Grad für die Küche und 16 Grad für wenig genutzte Räume wie das Schlafzimmer.

    ThermostatstufeTemperatur
    Stufe 112 Grad
    Stufe 216 Grad
    Stufe 320 Grad
    Stufe 424 Grad
    Stufe 528 Grad

    Der Bericht rät, Heizkörper nicht zuzustellen, Fenster und Türen abzudichten und im Winter mehrmals täglich kurz stoßzulüften. Dafür reichten jeweils drei bis fünf Minuten; ein dauerhaft gekipptes Fenster sei dagegen ungünstig.

    Hausbesitzer können ihre Heizungsanlage durch eine passende Zeitsteuerung, gedämmte Heizungsrohre und einen hydraulischen Abgleich optimieren. Der Austausch einer alten Heizungspumpe könne laut Verbraucherzentrale NRW etwa 90 Prozent Strom einsparen.

    Auch bei Kühlschrank und Gefriertruhe nennt die Saarbrücker Zeitung konkrete Einstellungen. Im oberen Fach des Kühlschranks seien 7 Grad ausreichend, im Gefrierschrank seien minus 18 Grad optimal. Jedes Grad weniger im Kühlschrank erhöhe den Stromverbrauch um 6 Prozent.

    Beim Geschirrspüler empfiehlt der Bericht, die Maschine möglichst voll zu machen und Eco-Programme oder niedrige Temperaturen von 45 bis 55 Grad zu verwenden. Kurzprogramme würden meist mehr Wasser und Strom benötigen. Spülen von Hand sei laut Herstellerinitiative Hausgeräte+ im Durchschnitt etwa doppelt so teuer.

    Für Waschmaschinen werden niedrige Temperaturen von 30 bis 40 Grad empfohlen. Ausgenommen seien Unterwäsche, Waschlappen sowie Spül- und Geschirrtücher. Zur Reinigung der Maschine solle zweimal im Monat bei 60 Grad gewaschen werden.

    Beim Kochen soll der Wasserkocher nur mit der tatsächlich benötigten Wassermenge befüllt werden. Eine Kalkschicht könne laut TÜV Süd bis zu 30 Prozent mehr Energie verursachen. Backen mit Umluft spare gegenüber Ober- und Unterhitze etwa 15 Prozent Energie.

    LED-Leuchten verbrauchen laut Verbraucherzentrale NRW bis zu 90 Prozent weniger Strom als Glüh- und Halogenlampen. Bei Warmwasser empfiehlt der Bericht eine angenehme Bade- und Duschte temperatur von 38 bis 39 Grad. Zwei Grad weniger Wassertemperatur senkten den Stromverbrauch für die Wassererwärmung um rund sieben Prozent.

    Ein Sparduschkopf lasse rund fünf bis sechs Liter pro Minute durch. Bei gewöhnlichen Duschköpfen sei es zwei- bis dreimal so viel. Bei Computern, Fernsehern, Spielekonsolen und anderen Geräten könne eine schaltbare Steckerleiste helfen, den Stand-by-Verbrauch zu vermeiden.

    Zur Ermittlung von Stromfressern empfiehlt die Saarbrücker Zeitung ein Energiekostenmessgerät. Ein Strommesser koste im Handel ab etwa 10 Euro. Als Beispiel nennt der Bericht ein Küchenradio mit 5 Watt und eine Stereoanlage mit 10 Watt, die im Stand-by zusammen Stromkosten von etwa 45 Euro im Jahr verursachen würden, zugrunde gelegt seien 0,34 Euro pro Kilowattstunde.

    In klimatischer Hinsicht könne es sinnvoll sein, ein altes, noch funktionierendes Gerät möglichst lange zu nutzen, da die Herstellung neuer Produkte Energie und Ressourcen verbrauche. Aus finanzieller Sicht müsse anhand von Verbrauch, Kaufpreis und erwarteter Einsparung berechnet werden, wann sich ein Austausch lohne.

    Nach Angaben von Energieberater Thomas Weber lassen sich im Haushalt insgesamt rund 30 bis 40 Prozent Energie sparen, wenn alle möglichen Maßnahmen zusammengenommen werden.

    Infobox: Besonders wirksam sind laut Saarbrücker Zeitung niedrigere Raumtemperaturen, kurze Stoßlüftung, Eco-Programme, LED-Leuchten, Sparduschköpfe und das vollständige Abschalten elektronischer Geräte. Das mögliche Einsparpotenzial im Haushalt wird mit rund 30 bis 40 Prozent angegeben.

    „First Dates“: Energie als Beschreibung für Lebensfreude

    RTL.de berichtet über eine Folge von „First Dates“, in der Franzi und Matthias aufeinandertreffen. Franzi sucht demnach einen Mann, der lachen, Gefühle zeigen und auch einmal Blödsinn mitmachen kann.

    Matthias wünscht sich Natürlichkeit und ein schönes Lächeln. RTL.de beschreibt die Begegnung als Mischung aus guter Laune und Lebensfreude und stellt die Frage, ob beide dieselben Vorstellungen von einer Beziehung haben.

    Infobox: Im RTL.de-Beitrag steht nicht Energieversorgung, sondern die persönliche Ausstrahlung im Mittelpunkt: Franzi und Matthias werden als gut gelaunt und lebensfroh beschrieben.

    China: Solarenergie überholt Kohle bei installierter Leistung

    FOCUS online berichtet, dass Solaranlagen in China erstmals Kohle als größte Stromquelle bei der installierten Leistung abgelöst haben. Nach Angaben der chinesischen Energiebehörde waren Photovoltaikanlagen Ende Juli mit 1286 Gigawatt installierter Leistung die größte Stromerzeugungsart; Kohlekraftwerke lagen bei 1285 Gigawatt.

    Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens entfielen damit 31,5 Prozent der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität auf Solarstrom. Besonders im Westen und Nordwesten Chinas erstrecken sich Solaranlagen über große Flächen.

    StromerzeugungsartInstallierte Leistung
    Photovoltaikanlagen1286 Gigawatt
    Kohlekraftwerke1285 Gigawatt
    Anteil Solarstrom an der installierten Kapazität31,5 Prozent

    Der Meilenstein steht laut FOCUS online neben einem deutlichen Ausbau der Kohle. Solarstromanlagen erzeugten noch nicht automatisch mehr Strom als Kohlekraftwerke, weil Kohlekraftwerke unabhängig von der Sonneneinstrahlung kontinuierlich Strom liefern können.

    Der Ausbau der Photovoltaik verlangsamte sich zuletzt. Von Januar bis Juli dieses Jahres baute China 62 Prozent weniger Solarkapazität zu als im selben Vorjahreszeitraum. Als Hintergrund nennt der Bericht eine Änderung der Förderregeln: Preisgarantien für Solarstromprojekte wurden abgeschafft, stärker bestimmen nun die Marktpreise die Wirtschaftlichkeit neuer Anlagen.

    Nach Ember deckten saubere Energiequellen 2024 rund 84 Prozent des zusätzlichen chinesischen Strombedarfs. Anfang 2025 übertraf der Zuwachs bei erneuerbaren Energien zeitweise sogar das Wachstum der Stromnachfrage. Dadurch ging die Stromproduktion fossiler Kraftwerke zurück.

    China produziert zugleich Solarmodule, Windkraftanlagen, Batterien und Elektroautos in großen Mengen. Die dadurch entstehenden Skaleneffekte haben die Preise für diese Technologien weltweit gesenkt. Staaten in Afrika, Südostasien und Südamerika können dadurch auf vergleichsweise günstige Solaranlagen, Batteriespeicher und Elektrofahrzeuge aus chinesischer Produktion zurückgreifen.

    Infobox: Ende Juli verfügte China über 1286 Gigawatt installierte Photovoltaikleistung gegenüber 1285 Gigawatt bei Kohlekraftwerken. Der Vorsprung bei der installierten Leistung beendet jedoch nicht die Abhängigkeit des Landes von Kohle.

    Hof: Hochschule lädt zum siebten Energiesymposium ein

    Die Frankenpost kündigt das 7. Hofer Energiesymposium der Hochschule Hof an. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 26. November, an der Hochschule Hof statt.

    Einen Tag lang sollen Fachleute der Frage nachgehen, wie die Energieversorgung künftig aussehen wird. Im Mittelpunkt stehen laut Mitteilung der Hochschule Hof außerdem die Technologien der Zukunft sowie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die für eine künftige Energieversorgung notwendig sind.

    Infobox: Das 7. Hofer Energiesymposium findet am Donnerstag, 26. November, an der Hochschule Hof statt. Thematisiert werden die künftige Energieversorgung, Technologien sowie politische und rechtliche Rahmenbedingungen.

    Quellen:

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    Der Artikel zeigt eigendlich ganz gut das die entscheidende Frage nicht nur lautet wieviel erneuerbare Anlagen gebaut werden, sondern ob der Strom auch bei den Leuten ankommt. Äthiopien ist dafür ein ziemlich krasses beispiel, 90 Prozent Wasserkraft klingt erstmal super, aber wenn auf dem Land viele Menschen garkeinen Anschluss haben ist das für den Alltag natürlich wenig wert. Ein riesiger Staudamm alleine macht noch keine funktionierende Energieversorgung, wenn Leitungen und Verteilung fehlen.

    Auch China wird oft so dargestellt als hätte Solar die Kohle schon komplett abgelöst. Bei der installierten Leistung stimmt das wohl knapp, aber Leistung ist halt nicht das selbe wie tatsächlich erzeugter Strom. Nachts scheint keine Sonne und im Winter oder bei schlechtem Wetter auch weniger, während Kohlekraftwerke dauernd laufen können. Trotzdem ist der Ausbau enorm und man kann nicht behaupten das sich da nichts verändert. Das eine Land gleichzeitig mehr Solar baut und trotzdem noch Kohlekraftwerke ausbaut wirkt wiedersprüchlich, ist aber wahrscheinlich genau der Übergang den viele Länder gerade machen.

    Die Zahlen aus den USA finde ich ebenfalls interesant. 19 Prozent Wind und Solar am Strom ist schon deutlich mehr als früher, aber bei der gesamten Primärenergie sind es dann nur 8,6 Prozent. Daran sieht man wie stark die Zahlen davon abhängen was man eigentlich misst. Strom, Primärenergie, installierte Leistung und echte Erzeugung werden in solchen Debatten gerne durcheinander geworfen und am Ende glaubt jeder etwas anderes. Die Speicherinvestitionen zeigen aber das langsam verstanden wird, das Netze und Speicher genauso wichtig sind wie die Solarmodule selber.

    Bei den Spartips zuhause sind viele Sachen nicht neu, aber vermutlich gerade deshalb sinnvoll. Ein Grad weniger Heizung merkt man irgendwann schon, wobei 16 Grad im Schlafzimmer für manche Leute auch eher Kühlschrank feeling ist. Und das mit den schaltbaren Steckdosenleisten mache ich tatsächlich auch, obwohl man sich dabei fragt ob ein Gerät mit 5 Watt wirklich den großen Unterschied macht. Über viele Geräte und das ganze Jahr kommt natürlich trotzdem was zusammen. Beim alten Kühlschrank würde ich aber nicht automatisch alles sofort austauschen, weil Herstellung und Entsorgung ja auch Energie brauchen, wie im Artikel richtig erwähnt wird.

    Was mir etwas abseits vorkommt ist der First-Dates-Teil. Energie als Lebensfreude ist natürlich ein Wortspiel, aber zwischen Staudämmen, Batterien und Strompreisen wirkt das wie ein kurzer Ausflug in eine andere Sendung. Andererseits passt es vielleicht doch, weil Energie nicht nur technisch ist sondern auch im täglichen Leben und in der Sprache vorkommt. Oder es wurde einfach noch ein weiterer Treffer für das Wort Energie gesucht, wer weis.

    Unterm Strich bringt der Artikel mehrere Puzzelteile zusammen: Erzeugung, Zugang, Netze, Speicher und Verbrauch. Ohne Netzausbau bringt die billigste Kilowattstunde nicht viel, und ohne vernünftigen Verbrauch wird auch immer mehr Erzeugung gebraucht. Bei Äthiopien sieht man das Problem der Verteilung, bei China das Problem der fossilen Absicherung und bei den USA das Problem der verschiedenen Berechnungen. Die Energiewende ist also nicht nur eine Frage von mehr Anlagen, sondern auch von Leitungen, bezahlbaren Preisen und davon das Strom dann verfügbar ist wenn er gebraucht wird. Genau da wirds vermutlich noch sehr kompliziert werden.
    Der Hinweis auf das Hofer Energiesymposium ist eigentlich spannend, denn genau dort müssten Politik, Technik und Recht endlich gemeinsam über Lösungen reden, statt jedes Thema einzeln zu behandeln.
    Der Punkt mit den verschiedenen Messgrößen wurde ja schon gut erklärt, aber ich finde gerade die Frage nach den Folgen für normale Verbraucher noch spannend. Billiger Strom an der Börse heist ja nicht automatisch eine billige Rechnung zuhause. Da hängen Netzentgelte, Steuern, Umlagen und natürlich auch die Kosten für neue Leitungen und Speicher mit drinn. Vielleicht werden die Anlagen also immer günstiger, aber die Infrastruktur rundherum erstmal teurer, bevor sich das irgendwann ausgleicht. Oder ich hab da einen Denkfehler, weil Stromrechnung ist sowieso ein eigenes mysterium.

    Was bei China auch noch fehlt ist für mich die Abhängigkeit von einzelnen Regionen. Wenn die riesigen Solarflächen hauptsächlich weit im Westen stehen, muss der Strom erstmal dahin wo Fabriken und Städte sind. Das ist ja fast wie Äthiopien im kleinen, nur mit viel mehr Geld und Technik: Erzeugung vorhanden, aber der Weg zum Verbraucher ist die eigentliche Baustelle. Dazu kommen dann Wetter, Staub und Leitungsverluste. Ein Gigawatt auf dem Papier sitzt halt nicht automatisch in Shanghai in der Steckdose.

    Die abgeschafften Preisgarantien könnten ausserdem dazu führen, dass in Zukunft weniger nach Plan und mehr nach Gewinn gebaut wird. Einerseits ist Markt natürlich effizient und verhindert vielleicht Projekte die sich nur wegen Subventionen rechnen. Andererseits braucht ein Netz auch Anlagen die nicht sofort den maximalen Gewinn abwerfen, aber für Versorgungssicherheit wichtig sind. Das ist bei Leitungen vermutlich genauso, weil keiner freiwillig eine Leitung durch die Gegend baut wenn der Nutzen erst in zehn Jahren richtig kommt.

    Beim Hofer Energiesymposium würde mich deshalb interessieren, ob dort auch über lokale Lösungen geredet wird. Nicht jedes Dorf braucht vielleicht eine riesige zentrale Anlage, wenn ein Mix aus Solar, Speicher und kleinerer Netze besser funktioniert. Gerade in abgelegenen Gegenden könnten sogenannte Inselnetze erstmal viel schneller Strom bringen als der Anschluss an ein gigantisches nationales Netz. Natürlich braucht man dafür Wartung und Leute die sich auskennen, sonst steht die Batterie nach dem ersten Defekt nur noch als teure Kiste herum.

    Auch die 30 bis 40 Prozent Einsparung im Haushalt klingen erstmal beeindruckend, aber wahrscheinlich schafft das nicht jeder gleichermasen. Wer in einer schlecht gedämmten Mietwohnung lebt kann nicht einfach Heizungsrohre dämmen oder die Pumpe austauschen. Und wer wenig Geld hat, kauft sich nicht mal eben neue Fenster, einen effizienten Kühlschrank oder ein Messgerät. Spartipps dürfen daher nicht so klingen als wäre hoher Verbrauch immer nur persönliche Faulheit. Manchmal wohnen Leute halt in Gebäuden, wo sie selber kaum was ändern dürfen.

    Bei den Geräten ist ausserdem interessant, das der Stand-by Verbrauch früher sicher schlimmer war als heute. Fernseher und Computer brauchen teilweise nur noch sehr wenig, während alte Anlagen oder schlecht eingestellte Kühlgeräte wirklich ordentlich ziehen können. Ein Messgerät wäre da vermutlich besser als blind alles auszutauschen. Sonst wirft man am Ende ein funktionierendes Gerät weg und kauft ein neues das nur ein bischen weniger verbraucht. Die Herstellung wird dabei gern vergessen, obwohl sie ja auch irgendwo mit Strom und Rohstoffen passiert.

    Und beim Warmwasser sehe ich noch einen Zielkonflikt. Weniger Temperatur spart Energie, aber ganz kalt oder dauerhaft lauwarm ist wegen Keimen wohl auch keine gute Idee. Da muss man schon wissen wie die eigene Anlage funktioniert, bevor man einfach die Einstellung runterdreht. Solche Hinweise sollten meiner Meinung nach immer mit einem kleinen Warnsatz versehen werden, weil ein allgemeiner Spartipp nicht für jede Heizung oder jeden Haushalt gleichermaßen passt.

    Was mir insgesamt auffällt ist, dass die Energiewende oft als Frage der Erzeugung verkauft wird, obwohl sie mindestens genauso eine Frage von Organisation ist. Wer baut die Leitung, wer bezahlt den Speicher, wer wartet die Anlage, und wer bekommt am Ende den Vorteil. Bei China entscheidet das teilweise der Staat, bei den USA spielen Bundesstaaten und Firmen stark mit und bei Äthiopien sieht man was passiert, wenn ein großes Prestigeprojekt schneller wächst als der Anschluss für die Bevölkerung. Das sind komplett verschiedene Systeme, aber das Problem bleibt erstaunlich ähnlich. Strom muss nicht nur produziert werden sondern auch ankommen, bezahlbar sein und im richtigen Moment verfügbar sein.

    Und der First-Dates Abschnitt ist zwar weiterhin etwas wild zwischen all den Zahlen, aber vielleicht zeigt er unfreiwillig ganz gut, wie oft das Wort Energie benutzt wird. Mal bedeutet es Kraftwerk, mal Geld, mal gute Laune und am Ende soll alles irgendwie positiv klingen. Vielleicht ist das der einzige gemeinsame Nenner des ganzen Pressespiegels: Energie ist überall, aber die Bedeutung wechselt dauernd. Na ja, für die nächste Sendung könnte man dann noch Energie in Energy drinks untersuchen, dann wäre das Thema wirklich komplett.

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