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Pressespiegel Energie: Batteriespeicher, Fusion und neue Stromsysteme prägen die Debatte
Familien treiben Energiewende-Technologien im Eigenheim voran
Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Statista im Auftrag des Energieunternehmens Eon zeigt laut Berliner Morgenpost, dass Familien mit Kindern häufiger über Energiewende-Technologien verfügen als Hausbesitzer ohne Kinder. 40 Prozent der befragten Familien besitzen demnach eine Solaranlage, 34 Prozent eine Wärmepumpe und 30 Prozent ein Elektroauto.
Bei Wärmepumpen und Elektroautos seien diese Technologien in Familienhaushalten etwa doppelt so verbreitet wie bei Hausbesitzern ohne Kinder. Bei Photovoltaikanlagen betrage der Vorsprung fünf Prozentpunkte. Gegenüber der Vorjahresbefragung stieg der Anteil der Familien mit Wärmepumpe binnen eines Jahres um elf Prozentpunkte, während der Anteil der Haushalte mit Elektroauto um acht Prozentpunkte und bei Solaranlagen um drei Prozentpunkte zulegte.
Auch bei den geplanten Investitionen liegen Familien vorn. 46 Prozent der Familien ohne Photovoltaikanlage planen nach eigenen Angaben, erstmals eine Solaranlage anzuschaffen. 25 Prozent möchten ein Elektroauto kaufen und 20 Prozent planen den Einbau einer Wärmepumpe.
Darüber hinaus zeigt sich Interesse an neuen Stromtarifen. 24 Prozent der Familien können sich einen Wechsel zu einem dynamischen Stromtarif vorstellen. 36 Prozent würden nach eigenen Angaben auf einen Festpreistarif mit intelligentem Energiemanagement wechseln.
Für die Umfrage befragte Statista im Auftrag von Eon bundesweit 2000 Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer.
„Familien zeigen besonders deutlich, wie die Energiewende im Eigenheim ankommt“, sagte Martin Endress laut Berliner Morgenpost.
Infobox – Berliner Morgenpost: Familien verfügen häufiger über Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektroautos und zeigen auch bei geplanten Investitionen sowie neuen Stromtarifen eine höhere Bereitschaft.
Größter Batteriespeicher Deutschlands vor erster Teilinbetriebnahme
In Förderstedt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt ist der erste Abschnitt einer Batteriespeicheranlage fertiggestellt. Wie heise online berichtet, soll die von Eco Stor verantwortete Anlage im Endausbau eine Leistung von 300 MW und eine Kapazität von 716 MWh erreichen.
Seit dem Baubeginn im November 2025 wurden knapp 200 Batteriecontainer aufgestellt. Nach Angaben von heise online stehen 192 Batteriecontainer bereits auf dem Gelände. Sie sind mit 1536 Batterieschränken und 638.976 Batteriezellen ausgestattet.
Ein Abschnitt mit 100 MW Leistung soll in den kommenden Wochen an die Anlagensteuerung angeschlossen werden. Danach folgen Tests und der Netzanschluss, der für das vierte Quartal 2026 geplant ist. Dieser erste Anlagenabschnitt soll insgesamt 100 MW leisten.
Der Speicher soll Strom aus überschüssiger Produktion erneuerbarer Energien aufnehmen, wenn Windkraft- und Solaranlagen mehr Energie erzeugen, als gerade benötigt wird. Die gespeicherte Energie soll zu Zeiten wieder in das Netz eingespeist werden, in denen beispielsweise wegen Windflauten und Sonnenmangels nicht genug Energie zur Verfügung steht.
Der Ausbau auf die maximale Leistung von 300 MW soll 2027, vermutlich im zweiten Quartal, abgeschlossen sein. Bis dahin ist die Anlage in Bollingstedt in Schleswig-Holstein mit 103,5 MW und einer Speicherkapazität von 238 MWh laut heise online der Spitzenreiter.
| Anlage | Leistung | Speicherkapazität |
|---|---|---|
| Förderstedt, Endausbau | 300 MW | 716 MWh |
| Förderstedt, erster Abschnitt | 100 MW | |
| Bollingstedt | 103,5 MW | 238 MWh |
| Philippsburg, geplant | 400 MW | 800 MWh |
| Waltrop, geplant | 900 MW | 1800 MWh |
Der Spitzenplatz in Deutschland könnte allerdings nur vorübergehend sein. EnBW beabsichtigt laut heise online, in Philippsburg in Baden-Württemberg eine Anlage mit 400 MW und 800 MWh zu errichten. In Waltrop in Nordrhein-Westfalen ist für 2028 eine Anlage mit 900 MW und 1800 MWh geplant.
Infobox – heise online: Der Batteriespeicher in Förderstedt soll im Endausbau 300 MW leisten und 716 MWh speichern. Der erste Abschnitt mit 100 MW soll im vierten Quartal 2026 ans Netz gehen.
Laserfusion: Biblis soll Zentrum für Energie-Forschung werden
Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Biblis soll ein Zentrum für Laserfusionsforschung entstehen. Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass das Bundesforschungsministerium Biblis zum nationalen Schlüsselstandort für die Laserfusion machen will.
Nach Angaben des Entwickler-Unternehmens Focused Energy soll dort bis Mitte der 2030er-Jahre das weltweit erste kommerzielle Laserfusionskraftwerk errichtet werden. Bei der Laserfusion wird ein Target mit den Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium mit hochenergetischen Lasern beschossen.
Dabei verschmelzen leichte Atomkerne zu schweren, wobei eine große Menge Energie frei wird. Sobald keine Laserstrahlen mehr geschickt werden, kommt die Kernfusion in Sekundenbruchteilen zum Erliegen.
Das Bundesforschungsministerium hat einem Konsortium aus Marvel Fusion aus München und Focused Energy aus Darmstadt den Zuschlag erteilt. Regionale Partner sind die TU Darmstadt und die GSI. Das Land Hessen unterstützte die Bewerbung mit einem Letter of Intent gegenüber der Bundesregierung.
Die Bundesregierung hat laut Frankfurter Rundschau mehr als zwei Milliarden Euro für die Fusionsforschung im Haushalt eingeplant. Die drei nationalen Hubs für Magnetfusion, Laserfusion sowie Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung werden in einer ersten Tranche mit 125 Millionen Euro gefördert.
Hessen hat in den vergangenen fünf Jahren knapp 90 Millionen Euro in die Fusionsforschung investiert. Focused Energy plant in den kommenden zwei Jahren private Investitionen von 200 Millionen Euro und will bis 2030 rund 500 Millionen Euro investieren. Das Unternehmen warb erst vor wenigen Wochen 240 Millionen US-Dollar zur Weiterentwicklung seiner Technologie ein.
Umweltschutzorganisationen kritisieren die Technologie. Greenpeace bezeichnete die Investitionen in die Kernfusion als schlechter eingesetzt als beim Ausbau erneuerbarer Energien. Der NABU bewertete die Laserfusion als „eine verfehlte und unnötige Zukunftsinvestition, die zu spät kommt, extrem teuer ist und die aktuellen Klimaziele nicht mehr rechtzeitig unterstützen kann“.
Der BUND, Landesverband Hessen, sieht die Technologie nicht als Lösung für die Stromerzeugung der Zukunft. Nach Angaben der Frankfurter Rundschau seien für die Verschmelzung der Atomkerne bis zu 100 Millionen Grad im Reaktor nötig. Bisher sei es zudem nicht gelungen, aus dem Kernfusionsprozess nutzbare Energie zu gewinnen, da für die Erhitzung mehr Energie aufgewendet werden musste, als durch die Fusionsreaktion entstanden sei.
„Wer die Kraft der Sonne für unser Energieproblem nutzen will, der nimmt nicht Kernfusion, sondern macht mit Photovoltaik Strom aus Sonnenlicht“, schreibt Greenpeace laut Frankfurter Rundschau.
Infobox – Frankfurter Rundschau: In Biblis soll ein nationales Zentrum für Laserfusion entstehen. Geplant ist bis Mitte der 2030er-Jahre das weltweit erste kommerzielle Laserfusionskraftwerk; Umweltverbände kritisieren Kosten, Zeitrahmen und offene technische Fragen.
RWE bündelt Flächen und Energieversorgung für Rechenzentren
RWE will mit dem Konzept „energised Land“ geeignete Industriestandorte, Infrastruktur und integrierte Energielösungen für Rechenzentren zusammenführen. Das Unternehmen beschreibt die steigende Nachfrage nach skalierbarer, sicherer und nachhaltiger Rechenzentrumsinfrastruktur als Folge der Digitalisierung und der Entwicklung künstlicher Intelligenz.
Nach Angaben von RWE unterstützt das Angebot Entwickler bei der Standortentwicklung, der Wasserversorgung, bei Kühlkonzepten und beim Energiemanagement. Dazu zählen auch 24/7-Ökostrom und die Nutzung von Abwärme.
Für die Stromversorgung setzt RWE auf maßgeschneiderte Stromabnahmeverträge. Diese sollen eine garantierte langfristige Versorgung mit erneuerbarer Energie, Preisstabilität und Risikominderung sowie Unterstützung bei Netto-Null-Zielen und ESG-Anforderungen bieten.
Zusätzlich entwickelt RWE standortspezifische Energieanlagen hinter dem Netzanschlusspunkt. Genannt werden Gas-/H2-Spitzenlastkraftwerke, Batteriespeichersysteme, hybride Notstromkonzepte und „Bridge-to-Grid“-Lösungen für eine frühere Inbetriebnahme.
RWE zufolge können diese Lösungen die Abhängigkeit von Dieselgeneratoren verringern, die Effizienz steigern und zusätzliche Erträge durch die Teilnahme an den Energiemärkten ermöglichen. Das Unternehmen besitzt und betreibt nach eigenen Angaben sichere, netzgekoppelte Stromerzeugungsanlagen vor Ort.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Eigene Standorte in Kernmärkten | 30 |
| Standorte in Entwicklung | Rund 10 |
| Beantragte oder gesicherte Netzkapazität | 3 GW |
RWE entwickelt Rechenzentren auf eigenen Industriestandorten und übernimmt zentrale Aufgaben wie die Sicherung planungsrechtlicher Voraussetzungen, den Netzanschluss und die Versorgung mit erneuerbarer Energie. Das Unternehmen nennt als Vorteile eine schnellere Inbetriebnahme, ein geringeres Entwicklungsrisiko, die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden sowie langfristige Kostenstabilität und die Unterstützung von Nachhaltigkeitszielen.
Infobox – RWE: Das Portfolio umfasst rund 10 Standorte in Entwicklung und 3 GW beantragte oder gesicherte Netzkapazität. Zum Angebot gehören vorentwickelte Standorte, Ökostrom über PPAs sowie Eigenerzeugung, Notstromversorgung und Energiemanagement vor Ort.
Debatte über Energiepolitik und Kurs von Katherina Reiche
Der frühere CDU-Abgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Friedbert Pflüger verteidigt in einem Beitrag für Tagesspiegel Background Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche gegen aus seiner Sicht überzogene Kritik. Er verweist darauf, dass sie nicht nur Ankündigungen mache, sondern Entscheidungen umsetze.
Als Beleg nennt Pflüger die Beschlüsse des Bundeskabinetts zum Netzpaket, zur EEG-Novelle, zum Kohlenstoffspeicherungsgesetz, zum Gebäude-Modernisierungs-Gesetz und zum Kraftwerksgesetz. Zusammen seien dies fünf große und hart umkämpfte Gesetze.
Darüber hinaus habe Reiche in Brüssel den Industriestrompreis und im Zusammenhang mit dem Strom-VKG Regelungen für einen Kapazitätsmarkt durchsetzen können. Pflüger betont zugleich, dass die Maßnahmen nicht unumstritten seien und Lobbyverbände Kritik übten.
Er hebt Reiches praktische Erfahrung in der Energiewirtschaft hervor. Sie war Umweltstaatssekretärin, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Kommunaler Unternehmen, Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates und CEO der Eon-Tochter Westenergie.
Die Kritik an ihrer früheren Tätigkeit für Eon hält Pflüger für nicht grundsätzlich überzeugend. Beruflich erworbenes Wissen müsse in die politische Arbeit einfließen können. Zugleich verweist er darauf, dass Reiche auch Positionen vertrete, die ihr ehemaliger Mutterkonzern ablehne.
In der energiepolitischen Ausrichtung sieht Pflüger keinen Roll-back. Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit hätten angesichts der Deindustrialisierung und neuer Prioritäten wie Landesverteidigung und Verkehrsinfrastruktur an Bedeutung gewonnen.
„Das bremst die Energiewende nicht, sondern es rettet sie“, schreibt Friedbert Pflüger in Tagesspiegel Background.
Gleichzeitig warnt Pflüger vor einem Verlust des Grundkonsenses in der Energie- und Klimapolitik. Er fordert einen diffamierungsfreien Dialog, einen ambitionierten Pragmatismus sowie Vertrauen in unternehmerisches Können und Technik.
Infobox – Tagesspiegel Background: Friedbert Pflüger bewertet die energiepolitischen Kabinettsbeschlüsse als Zeichen von Handlungsfähigkeit. Er plädiert für eine Verbindung von Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit.
RWE positioniert sich für den wachsenden Strombedarf digitaler Infrastruktur
Die RWE-Initiative „energised Land“ zeigt, wie eng der Ausbau von Rechenzentren und die Energieinfrastruktur miteinander verbunden werden. Im Mittelpunkt stehen Flächen, Netzzugang, erneuerbare Stromversorgung, Energiespeicher und Notstromsysteme.
Damit reiht sich das Angebot in eine breitere energiepolitische Entwicklung ein, in der Speicher, flexible Erzeugung und eine stärkere Koordinierung von Erneuerbaren- und Netzausbau an Bedeutung gewinnen. Die Beiträge der Berliner Morgenpost, von heise online, der Frankfurter Rundschau, RWE und Tagesspiegel Background beleuchten dabei unterschiedliche Bausteine der aktuellen Energiedebatte.
Quellen:
- Enpal: Berliner Energie-Start-up schließt Standort in Hamburg
- Umfrage zeigt: Diese Haushalte treiben die Energiewende besonders stark voran
- Größter Batteriespeicher in Deutschland steht vor Teilinbetriebnahme
- Fusion statt Spaltung: Warum ausgerechnet das alte AKW Biblis zur Energie-Hoffnung Deutschlands wird
- "energised Land" – Energie für Rechenzentren
- Energiepolitik : Katherina Reiche. Von Grünen kritisiert, vom Kanzler „verwarnt“ – Eine Verteidigung













