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    Energiewende: Mobilfunk, Fusion und Wärmeprojekte im Fokus

    KI-generiert
    15.07.2026 181 mal gelesen 3 Kommentare

    GSMA: Erneuerbare Energien bleiben entscheidend für die Klimaziele der Mobilfunkbranche

    Mobilfunknetzbetreiber weltweit haben ihre betrieblichen Emissionen zwischen 2019 und 2024 um 13 % gesenkt. Das geschah trotz eines Anstiegs der Mobilfunkanschlüsse um 10 % und einer mehr als vierfachen Zunahme des Datenverkehrs.

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    Wie boerse.de unter Berufung auf einen neuen Bericht der GSMA berichtet, sanken die betrieblichen Emissionen allein 2024 um 5 %. Die Untersuchung analysiert Energie- und Emissionsdaten von mehr als 110 Mobilfunkbetreibern, die 85 % der weltweiten Mobilfunkanschlüsse repräsentieren.

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    Der Bericht „Mobile Net Zero 2026: State of the Industry on Climate Action“ sieht einen schnelleren Zugang zu sauberer Energie als Voraussetzung dafür, dass die Branche ihre Klimaziele erreicht und auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050 bleibt. Besonders in Schwellenländern sei der Zugang zu erneuerbaren Energien entscheidend.

    Die Netzbetreiber kauften oder erzeugten 2024 rund 70 TWh Strom aus erneuerbaren Energien. Laut Bericht entspricht diese Menge der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Indonesien.

    KennzahlEntwicklung
    Betriebliche Emissionen 2019 bis 202413 % gesunken
    Betriebliche Emissionen 20245 % gesunken
    Mobilfunkanschlüsse 2019 bis 202410 % gestiegen
    Datenverkehr 2019 bis 2024mehr als vervierfacht
    Erneuerbarer Strom 2024rund 70 TWh
    Zusätzlich bezogener erneuerbarer Stromvon 10 % auf 24 % gestiegen

    Der Anteil des zusätzlich zu den erneuerbaren Energien im Netzmix bezogenen Stroms aus erneuerbaren Quellen stieg seit 2019 von 10 % auf 24 %. Er hat sich damit laut GSMA mehr als verdoppelt.

    „Der Zugang zu erneuerbaren Energien bleibt einer der wichtigsten Faktoren, die bestimmen, wie schnell die Netzbetreiber dekarbonisieren können“, sagte John Giusti, Chief Regulatory Officer bei der GSMA.

    Die GSMA fordert von Regierungen politische Rahmenbedingungen, die Investitionen in erneuerbare Energien und Stromnetze fördern. Zudem sollen Strommärkte modernisiert und Genehmigungsverfahren gestrafft werden, um den Ausbau sauberer Energie zu beschleunigen.

    Infobox: Die Mobilfunkbranche senkte ihre betrieblichen Emissionen zwischen 2019 und 2024 um 13 %. Gleichzeitig stiegen die Anschlüsse um 10 %, während sich der Datenverkehr mehr als vervierfachte. Für die weitere Dekarbonisierung gilt der Zugang zu erneuerbaren Energien als zentral.

    General Fusion startet an der NASDAQ und setzt die Debatte über Fusionsenergie in Gang

    General Fusion ist am 13. Juli als erstes reines Fusionsenergie-Unternehmen an der NASDAQ gestartet. Die Aktie des kanadischen Unternehmens legte zum Handelsstart zeitweise um rund 47 Prozent zu und schloss den ersten Handelstag mit einem Kursplus von 20,61 Prozent auf 11 US-Dollar ab.

    Am zweiten Handelstag setzte sich die positive Entwicklung fort. Zum Handelsschluss lag die Aktie laut Finanzen.net 25,09 Prozent im Plus bei 13,76 US-Dollar.

    HandelstagEntwicklungSchlusskurs
    Erster Handelstag20,61 Prozent Plus11 US-Dollar
    Zweiter Handelstag25,09 Prozent Plus13,76 US-Dollar

    Das Unternehmen entwickelt seit 2002 die sogenannte Magnetized Target Fusion. Dabei handelt es sich um eine Verbindung aus magnetischem Einschluss und Trägheitsfusion, bei der ein flüssiges Metall das Plasma komprimiert.

    Die Demonstrationsanlage Lawson Machine 26 erreichte nach Angaben von General Fusion zum Börsenstart eine Plasmatemperatur von rund 0,72 Kiloelektronenvolt. Damit wurde ein Teil des ersten Zwischenziels von 1 Kiloelektronenvolt erreicht.

    General Fusion verweist außerdem auf mehr als 200.000 Plasma-Experimente über zwei Jahrzehnte. Das Unternehmen wurde zudem erstmals auf der TIME-Liste der GreenTech-Unternehmen 2026 geführt.

    Der Börsengang erfolgte über eine Fusion mit der Mantelgesellschaft Spring Valley Acquisition Corp. III. Die Bezeichnung „III“ verweist auf verwandte SPAC-Vehikel desselben Sponsors. Ein früheres Vehikel ohne den Zusatz „III“ brachte 2022 den Kernreaktor-Entwickler NuScale Power per SPAC-Fusion an die NYSE.

    Finanzen.net berichtet zugleich über Zweifel an der Finanzierung und am technischen Zeitplan. Ein Bericht der Globe and Mail schätzt, dass nach Rückgaben von SPAC-Anlegern und Gebühren am Ende deutlich weniger als 30 Millionen US-Dollar aus dem eigentlichen Treuhandkapital bei General Fusion ankommen könnten.

    Auch die Financial Times äußerte Zweifel daran, ob der technische Fortschritt des Unternehmens mit dem selbst gesetzten Zeitplan Schritt hält. Bis zum Lawson-Kriterium, also dem physikalischen Nachweis eines Energieüberschusses aus der Fusionsreaktion, stehen laut Bericht neben dem Zwischenziel von 1 Kiloelektronenvolt noch die Stufe von 10 Kiloelektronenvolt sowie weitere Meilensteine an, die für 2028 angepeilt werden.

    Als Vergleich wird NuScale Power genannt. Der frühere SPAC-Börsenstart des Unternehmens habe keine stabile Kursentwicklung garantiert; die Aktie erlebte laut Finanzen.net seit ihrem Debüt mehrfach starke Ausschläge in beide Richtungen.

    Infobox: General Fusion debütierte am 13. Juli als erstes reines börsennotiertes Fusionsenergie-Unternehmen an der NASDAQ. Dem starken Kursanstieg stehen technische Herausforderungen, offene Fragen zur Finanzierung und weitere für 2028 angepeilte Meilensteine gegenüber.

    Klimaanlage im Dauerbetrieb spart laut Ingenieur keine Energie

    Der Merkur berichtet über einen weitverbreiteten Irrglauben beim Betrieb von Klimaanlagen: Der Dauerbetrieb spare nicht automatisch mehr Energie. Ein Ingenieur erklärt demnach, warum es nicht günstiger ist, das Gerät durchgehend laufen zu lassen, statt es wiederholt zu stoppen und neu zu starten.

    Mit Beginn der heißen Monate stellen viele Haushalte ihre Klimageräte auf Kühlung um. Der Merkur beschreibt, dass Klimaanlagen für viele Menschen inzwischen zum Alltag gehören, während die monatliche Stromrechnung weiterhin ein wichtiges Thema bleibt.

    Die vermeintlich naheliegende Annahme lautet, dass jeder Neustart zusätzliche Energie koste und wiederholte Anlaufphasen letztlich teurer seien als ein ununterbrochener Betrieb. Nach der im Artikel dargestellten Einschätzung eines Fachmanns trifft diese Annahme jedoch nicht zu.

    Der Beitrag verweist darauf, dass viele Nutzer nach einer möglichst stromsparenden Betriebsweise suchen. Die zentrale Aussage des Experten gegenüber baden24.de lautet, dass ein Dauerbetrieb keine Energieeinsparung garantiert.

    Infobox: Der Merkur stellt klar: Die Klimaanlage ständig laufen zu lassen, spart nicht automatisch Energie. Der im Artikel zitierte Fachmann widerspricht damit der Annahme, dass wiederholtes Ausschalten und Einschalten grundsätzlich teurer sei.

    Erneuerbare-Projekte zeigen auf Radtour wirtschaftliche und kommunale Chancen

    Top agrar berichtet über die sechste Radtour „Die Energiewende erFAHREN“ des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW. Die Tour startete am Sonntag, den 28. Juni, in Münster und führte bis zum 5. Juli durch den Westen und Norden Deutschlands nach Schwerin.

    Auf rund 600 Kilometer langen und sieben Etappen besuchten die Teilnehmer Unternehmen, Kommunen und Energieprojekte. Im Mittelpunkt standen erneuerbarer Strom, Gas und Wärme sowie Fragen zu Genehmigungen, Netzausbau und regionaler Wertschöpfung.

    Der Auftakt fand bei BBWind in Münster statt. Das Unternehmen ist auf Bürgerwind in NRW spezialisiert und verfügt über Erfahrung aus 175 Bürgerwindanlagen mit insgesamt mehr als 7.500 finanziell Beteiligten.

    Bei einer politischen Podiumsdiskussion wurden die Herausforderungen der Energiewende thematisiert. Dazu gehörten insbesondere der schleppend verlaufende Netzausbau und Genehmigungen. Die Teilnehmer waren sich laut Top agrar einig, dass die Bundesregierung bei Genehmigungen und Netzausbau mehr Tempo und Entschlossenheit zeigen müsse.

    In Greven präsentierten die Energiefalken Lösungen für Biogasanlagen, Wärmenetze und Agri-PV-Konzepte. Das Unternehmen betreibt selbst Biogasanlagen mit Biomethanaufbereitung und Einspeisung in das Erdgasnetz sowie eigene Biogasspeicher.

    Weitere Stationen widmeten sich der Wärmewende. Rasche & Weßler stellte in Alfhausen ein lokales Fernwärmeprojekt sowie Lösungen für Netzsteuerung und Parkregler vor. Diese können die Einspeisung von Blockheizkraftwerken, PV- und Windenergieanlagen am Netzanschlusspunkt regeln und steuern und sind für neue Erzeugeranlagen seit April 2019 vorgeschrieben.

    Projekt oder StandortAngabe aus dem Bericht
    BBWind175 Bürgerwindanlagen, mehr als 7.500 finanziell Beteiligte
    Fernwärmenetz Bersenbrücküber 700 Haushalte
    Gemeinde Bakumrund 7.000 Einwohner
    Biogasanlagen in Bakum11 Anlagen
    Wärmebedarf in Bakum25 % durch Biogasanlagen
    Energiebunker HamburgStrombedarf von etwa 1.500 Haushalten, Wärme für 1.700 Wohnungen
    Kollektoren am Energiebunkerüber 2.000 Quadratmeter
    Solarthermiepark Lübeck-Moisling12.500 m²
    Wärmebedarf Lübeck-Moisling11,7 %
    Versorgung mit Solarwärme350 Haushalte ein Jahr lang

    Die Energiezentrale Bersenbrück betreibt ein Fernwärmenetz für über 700 Haushalte. Top agrar hebt hervor, dass jede zweite Kommune in Deutschland Fernwärmenetze nutzt und dass mehr als 50 % des Endenergieverbrauchs auf Wärme entfallen.

    Die Gemeinde Bakum produziert durch Windkraft, Solarenergie und Biogas mehr Strom, als sie selbst verbraucht, und ist damit bilanziell Stromexporteur. Mit 11 Biogasanlagen deckt die Gemeinde außerdem 25 % ihres Wärmebedarfs.

    Bei den Koopmann Energiewerken in Cloppenburg wurde die Fertigung von Netzstationen in Holzbauweise gezeigt. Das Unternehmen setzt laut Bericht außerdem auf Holzrahmenbauten, Wärmepumpen statt Gasheizungen und die flächendeckende Nutzung von PV-Anlagen.

    In Wardenburg besichtigten die Teilnehmer eine Gasverdichterstation, die mehrere große Erdgasleitungen verbindet und die deutschland- und europaweite Verteilung von Erdgas aus Wilhelmshaven, den Niederlanden und Norwegen koordiniert. Die Infrastruktur ist H2-Ready ausgelegt und kann perspektivisch auch Wasserstoff transportieren.

    Auf dem Hof Schwarting in Ganderkesee versorgt eine Biogasanlage jährlich mehrere hundert Haushalte mit CO₂-neutralem Strom. Die dabei entstehende Abwärme wird in einem kleinen Wärmenetz zum Heizen genutzt.

    In Tarmstedt ging es um Planung, Aufbau, Ausbau und Wartung von Biogasanlagen. Das Unternehmen betreibt eine eigene Fahrzeugflotte mit Biogas und verfügt über eine Biomethan-Tankstelle auf dem Firmengelände.

    In Zeven wurde auf die Bedeutung der Stromnetze für den Transport von Windstrom hingewiesen. NKT ist laut Bericht Hauptlieferant für zwei der größten Korridorprojekte von Hochspannungsleitungen in Deutschland, die vor allem Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen sollen.

    Der Hanseatic Energy Hub in Stade hat die finale Investitionsentscheidung für das erste landbasierte Terminal für verflüssigtes Erdgas in Deutschland getroffen. Das Terminal gilt als wichtiges Importterminal für LNG und später grüne Gase.

    In Hamburg-Wilhelmsburg besichtigten die Teilnehmer den Energiebunker. Die Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen deckt den Strombedarf von etwa 1.500 Haushalten und versorgt 1.700 Hamburger Wohnungen mit Wärme.

    Der Energiebunker verbindet Solarthermie und Photovoltaik. Über 2.000 Quadratmeter Kollektoren auf dem Dach und an der Südfassade erzeugen Wärme und Ökostrom. Zusätzlich produziert ein Biomethan-Blockheizkraftwerk Strom und Wärme, während ungenutzte Abwärme eines nahegelegenen Industriebetriebs genutzt wird.

    In Stapelfeld erzeugt die Müllverbrennungsanlage von eew Energy from Waste durch die thermische Verwertung von Abfällen Strom und Wärme. In Deutschland werden laut Top agrar rund 82 % der Abfälle verwertet; 12 % werden verbrannt und energetisch genutzt, rund 70 % stofflich genutzt.

    Der Solarthermiepark in Lübeck-Moisling ist mit 12.500 m² der größte Solarthermiepark Schleswig-Holsteins. Die Stadtwerke Lübeck decken damit 11,7 % des Wärmebedarfs von Lübeck-Moisling ab; die Wärmemenge könnte 350 Haushalte ein Jahr lang versorgen.

    Der Zweckverband Grevesmühlen erzeugt in seinem Klärwerk Strom und Wärme aus Klärgas, das bei der Behandlung von Klärschlamm entsteht. Der Standort gilt als bundesweit erstes kombiniertes Energie- und Klärwerk sowie als erstes Energie-plus-Klärwerk und versorgt auch umliegende Betriebe und Teile des Ortes mit Energie.

    Zum Abschluss erreichte die Tour Schwerin. Die Landeshauptstadt verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 und hatte ihre CO₂-Emissionen bereits 2010 um 40 % gegenüber 1990 gesenkt. Aktuell nutzt Schwerin zu 50,9 % erneuerbare Energien.

    Schwerin kombiniert mitteltiefe Geothermie mit Wärmepumpen. Unter der Stadt verläuft ein 200 Mio. Jahre alter Flusslauf, der laut Bericht bedeutendes Potenzial für Geothermie und Fernwärmeversorgung bietet.

    „Auf den sieben Etappen ist klar geworden, dass die Energiewende vor Ort, dezentral und mit großem Erfolg für die Wirtschaft und die Menschen in NRW und Deutschland stattfindet“, sagte Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW.

    Hendrik Becker vom LEE NRW betonte laut Top agrar die Begegnungen mit Akteuren der Erneuerbaren-Branche, der Politik und vielen Bürgermeistern. Die Tour habe den Beitrag erneuerbarer Energien für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Klimaschutz sichtbar gemacht.

    Infobox: Die Radtour führte über rund 600 Kilometer und sieben Etappen von Münster nach Schwerin. Gezeigt wurden Projekte aus Bürgerwind, Biogas, Biomethan, Fernwärme, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Wasserstoffinfrastruktur und Abfallverwertung.

    Quellen:

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    Die Radtour zeigt ja ganz gut das solche Projekte vor Ort echt was bringen können, aber bei dem ganzen Energie Mix mit LNG und Wasserstoff bin ich noch nicht sicher was davon am ende wirklich grün ist und was nur anders genannt wird.
    Der Artikel zeigt für mich ganz gut, dass Energiewende nicht nur aus großen Schlagworten besteht, sondern an ziemlich vielen kleinen und großen Stellschrauben hängt. Besonders interessant fand ich die Zahlen aus der Mobilfunkbranche: Mehr Datenverkehr und mehr Anschlüsse, aber trotzdem sinkende betriebliche Emissionen, das ist zumindest mal ein Zeichen, dass Effizienz und erneuerbarer Strom tatsächlich etwas bewirken können. Wobei man natürlich auch aufpassen muss, was genau in diesen Emissionszahlen enthalten ist. Der Stromverbrauch der Netze ist das eine, Herstellung und Austausch von Smartphones, Funktechnik und Servern das andere. Da wird die Bilanz vermutlich deutlich komplizierter.

    Die 70 TWh erneuerbarer Strom für Mobilfunkbetreiber klingen erstmal beeindruckend. Gleichzeitig sieht man daran aber auch, wie stark unser digitaler Alltag vom Stromsystem abhängt. Wir streamen, laden ständig Daten hoch und erwarten überall Empfang, während die Netze möglichst klimaneutral laufen sollen. Das passt grundsätzlich zusammen, aber nur wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze wirklich Schritt hält. Gerade in Ländern, in denen der Zugang zu sauberem Strom noch schwierig ist, wird das vermutlich keine schnelle Sache.

    Bei General Fusion bin ich deutlich vorsichtiger. Der starke Börsenstart ist natürlich medienwirksam, sagt aber erstmal wenig darüber aus, ob die Technik am Ende funktioniert oder wirtschaftlich wird. 0,72 Kiloelektronenvolt im Vergleich zu einem Zwischenziel von 1 Kiloelektronenvolt klingt zwar nach einem guten Stück Fortschritt, aber bis zu einem echten Energieüberschuss ist es offenbar noch ein weiter Weg. Und wenn gleichzeitig unklar ist, wie viel Geld aus dem SPAC-Konstrukt tatsächlich beim Unternehmen ankommt, sollte man die Kursgewinne nicht mit einem technischen Durchbruch verwechseln. Bei solchen Aktien ist schnell viel Fantasie eingepreist, die später auch wieder verschwinden kann.

    Die Passage zur Klimaanlage fand ich überraschend alltagsnah. Viele Leute lassen das Gerät vermutlich aus Angst vor dem nächsten hohen Stromrechnung lieber dauerhaft laufen oder schalten es ständig an und aus. Entscheidend dürfte am Ende aber auch die Dämmung, die eingestellte Temperatur und die Effizienz des Geräts sein. Wer die Wohnung auf 19 Grad herunterkühlen will, verbraucht wahrscheinlich mehr als jemand, der nur die schlimmste Hitze aus dem Raum bekommt. Ein bisschen gesunder Menschenverstand hilft da oft schon weiter.

    Am überzeugendsten fand ich aber die Beispiele von der Radtour. Wenn ein Fernwärmenetz über 700 Haushalte versorgt, Biogasanlagen tatsächlich Abwärme nutzen und ein Solarthermiepark einen messbaren Anteil am Wärmebedarf übernimmt, wird die Energiewende greifbarer. Solche Projekte sind vielleicht weniger spektakulär als Fusion oder ein neuer Börsenstar, bringen vor Ort aber direkt etwas. Außerdem bleibt die Wertschöpfung eher in der Region, wenn Bürger beteiligt sind und Kommunen oder örtliche Unternehmen mitmachen.

    Die Kombination der verschiedenen Quellen scheint mir dabei der entscheidende Punkt zu sein. Wind und Solar liefern nicht immer dann Energie, wenn sie gebraucht wird, Biogas ist begrenzt, Geothermie funktioniert nicht überall und Abwärme muss dort verfügbar sein, wo man sie nutzen kann. Deshalb sollte man sich nicht auf eine einzige Technologie versteifen. Auch Wasserstoff kann eine Rolle spielen, aber „H2-ready“ bedeutet eben noch nicht, dass morgen automatisch grüner Wasserstoff durch die Leitung fließt. Ähnlich ist es bei LNG und später grünen Gasen: Die Infrastruktur kann nützlich sein, aber die tatsächliche Klimabilanz hängt davon ab, was am Ende transportiert wird und wie die Umstellung finanziert wird.

    Was mir bei solchen Berichten manchmal fehlt, sind konkrete Angaben zu Kosten und Laufzeiten. 350 Haushalte ein Jahr lang mit Solarwärme zu versorgen ist schön, aber wie teuer war der Aufbau pro Haushalt und wie lange hält die Anlage? Auch bei Geothermie, Wärmenetzen und Wasserstoffleitungen sollte offen gesagt werden, welche Risiken bestehen. Trotzdem finde ich es richtig, solche Projekte zu zeigen, weil man sonst schnell den Eindruck bekommt, die Energiewende bestehe nur aus Verboten und steigenden Preisen. Vor Ort sieht man eher, dass daraus auch neue Unternehmen, Arbeitsplätze und unabhängige Versorgung entstehen können.

    Unterm Strich nehme ich aus dem Artikel mit: Die Richtung stimmt an einigen Stellen, aber von Erfolgen sollte man nicht gleich auf eine fertige Lösung schließen. Bei Mobilfunk braucht es sauberen Strom, bei Fusion noch viel Geduld und bei Wärmeprojekten gute Planung sowie Akzeptanz in den Kommunen. Wenn Politik bei Genehmigungen und Netzausbau wirklich Tempo macht, könnten solche Beispiele deutlich schneller Schule machen. Das wäre vermutlich weniger spektakulär als ein Kursplus von 47 Prozent, aber langfristig wesentlich wichtiger.
    Beim Mobilfunk find ich die Zahlen erstmal echt interesant, vorallem weil der Datenverkehr so stark gestigen ist und die Emisionen trotzdem runter gehn. Aber 70 TWh klingt für mich auch nach einer gigantischen menge, da fragt man sich halt wie genau das gerechnet wird und ob wirklich überall neuer Ökostrom dahinter steckt oder nur Zertifikate verschoben werden. Bei Wasserstoff und LNG auf der Radtour ist das ja ähnlich, H2-ready heist noch lange nicht das morgen schon grüner Wasserstoff durch die Leitungen fliest. Trotzdem sind diese lokalen Projekte schon überzeugender als reine Ankündigungen aus Berlin, besonders das Fernwärmenetz und der Energiebunker, weil man da direkt sieht wer die Wärme bekommt und was es bringt.

    Bei General Fusion bin ich eher skeptisch. 47 Prozent am ersten Tag und dann nochmal über 25 Prozent klingt mehr nach Börsenfieber als nach fertiger Energiequelle. 0,72 Kiloelektronenvolt ist ja offenbar noch ein gutes Stück von 1 und dann 10 entfernt, also irgendwie wurde da schon ziemlich früh die Rakete gezündet. Fusion wird seit Jahrzehnten als Energie der Zukunft versprochen, vieleicht ist es diesmal wirklich anders, aber ein Börsenkurs beweist noch kein Lawson-Kriterium und schon gar keinen billigen Strom. Die Finanzierung über so eine Mantelgesellschaft macht es auch nicht gerade übersichtlicher, da blickt doch kaum ein normaler Anleger durch.

    Das mit der Klimaanlage finde ich ebenfalls nützlich, wobei vermutlich nicht jede Anlage gleich arbeitet und die Einstellung, Dämmung und Außentemperatur auch eine Rolle spielen. Ich hab jedenfalls gelernt das dauerhaft laufen lassen nicht automatisch sparsamer ist, nur weil beim Start kurz mehr Strom gezogen wird. Unterm Strich wirkt der Artikel wie ein Sammelsurium aus ganz verschiedenen Baustellen, aber vieleicht ist genau das die Realität der Energiewende: Netze, Wärme, Speicher, Strom und ein bischen Forschung müssen gleichzeitig vorankommen. Nur bei den Prozentzahlen und großen Zukunftsversprechen sollte man lieber zweimal nachrechnen, sonst ist am Ende alles grün beschriftet aber nicht unbedingt grün erzeugt.

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