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EU füllt Gasspeicher nur langsam und plant Stopp russischen Flüssiggases
Die Europäische Union befüllt ihre Gasspeicher laut WELT derzeit so langsam wie seit Jahren nicht. Gleichzeitig soll mitten im anstehenden Winter der Bezug russischen Flüssiggases gestoppt werden.
Damit wächst das Risiko, dass die Versorgungssicherheit stärker von den Entwicklungen auf dem Gasmarkt und den politischen Entscheidungen der EU abhängt. Der Artikel bezeichnet das Vorgehen als einen riskanten Gas-Poker, weil die Speicher nur langsam gefüllt werden, während zugleich eine wichtige Bezugsquelle wegfallen soll.
Infobox – WELT: Die EU befüllt ihre Gasspeicher kaum noch und will den Bezug russischen Flüssiggases mitten im anstehenden Winter stoppen.
Hitze und Dürre setzen das Energiesystem unter Druck
Hitze, Dürre und Niedrigwasser belasten nach Darstellung der FAZ verschiedene Formen der Energieerzeugung. Betroffen sind Atom-, Wind- und Wasserkraft, während Solarstrom in den heißen Wochen zwar in Fülle vorhanden ist, jedoch nur tagsüber zur Verfügung steht.
In Deutschland kam es in den vergangenen Wochen zu einigen lokalen Stromausfällen. Ursache war laut FAZ allerdings nicht die Energiewende, sondern eine marode Infrastruktur: In der Sommerhitze brannten Trafostationen, wodurch in einigen Orten die Stromversorgung ausfiel. Meistens konnten die Störungen nach einigen Stunden behoben werden.
Härter trifft die extreme Wetterlage andere Staaten. Frankreich und Ungarn kühlen Atomkraftwerke mit Flusswasser; angesichts der Rekordtemperaturen und neuer Tiefstände an den Flüssen mussten Reaktoren heruntergefahren werden. Dadurch zeigt sich laut FAZ, dass auch Kernenergie nicht jederzeit verfügbar ist.
Auch erneuerbare Energien liefern derzeit nicht durchgehend zuverlässig Strom. Windkraftanlagen standen bei heißer, stehender Luft wiederholt still, die Wasserkraft schwächelte wegen fehlenden Wassers, und Biomasse für grünes Gas wächst auf ausgetrockneten Böden weniger nach. Solarstrom steht dagegen in großer Menge zur Verfügung, ist aber seinem Wesen nach auf die Tageszeit beschränkt. Gerade am frühen Abend wird während Hitzewellen viel Strom für die Kühlung von Gebäuden benötigt.
Die FAZ beschreibt auch die fossilen Energieträger als nicht vollständig verlässlich. Gas sei teuer und knapp auf dem Weltmarkt; zudem könnten die Auswirkungen des Irankriegs auf die Versorgung kaum kalkuliert werden. Kohle sei zwar einfacher zu bekommen, solle in Deutschland aber bald der Vergangenheit angehören und werde außerdem zu manchen Kraftwerken per Binnenschiff transportiert – normalerweise bei ausreichendem Wasserstand der Flüsse.
Als Konsequenz fordert der Artikel einen stärkeren Fokus auf Energieträger, die Deutschland zumindest einigermaßen sicher nutzen kann. Genannt werden Großbatterien, grüner Wasserstoff als Zwischenspeicher für erneuerbare Energie, weitere Energieträger sowie schnellere Fortschritte beim Ausbau des Stromnetzes.
Die FAZ kritisiert zugleich geplante üppige Subventionen für neue Gaskraftwerke. Diese müssten zwar dringend gebaut werden, doch ebenso notwendig seien Speicher, andere Energieträger und ein schnellerer Netzausbau. Eine Rückkehr zur alten Normalität hält der Artikel angesichts der fortschreitenden Klimakrise nicht für realistisch.
„Für ideologische Spielchen, bei denen einzelne Energieträger bevorzugt werden, ist es zu spät.“
Mit Blick auf die kommenden Jahre warnt die FAZ vor zusätzlichem Stress für das Stromsystem. Dass 2027 kühler werde als 2026, sei ziemlich unwahrscheinlich; die Pegel würden weiter sinken, und noch mehr Hitze werde das Stromsystem sowie die Stromkunden zusätzlich belasten.
Infobox – FAZ: Hitze, Dürre und Niedrigwasser beeinträchtigen Atom-, Wind- und Wasserkraft. Die FAZ sieht deshalb Bedarf an Großbatterien, grünem Wasserstoff, weiteren Energieträgern und einem schnelleren Netzausbau.
BMW beteiligt sich an Solar-E-Auto mit mehr als 1700 Solarzellen
Studierende der Clemson University haben gemeinsam mit BMW den Elektroauto-Prototyp Deep Orange 17 entwickelt. Das Fahrzeug soll mehr Energie erzeugen, als es verbraucht, und wurde laut Merkur im Herbst 2024 gestartet.
BMW hat die Entwicklung angestoßen, begleitet das Projekt mit seinem Forschungs- und Entwicklungsteam und ist Hauptsponsor. Der Deep Orange 17 ist kein neues BMW-Serienmodell, sondern ein fahrbereiter Prototyp.
In die Außenhaut des Fahrzeugs sind mehr als 1700 Solarzellen integriert. Sie befinden sich nicht nur auf dem Dach, sondern auf verschiedenen Karosserieflächen und sollen sowohl während der Fahrt als auch beim Parken Sonnenlicht sammeln. Die Solarmodule sind Bestandteil des Fahrzeugkonzepts und wurden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelt.
Die verwendete Technik soll auch bei teilweiser Verschattung weiterhin Strom erzeugen. Eine robuste Außenfolie schützt die Solarmodule.
Für einen täglichen Arbeitsweg von rund 20 Kilometern simulierte das Team die Bedingungen in Greenville, Frankfurt, Madrid und Mumbai. Im Durchschnitt soll der Prototyp dabei 50 Kilometer zusätzliche Reichweite durch Sonnenenergie gewinnen können. Merkur betont, dass sich das Fahrzeug dadurch nicht vollständig unabhängig vom Stromnetz bewegt.
Der Deep Orange 17 wiegt lediglich 550 Kilogramm – ungefähr ein Viertel dessen, was viele ähnlich große Serienfahrzeuge wiegen. Neben der Solarenergie sollen Leichtbau, Aerodynamik, Rekuperation und eine optimierte Kraftverteilung den Energieverbrauch niedrig halten. Laut den Entwicklern wurde die Form von den aerodynamischen Eigenschaften des Kofferfischs inspiriert.
Merkur verweist darauf, dass die Idee eines Elektroautos mit integrierten Solarzellen nicht neu ist. Sono Motors aus München gab das Projekt Sion 2023 auf; das Fahrzeug kam nie in Serie. Später stellte das Unternehmen den Betrieb ein und meldete Insolvenz an.
Der Clemson-Prototyp ist daher derzeit kein Solarauto für den Massenmarkt, sondern vor allem ein Experiment. Öffentlich gezeigt werden soll der Stromer auf der Consumer Electronics Show 2027 in Las Vegas.
Infobox – Merkur: Der Deep Orange 17 wiegt 550 Kilogramm, verfügt über mehr als 1700 Solarzellen und soll im Durchschnitt 50 Kilometer zusätzliche Reichweite durch Sonnenenergie gewinnen.
Solarprojekt in Kuhstorf erhält rechtliche Grundlage
In Kuhstorf ist der Weg für ein großes Photovoltaik-Projekt frei. Wie der Nordkurier berichtet, hatte die Gemeindevertretung bereits im April 2026 den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 2 „Sonstiges Sondergebiet Photovoltaik – zwischen dem Redefiner Weg und der L04“ beschlossen.
Der Bebauungsplan bildet die rechtliche Grundlage für Photovoltaik-Anlagen auf einer Fläche im Süden des Gemeindegebietes. Das Gebiet liegt im Bereich Sandgraben, Landesstraße L04, Gemeindegrenze zu Bresegard bei Picher und Redefiner Weg.
Die Fläche umfasst etwa 134 Hektar südlich von Kuhstorf und reicht ungefähr bis zur Höhe des Bresegarder Ortsteils Langer Jammer. Mit der öffentlichen Bekanntmachung der Genehmigung ist der Bebauungsplan rechtswirksam. Die Gemeinde kann damit die nächsten Schritte zum Bau des PV-Gebietes einleiten.
Geplant sind neben den Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung auch die notwendigen Nebenanlagen. Dazu gehören Trafo- und Übergabestationen, Wechselrichter, Kabel und Kabelkanäle, Zaunanlagen sowie Einrichtungen und Anlagen zur Sicherheitsüberwachung. Außerdem sind Stellplätze, Zufahrten und Wartungsflächen vorgesehen.
Das Gelände soll mit Hecken eingefasst werden. Die Fläche soll zudem mit Wiesensaat zu einer Naturwiese gestaltet werden. Für Saatgut und Pflege hat die Gemeinde genaue Vorgaben festgelegt.
Die Pflanzliste für die Hecken umfasst laut Nordkurier Weinrose, Hundsrose, gemeinen Hartriegel, Weißdorn, Holzapfel, Purgier-Kreuzdorn und Schlehe. Zusätzlich zum PV-Gebiet gehört eine externe Kompensationsfläche am Rand der Strohkirchener Tannen zum Vorhaben.
Die Unterlagen können während der Sprechzeiten im Amt Hagenow-Land, Bahnhofstraße 25, in Hagenow eingesehen werden. Die Öffnungszeiten sind Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8.30 bis 12 Uhr. Zusätzlich können Termine vereinbart werden.
Infobox – Nordkurier: Das genehmigte PV-Gebiet in Kuhstorf umfasst etwa 134 Hektar. Neben den Solaranlagen sind technische Nebenanlagen, Hecken und eine Naturwiese vorgesehen.
Quellen:
- Energie: Speicher werden kaum noch befüllt – der riskante Gas-Poker der EU
- Klimakrise: Energie unter Hitzestress
- Dreierpack und Stromausfall: Nürnbergs Überflieger zerlegt Dynamo, Cottbus trotzt Technik-Pannen
- Highlights Kompakt: Lotka- und Cigerci-Show bei Energie-Rückkehr Liga zwei
- 550 Kilogramm, 1700 Solarzellen: BMW zeigt Solar-E-Auto, das mehr Energie erzeugen soll als es verbraucht
- Großes Solarprojekt startet: Genehmigung öffnet Weg zu grüner Energie






















