Inhaltsverzeichnis:
Energiepreise, Entlastungen und neue Strategien im Überblick
Tankrabatt und Spritpreisbremse: Boris Rhein begrüßt Regierungspläne
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat den angekündigten Tankrabatt als „wichtiges Signal“ gegen steigende Energiepreise bezeichnet. Die Spritpreisbremse an der Zapfsäule komme, erklärte Rhein am Abend. Der Staat solle Steuermehreinnahmen nutzen, „um Autofahrer zu entlasten und ihnen unter die Arme zu greifen, anstatt sie weiter zur Kasse zu bitten“, zitierte stern.de den CDU-Politiker.
Nach Darstellung von stern.de soll ein Entlastungspaket unter anderem einen neuen Tankrabatt enthalten, der bis Ende des Jahres gelten soll. Angestrebt wird ein Start Anfang Oktober. Zusätzlich ist ein Spritpreisdeckel geplant, über den der Bund mit der Mineralölwirtschaft sprechen will. Ziel sei die Einführung spätestens zum 1. Januar 2027 nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens.
Das Entlastungsvolumen der beschlossenen Maßnahmen liegt laut Regierung bei 2,5 Milliarden Euro. Die Länder sollen sich mit 50 Prozent an den Kosten beteiligen. Zudem sollen die Steuern auf Benzin und Diesel um faktisch 17 Cent gesenkt werden. Rhein forderte, dass die Entlastung beim Tanken bei den Menschen ankommt und nicht über andere Abgaben wieder verloren geht.
„Die Spritpreisbremse an der Zapfsäule kommt“, erklärte Boris Rhein laut stern.de.
Zusammenfassung: Geplant sind ein bis Ende des Jahres geltender Tankrabatt ab Anfang Oktober sowie ein Spritpreisdeckel spätestens zum 1. Januar 2027. Das Maßnahmenpaket umfasst laut Regierung 2,5 Milliarden Euro; die Steuern auf Benzin und Diesel sollen um faktisch 17 Cent sinken.
Gas, Strom und Heizöl: Frankfurter Rundschau berichtet über weitere Preisrisiken
Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass der Krieg zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten die Energiepreise nach oben treibe. Für Haushalte verteuerte sich Energie nach Angaben des Statistischen Bundesamts im August um 10,5 Prozent. Das sei der höchste Anstieg seit mehr als drei Jahren, seit Beginn der russischen Ukraineinvasion.
Als einen wesentlichen Auslöser nennt der Bericht die Eskalation in der Straße von Hormus. Im Mai seien laut Fraunhofer-Institut bei den Golfstaaten mehr als 14 Millionen Barrel Fördermenge pro Tag weggefallen. Damit sei ein größerer Anteil der weltweiten Ölversorgung betroffen gewesen als bei jeder früheren Krise, einschließlich des zweiten Ölpreisschocks in den 1980er-Jahren und des Ukraine-Kriegs.
Am Gasmarkt erreichte der Terminkontrakt TTF in Amsterdam laut Frankfurter Rundschau zeitweise 83,75 Euro pro Megawattstunde. Der Preis sprang dem Bericht zufolge um mehr als fünf Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit Ende 2022. Der aktuelle Wert sei fast dreimal so hoch wie vor einem Jahr.
Bei Haushalten sei der Anstieg bislang nur teilweise angekommen. Laut Verivox lag der durchschnittliche Gaspreis vor einem Jahr bei 11,14 Cent pro Kilowattstunde, aktuell seien es rund 12,52 Cent. Für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Heizverbrauch bedeute dies laut Verivox rund 280 Euro Mehrkosten.
Besonders stark seien die Neukundenpreise gestiegen. Verivox-Energieexperte Thorsten Storck erklärte, diese bildeten die Großhandelspreise besonders schnell ab und seien seit Februar um über ein Drittel angestiegen. Bestandstarife reagierten langsamer, würden aber „früher oder später“ ebenfalls steigen. Zum Jahreswechsel seien Erhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent möglich; im ungünstigsten Fall rechnet 1KOMMA5° mit mehr als 15 Cent pro Kilowattstunde.
| Bereich | Wert laut Frankfurter Rundschau |
|---|---|
| Energiepreise für Haushalte im August | 10,5 Prozent Anstieg |
| TTF-Erdgas | 83,75 Euro pro Megawattstunde |
| Durchschnittlicher Gaspreis vor einem Jahr | 11,14 Cent pro Kilowattstunde |
| Aktueller durchschnittlicher Gaspreis | rund 12,52 Cent pro Kilowattstunde |
| Mehrkosten bei 20.000 kWh | rund 280 Euro |
Auch der Stromgroßhandel reagierte auf die Entwicklung. Zu Wochenbeginn kostete Strom laut Bundesnetzagentur mehr als 256 Euro pro Megawattstunde; am Montagabend wurden in der Spitze rund 740 Euro erreicht. Im September lag der Durchschnitt bei 147 Euro und damit etwa 75 Prozent über dem Vorjahreswert. Feste Haushaltstarife lagen laut Verivox mit 32,29 Cent pro Kilowattstunde noch leicht unter dem Vorjahreswert.
Heizöl verteuerte sich ebenfalls deutlich. Ein Barrel Brent kostete zu Wochenbeginn rund 108 Dollar und damit etwa 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Heizöl24 nannte einen Preis von 1,66 Euro pro Liter, mehr als 30 Cent über dem Wert von Ende August. Nach Angaben von Verivox kosteten 100 Liter im September des Vorjahres rund 93 Euro, aktuell seien es 156 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von 2000 Litern stiegen die Kosten dem Bericht zufolge von 1860 Euro auf 3120 Euro.
Auch Kraftstoffe erreichten neue Höchststände. Laut Destatis verteuerten sich Kraftstoffe im August um fast 28 Prozent. Tankstellenbetreiber rechnen laut Frankfurter Rundschau mit Preisen um die drei Euro pro Liter.
Die Bundesregierung plant kurzfristige Entlastungen, deren Ausgestaltung laut Bericht offen ist. Eine zeitlich befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe habe laut ifo-Institut nicht vollständig die Verbraucher erreicht; ein Teil sei bei Mineralölunternehmen verblieben. Das Fraunhofer ISI bewertet pauschale Instrumente kritisch, weil sie unabhängig vom Einkommen allen Verbrauchenden zugutekommen.
Auf EU-Ebene reagierte die Kommission im April mit der Strategie AccelerateEU. Die EU gab seit der Eskalation bereits 24 Milliarden Euro zusätzlich für Energieimporte aus, ohne eine zusätzliche Einheit Energie zu erhalten. Die Strategie sieht kurzfristige Hilfe für einkommensschwache Haushalte, einen beschleunigten Netzausbau und Investitionen von jährlich 660 Milliarden Euro bis 2030 vor.
„Die Wahl, die wir heute treffen, wird unsere Fähigkeit bestimmen, uns den Herausforderungen von heute und den Krisen von morgen zu stellen“, erklärte Ursula von der Leyen laut Frankfurter Rundschau.
Zusammenfassung: Die Frankfurter Rundschau berichtet von deutlich höheren Preisen bei Gas, Strom, Heizöl und Kraftstoffen. Für den Jahreswechsel werden weitere Gaspreiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent genannt; bei Heizöl kosteten 2000 Liter im September 3120 Euro statt 1860 Euro im Vorjahr.
Bayerische Grüne fordern High-Tech-Energieagenda
Die Grünen im Bayerischen Landtag wollen Bayern unabhängiger von Öl und Gas machen. Nach Darstellung der WELT fordert die Fraktion dafür eine eigene High-Tech-Agenda für moderne Energietechnik. Vorgesehen sind unter anderem Großwärmepumpen, mehr Erdwärme, das erste grüne Wasserstoffkraftwerk Deutschlands sowie ein Ausbau von Solar- und Windenergie.
Auch Stromkunden sollen nach den Vorstellungen der Fraktion von günstigem Solarstrom profitieren. Fraktionschefin Katharina Schulze sagte laut WELT: „Energie selbst erzeugen, intelligent verteilen und speichern – so machen wir uns unabhängiger, stärken unsere Wirtschaft und gewinnen Freiheit zurück.“ Sonne, Wind, Erdwärme und Speicher sollten mehr Kontrolle über die Energieversorgung nach Bayern, zu den Menschen, Kommunen und Unternehmen holen.
Die Vorschläge sind in einem Papier mit der Überschrift „Freiheitsenergien“ festgehalten, das die Fraktion auf ihrer Herbstklausur in Nürnberg verabschiedet hat. Darin heißt es, Bayern könne sich selbst mit Energie versorgen – „sauber. Günstig. Sicher“. Geeignete Dächer sollen Strom produzieren, Windräder günstige Energie liefern, Geothermie ganze Städte mit Wärme versorgen und Batteriespeicher sowie intelligente Netze als zentrale Infrastruktur dienen.
Ein weiterer Vorschlag betrifft Zeiten niedriger oder negativer Börsenstrompreise. Stromkunden sollen davon profitieren können, wenn Photovoltaikanlagen an sonnigen Tagen um die Mittagszeit besonders viel Strom erzeugen. Die Grünen wollen ein kostenloses Mittagsstromkontingent in Zeiten negativer Börsenstrompreise einführen. Dann könne es sich besonders lohnen, das E-Auto zu laden, die Wärmepumpe laufen zu lassen oder einen Batteriespeicher zu füllen.
Voraussetzung wären digitale Stromzähler. Bis 2030 sollen nach dem Konzept alle Haushalte in Bayern mit Smart Metern ausgestattet sein. Wer freiwillig früher einen digitalen Stromzähler möchte, soll ihn bereits bis 2027 bekommen können.
Großwärmepumpen sollen nach den Plänen ganze Städte und Gemeinden versorgen. Sie könnten Wärme aus Flüssen, Seen, Abwasser oder industrieller Abwärme gewinnen und in Wärme- und Fernwärmenetze einspeisen. Allein Flusswärmepumpen könnten laut der Rechnung der Grünen bis zu 16 Prozent des Wärmebedarfs im Gebäudesektor decken.
Der Ausbau von Wind- und Solarenergie soll nach dem Konzept schnell weitergehen und das Fundament der „High-Tech-Energieagenda“ bilden. Bestehende Biogasanlagen sollen ebenfalls erhalten bleiben.
- Großwärmepumpen, Erdwärme und ein grünes Wasserstoffkraftwerk
- Mehr Solar- und Windenergie
- Smart Meter für alle Haushalte bis 2030
- Freiwillig frühere Ausstattung mit Smart Metern bis 2027
- Kostenloses Mittagsstromkontingent bei negativen Börsenstrompreisen
- Flusswärmepumpen mit einem möglichen Anteil von bis zu 16 Prozent am Wärmebedarf im Gebäudesektor
„Bayern kann sich selbst mit Energie versorgen. Sauber. Günstig. Sicher“, heißt es laut WELT im Papier „Freiheitsenergien“.
Zusammenfassung: Die bayerischen Grünen schlagen eine High-Tech-Energieagenda mit erneuerbaren Energien, Großwärmepumpen, Smart Metern und einem kostenlosen Mittagsstromkontingent vor. Bis 2030 sollen alle Haushalte einen digitalen Stromzähler haben; freiwillig soll dies bereits bis 2027 möglich sein.
Quellen:
- Wellenenergie: Bojenschwarm kann fast komplette Energie von Wellen umwandeln
- Energie: Rhein begrüßt angekündigte Spritpreisbremse
- Energie Cottbus: FCE freut sich über drei Nationalspieler und Kurzurlaub
- Gas, Strom, Heizöl: Diese Preissprünge kommen jetzt auf deutsche Haushalte zu
- „Geplanter Pachtdeckel kann Kommunen Einnahmen kosten“
- Grüne fordern High-Tech-Energieagenda






















