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Geothermie soll Wärme und kritische Rohstoffe zugleich liefern
Quelle: ingenieur.de
Eine Studie unter Leitung von Simona Regenspurg vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung untersucht, ob geothermische Anlagen künftig neben Wärme auch Lithium und Kupfer gewinnen können. Im Mittelpunkt steht die Nutzung mineralhaltiger Tiefenwässer, die bei der Tiefengeothermie ohnehin an die Oberfläche gefördert werden.
Das Thermalwasser gibt seine Wärme an Fernwärmenetze oder industrielle Prozesse ab und wird anschließend in den Untergrund zurückgeleitet. Nach dem Konzept der Forschenden könnten während dieses Kreislaufs gelöste Rohstoffe extrahiert werden, bevor das Wasser erneut verpresst wird. Die Wärmegewinnung bliebe damit erhalten, während zusätzlich strategisch wichtige Metalle gewonnen werden könnten.
Als besonders interessant gilt das Norddeutsche Becken. Dort werden die geologischen Bedingungen sowohl für tiefe Geothermie als auch für die Gewinnung bestimmter Mineralien als günstig beschrieben. Einige Thermalwässer weisen vergleichsweise hohe Lithiumkonzentrationen und stellenweise auch Kupfer auf. Die tatsächliche wirtschaftliche Erschließung muss laut der Quelle jedoch noch nachgewiesen werden.
Lithium wird unter anderem für Batteriespeicher und Elektromobilität benötigt. Kupfer spielt beim Ausbau von Stromnetzen, Windenergie, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur eine wichtige Rolle. Die Europäische Union will mit dem Critical Raw Materials Act die Abhängigkeit von einzelnen Förder- und Verarbeitungsländern verringern.
Ob aus der kombinierten Gewinnung ein tragfähiges Geschäftsmodell wird, hängt von mehreren Bedingungen ab. Dazu zählen geeignete geologische Formationen, ausreichend hohe Metallkonzentrationen, eine langfristig ausreichende Fördermenge sowie effiziente und möglichst energiearme Extraktionsverfahren.
- Beständigkeit der technischen Komponenten gegenüber hochsalzhaltigen Tiefenwässern
- Wirtschaftlichkeit der Rohstoffgewinnung
- Umweltverträglichkeit und Genehmigungsverfahren
- Gesellschaftliche Akzeptanz
Internationale Pilotvorhaben im Oberrheingraben und am Salton Sea in Kalifornien zeigen laut ingenieur.de, dass die Gewinnung grundsätzlich möglich ist. Einen großtechnischen kommerziellen Durchbruch sehen die Forschenden dennoch noch nicht. Weitere Demonstrationsprojekte sollen technische Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit unter realen Betriebsbedingungen belegen.
„Wärme und Lithium aus einem Bohrloch“ beschreibt den Ansatz, bestehende Geothermieanlagen um eine zusätzliche Rohstoffgewinnung zu ergänzen.
Zusammenfassung: Tiefe Geothermie könnte Wärmeversorgung und Rohstoffgewinnung verbinden. Das Potenzial für Lithium und Kupfer ist vorhanden, die technische und wirtschaftliche Reife steht jedoch noch aus.
Isen wird mit 44 Ausstellern zur Regionalmesse für Energie und Nachhaltigkeit
Quelle: Merkur
Bei den „Energietagen im Isental“ haben 44 Aussteller Lösungen für Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung präsentiert. Die zweitägige Veranstaltung in Isen zog zahlreiche Besucher aus dem Landkreis an, darunter mehrere Bürgermeister.
Die Energietage fanden im Rahmen der Bayerischen Energietage statt, die vom Team Energiewende Bayern unter dem Dach des bayerischen Wirtschaftsministeriums initiiert wurden. Isens Bürgermeisterin Irmgard Hibler sagte bei der Eröffnung, die Energiewende sei weit mehr als eine technische Aufgabe.
Nach ihrer Einschätzung müssen Ressourcenschonung und ein effizienter Energieeinsatz nicht mit Verzicht gleichgesetzt werden. Es gehe vielmehr um Innovation, neue Chancen und regionale Wertschöpfung. Sonne, Wind, Biomasse und das Engagement der Menschen vor Ort böten gute Voraussetzungen, die Energiewende gemeinsam voranzubringen.
Johannes Becher, stellvertretender Grünen-Fraktionsvorsitzender im Landtag, sprach sich für einen gesunden Mix aus Energieträgern aus. Die verschiedenen Energiequellen sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Aufgabe der Politik sei es, mitzuhelfen und nicht auszubremsen.
Organisiert wurden die Energietage mit Unterstützung einer Rathaus-Mitarbeiterin vom Verein Bürgerenergie Isental, federführend war Melanie Koxholt. Eine Abfrage bei lokalen Unternehmen habe ein großes Interesse ergeben. Die Veranstalter wollten bewusst eine interaktive Messe schaffen, die nicht ausschließlich auf bauliche Themen ausgerichtet ist.
Gemeinsam mit Vereinen wie dem OVV, dem LBV und dem Bund Naturschutz Erding sowie mit Lebensmittelerzeugern wurde ein Familienprogramm zusammengestellt. Dazu gehörte eine Entdeckertour durch das Isental mit Stationen an einer Wassermühle und an Solaranlagen.
Die Aussteller verteilten sich im und um das Rathaus, auf dem Marktplatz, im Klementsaal und in der Münchner Straße. Ergänzt wurde die Messe durch mehr als 20 Vorträge zu Photovoltaik und Elektromobilität. Im Außenbereich wurden E-Autos, E-Bikes und Lademöglichkeiten vorgestellt.
Bei einer Podiumsdiskussion mit Andreas Lenz, Landrat Martin Bayerstorfer, Christian Bürger, Andreas Herschmann und Karsten Borgmann ging es um politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Teilnehmer sahen politischen Handlungsbedarf beim Abbau von Bürokratie, unter anderem beim Netzausbau und bei der Einspeisevergütung.
Eine regionale Energieversorgung durch Wind und Sonne könne Steuern in der Region halten und Arbeitsplätze schaffen. Zugleich wurde die Frage thematisiert, ob der Ausbau der Erzeugung gebremst werden müsse, wenn das Netz noch nicht ausreichend vorhanden ist. Karsten Borgmann sprach sich dafür aus, den Ausbau zu beschleunigen.
Zusammenfassung: In Isen präsentierten 44 Aussteller Energie- und Nachhaltigkeitslösungen. Mehr als 20 Vorträge, Mitmachangebote und eine Podiumsdiskussion machten die Veranstaltung zu einer Regionalmesse.
Stadtwerke Lübeck bündeln Energiedienste in neuer App
Quelle: HL-live
Die Stadtwerke Lübeck haben eine neue Energie-App gestartet. Sie verbindet nach Angaben des Unternehmens Self-Services, Tarifinformationen und perspektivisch auch Steuerungsmöglichkeiten mit dem Kundenportal.
Zum Start können Kundinnen und Kunden ihre Verträge einsehen, Zählerstände erfassen und Verbrauchsdaten abrufen. Außerdem stehen Funktionen rund um Abschläge, Rechnungen und persönliche Daten zur Verfügung.
Auch die Funktionen des dynamischen Stromtarifs sind in die App integriert. Kunden mit diesem Tarif erhalten eine Übersicht über Preise, Verbräuche und Kosten und können diese Informationen für eine optimierte Energienutzung einsetzen.
Die Anwendung soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Geplant ist unter anderem die Integration eines Home Energy Management Systems, kurz HEMS. Damit könnten Energieverbräuche im Haushalt automatisiert und kostenoptimiert gesteuert werden.
Als mögliche Anwendung nennt HL-live das Laden eines Elektroautos bis 8 Uhr morgens auf 80 Prozent zu möglichst günstigen Kosten. Auch Haushaltsgeräte wie eine Waschmaschine könnten gezielt dann gestartet werden, wenn ausreichend selbst erzeugter PV-Strom verfügbar ist.
„Unsere App vereint Self-Services, Tarifinformationen und perspektivisch auch Steuerungsmöglichkeiten und unterstützt so unsere Kunden im Alltag“, sagte Hendrik Himmelmann, Bereichsleiter Energiebeschaffung und Vertrieb der Stadtwerke Lübeck.
Zusammenfassung: Die SWL-Energie-App bündelt Vertrags-, Zähler-, Verbrauchs- und Tarifinformationen. Mit einem geplanten HEMS sollen künftig auch automatisierte Steuerungen von Haushaltsverbrauchern möglich werden.
Wärmepumpe kann laut Modellrechnung langfristig deutlich günstiger sein
Quelle: Utopia.de
Eine Modellrechnung von CO2Online vergleicht die Gesamtkosten verschiedener Heizsysteme über 20 Jahre. Berücksichtigt werden Energiekosten, Investitionskosten, Fördergelder, Instandhaltungskosten und die Wertsteigerung der Immobilie.
Untersucht wurde ein beispielhafter Einfamilienhaushalt mit 130 Quadratmetern Wohnfläche und einem Endenergieverbrauch von 121 kWh/m². Utopia.de betont, dass die Ergebnisse je nach Gebäudetyp anders ausfallen können.
Nach der Auswertung können Haushalte, die energetisch sanieren und von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe wechseln, über 20 Jahre mehrere zehntausend Euro sparen. Gas- und Ölheizungen führen in der Modellrechnung dagegen zu mehreren zehntausend Euro Belastung.
Die reinen Heizkosten über 20 Jahre liegen bei einer Wärmepumpe bei ca. 17.000 Euro. Für eine Gasheizung werden ca. 28.000 Euro und für eine Ölheizung ca. 41.000 Euro genannt. Gegenüber der Gasheizung ergibt sich damit laut Rechnung eine Einsparung von etwa 40 Prozent, gegenüber der Ölheizung von etwa 60 Prozent.
| Heizsystem | Heizkosten über 20 Jahre | Jährliche Heizkosten im Beispielfall |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | ca. 17.000 Euro | rund 870 Euro bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe |
| Gasheizung | ca. 28.000 Euro | rund 1420 Euro |
| Ölheizung | ca. 41.000 Euro | nicht genannt |
Die Heizkosten nach einer Sanierung fallen laut der Modellrechnung grob halb so hoch aus wie nach einem reinen Heizungstausch. Für eine Komplettsanierung inklusive Heizungstausch liegen die gesamten Investitionskosten einschließlich Förderung bei einer Gasheizung und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa gleich hoch.
Werden die Energiekosten einbezogen, liegt die Wärmepumpe nach 20 Jahren rund 11.000 Euro unter der Gasheizung. Die Wertsteigerung der Immobilie ist laut Quelle bei der Wärmepumpe am höchsten. Gesamt-Investitionskosten von rund 140.000 Euro steht dabei eine Wertsteigerung in beinahe gleicher Höhe gegenüber.
Unter Herausrechnung der Instandhaltungskosten kann die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch Wertsteigerung und niedrigere Energiekosten rund 70.000 Euro gegenüber der Gasheizung einsparen. Zwischen dem günstigsten Heizsystem der Rechnung, der Erdwärmepumpe, und dem teuersten, der Ölheizung, liegen rund 90.000 Euro.
Utopia.de weist darauf hin, dass es sich um eine Modellrechnung handelt. Grundlage ist eine Energiepreisprognose des Umweltbundesamtes. Die tatsächliche Entwicklung von Gas- und Strompreisen sowie des CO2-Preises, veränderte Förderbedingungen, lokale Installationskosten und konkrete Gebäude können nicht vorhergesagt beziehungsweise berücksichtigt werden.
Für den Einbau einer Wärmepumpe können derzeit staatliche Zuschüsse von 30 bis 70 Prozent der Investitionskosten bis maximal 30.000 Euro gewährt werden, also maximal 21.000 Euro. Für Sanierungsmaßnahmen gibt es staatliche Förderungen und zinsgünstige Kredite der KfW.
Zusätzlich können energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend gemacht werden. Über drei Jahre sind bis zu 20 Prozent der Kosten, maximal 40.000 Euro, absetzbar. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann die Förderung um weitere 5 Prozentpunkte erhöhen; die Beratung wird mit 50 Prozent beziehungsweise maximal 650 Euro gefördert.
- Energieberatung nutzen
- Individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen
- Angebote verschiedener Fachbetriebe einholen
- Förderungen vor Beginn der Maßnahmen beantragen
- Energetische Sanierungsmaßnahmen ausführen
- Heizlast berechnen lassen
- Wärmepumpe passend zum Energiebedarf planen und einbauen
- Hydraulischen Abgleich durchführen lassen
Zusammenfassung: Die Modellrechnung sieht bei Wärmepumpen in Verbindung mit energetischer Sanierung langfristig erhebliche Kostenvorteile. Die genannten Beträge sind jedoch von Energiepreisen, Förderbedingungen, Gebäudeeigenschaften und Installationskosten abhängig.
Eisen-Luft-Speicher in den Niederlanden soll vier Tage Dunkelflaute überbrücken
Quelle: CHIP
In den Niederlanden ist ein Eisen-Luft-Stromspeicher mit 1 Gigawattstunde Kapazität geplant. Rechnerisch könnte diese Energiemenge rund 35.000 Zwei-Personen-Haushalte etwa vier Tage lang mit Strom versorgen. Der Speicher soll jedoch nicht einzelne Haushalte versorgen, sondern in das Stromnetz einspeisen.
Die Anlage wird zunächst kleiner errichtet. Ore Energy und der Energieanbieter Budget Thuis sprechen zunächst von 400 Megawattstunden, die im Jahr 2028 bereitstehen sollen. Die größere Vereinbarung umfasst insgesamt eine Gigawattstunde.
Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um den bisher größten Abnahmevertrag für Eisen-Luft-Speicher auf dem europäischen Festland. Der Speicher soll überschüssigen Windstrom aufnehmen und wieder abgeben, wenn erneuerbare Energie knapp ist.
Die Eisen-Luft-Batterie arbeitet vereinfacht mit einem kontrollierten Rostprozess. Beim Entladen reagiert Eisen mit Sauerstoff aus der Luft und setzt Energie frei. Beim Laden wird aus Eisenoxid wieder metallisches Eisen.
Ore Energy verwendet nach Angaben von CHIP Eisen, Wasser und Luft. Kritische Rohstoffe wie Lithium und Kobalt werden nicht benötigt. Die Module sollen in klassischen 40-Fuß-Seecontainern aufgebaut werden und je nach Auslegung Strom über 24 bis 100 Stunden speichern können.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Geplante Gesamtkapazität | 1 Gigawattstunde |
| Erste Ausbaustufe | 400 Megawattstunden |
| Geplanter Start der ersten Ausbaustufe | 2028 |
| Rechnerische Versorgung | rund 35.000 Zwei-Personen-Haushalte |
| Speicherdauer je nach Auslegung | 24 bis 100 Stunden |
In Deutschland wird ebenfalls an Eisen-Luft-Speichern geforscht. Fraunhofer UMSICHT beschreibt sie als stationäre Speicher, die schwankenden Strom aus Wind- und Solaranlagen ausgleichen sollen. Zu den Forschungszielen zählen eine höhere Energiedichte, ein besserer Wirkungsgrad und stabilere Elektroden.
Die Technik ist vor allem für mehrtägige Phasen mit wenig Wind und Sonne gedacht. Während klassische Batteriespeicher Strom häufig über einige Stunden verschieben, sollen Eisen-Luft-Speicher längere Speicherzeiten ermöglichen. In einem windreichen Stromsystem könnten sie dazu beitragen, Preisspitzen abzufedern und den Einsatz fossiler Reservekraftwerke zu verringern.
Ore Energy verweist auf ein netzgekoppeltes Pilotprojekt mit EDF in Frankreich. Dort habe eine Testanlage zwischen August und November 2025 Energie bis zu vier Tage speichern und wieder abgeben können.
Der großmaßstäbliche Betrieb muss laut CHIP noch zeigen, wie zuverlässig und kostengünstig Eisen-Luft-Batterien arbeiten. Offen ist insbesondere, wie die Technik mit echten Lastspitzen, Alterung und Kosten im Netzbetrieb zurechtkommt.
Zusammenfassung: Ein niederländisches Eisen-Luft-Projekt soll zunächst 400 Megawattstunden und später 1 Gigawattstunde Speicherkapazität bereitstellen. Die Technologie zielt auf mehrtägige Speicherzeiten und benötigt weder Lithium noch Kobalt.
Quellen:
- "Haben Sie noch genug Energie für den Job, Herr Tuchel?"
- Wärme und Lithium aus einem Bohrloch: Forscher prüfen das Doppelpotenzial
- 44 Aussteller bei Energietagen in Isen: Der Ort wird zur Regionalmesse
- Stadtwerke Lübeck starten neue Energie-App
- Wärmepumpe: Wie du langfristig bis zu 90.000 Euro sparen kannst
- Neuer Stromspeicher in den Niederlanden bringt 35.000 Haushalte durch 4 Tage Dunkelflaute













