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Windparks, Smart Home und Wasserstoff: Der Energie-Pressespiegel
Windparks könnten Niederschläge an Küsten beeinflussen
Die WELT berichtet über eine neue Studie zu möglichen Auswirkungen von Windparks auf das Wetter. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob insbesondere Offshore-Windparks den Küsten den Regen entziehen und dadurch Veränderungen bei Niederschlag, Dürre und Wärme auslösen können.
Energiewende-Gegner machen Windkraftanlagen bereits seit Längerem für Wetterverschlechterungen verantwortlich. Laut WELT fehlten für solche Vorwürfe bislang jedoch belastbare Daten; die neue Studie könnte nun neue Argumente für die Debatte liefern.
Die Diskussion berührt damit nicht nur wissenschaftliche Fragen, sondern auch die Planung und Bewertung von Offshore-Windparks. Die WELT stellt den möglichen Zusammenhang zwischen Windkraft, regionalen Wettereffekten und den Folgen für Küstenregionen in den Mittelpunkt.
„Wenn Windparks den Küsten den Regen entziehen“
Zusammenfassung: Eine neue Studie untersucht, ob Windparks Regen verändern können. Die WELT sieht darin neue Daten für eine bislang von Vermutungen geprägte Diskussion.
Präsenzsensoren sollen in Home Assistant Energie sparen
Heise online beschreibt, wie Präsenzsensoren in der Smart-Home-Zentrale Home Assistant für mehr Komfort und einen geringeren Energieverbrauch eingesetzt werden können. Anders als gewöhnliche Bewegungsmelder erkennen die Sensoren auch Personen, die sich kaum bewegen oder stillsitzen.
Die Geräte arbeiten laut dem Bericht mithilfe elektromagnetischer Wellen und sind in kompakter Form bereits für etwa 15 Euro bei AliExpress erhältlich. Nutzer können damit feststellen, ob Räume bewohnt sind, und Beleuchtung sowie weitere Geräte automatisch steuern.
Der Artikel erläutert die Einbindung eines Geräts für den Funkstandard Zigbee in Home Assistant. Mit der Open-Source-Software Zigbee2MQTT lassen sich dabei mehr Einstelloptionen nutzen als mit der Standard-Zigbee-Integration.
Heise online stellt drei konkrete Anwendungsszenarien vor: eine anwesenheitsgesteuerte Raumbeleuchtung zum Stromsparen, eine Bewegungserinnerung für lange Schreibtischtage und eine Lichtampel für die Toilette. Die dafür beschriebenen Automationen sollen sich mit einem günstigen Präsenzsensor nachbauen lassen.
- Automatische Lichtsteuerung abhängig von der Anwesenheit
- Erinnerung an Bewegung während langer Schreibtischtage
- Lichtampel für eine Gästetoilette
Zusammenfassung: Präsenzsensoren schließen eine Lücke herkömmlicher Bewegungsmelder, weil sie auch stillsitzende Personen erkennen. Heise online zeigt, wie Zigbee2MQTT und Home Assistant daraus praktische Energiespar- und Komfortfunktionen machen.
Hohe Energiepreise laut SZ.de vor allem durch fossile Weltmärkte
SZ.de setzt sich mit dem Vorwurf der AfD auseinander, Klimaschutz mache Energie teuer. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die großen Preisschocks bei Öl, Gas und Strom andere Ursachen hätten und nicht hauptsächlich auf die Klimapolitik zurückzuführen seien.
Der deutsche CO₂-Preis verteuert fossile Energie zwar: Auf Diesel und Heizöl entfallen laut SZ.de inklusive Mehrwertsteuer gut 20 Cent je Liter, Benzin wird um 18 Cent je Liter teurer und Erdgas um etwas mehr als einen Cent je Kilowattstunde. Gleichzeitig fließen die Einnahmen zurück in Entlastungen und Fördermaßnahmen.
Für 2026 nennt SZ.de Einnahmen von rund 16,7 Milliarden Euro. Davon entfallen 6,5 Milliarden Euro auf die Senkung der Netzentgelte und vier Milliarden Euro auf die Entlastung stromintensiver Unternehmen; weitere Milliarden gehen in die Förderung von Elektromobilität und klimafreundlichen Heizungen.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| CO₂-Preis auf Diesel und Heizöl | gut 20 Cent je Liter |
| CO₂-Preis auf Benzin | 18 Cent je Liter |
| CO₂-Preis auf Erdgas | etwas mehr als einen Cent die Kilowattstunde |
| CO₂-Preis-Einnahmen 2026 | rund 16,7 Milliarden Euro |
| Senkung der Netzentgelte | 6,5 Milliarden Euro |
| Entlastung stromintensiver Unternehmen | vier Milliarden Euro |
Beim Vergleich der Energiepreise mit 2021 verweist der Bericht auf deutlich stärkere Anstiege. Heizöl sei heute doppelt so teuer wie 2021; Diesel kostete 2021 noch 1,38 Euro je Liter und im vorigen Juli 2,09 Euro. Der Anstieg habe damit 70 Cent und nicht 20 Cent betragen.
Besonders betroffen ist die Industrie, deren Energieverbrauch zu drei Vierteln auf Branchen wie Chemie, Metallerzeugung, Papier, Glas und Raffinerien entfällt. Erdgas, der wichtigste Energieträger für die Industrie, sei im Vergleich zu 2021 um 56 Prozent teurer geworden.
Als Ursachen nennt SZ.de zunächst den Stopp russischer Gaslieferungen 2022 und anschließend den Konflikt im Persischen Golf. In den betroffenen Branchen sei die Produktion teilweise stark zurückgegangen.
„Die großen Energiepreisschocks entstehen dort, wo wir von fossilen Weltmärkten abhängig sind“, sagt Claudia Kemfert laut SZ.de.
Kemfert unterscheidet zwischen kalkulierbaren klim wirtschaftlichen Preisänderungen im Cent-Bereich und geopolitischen Öl- und Gaskrisen, die Sprit innerhalb weniger Tage um mehrere zehn Cent verteuern können. Sie sagt, wer die derzeit hohen Energiepreise dem Klimaschutz zuschreibe, „verwechselt Ursache und Therapie“.
Der Ausbau erneuerbarer Energien kann laut SZ.de zugleich preisdämpfend wirken. Am Strommarkt bestimmt die „merit order“ das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird; häufig handelt es sich dabei um Gaskraftwerke. Wenn erneuerbare Energien einen Großteil des Bedarfs oder zeitweise den gesamten Bedarf decken, kann der Strompreis fallen.
Nach neuen Daten des sozialökologischen Panels des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung RWI halten mehr als 88 Prozent der Bevölkerung die Energiewende und den damit verbundenen Ausbau der Stromnetze für richtig. Gleichzeitig sinke die Bereitschaft, für den Klimaschutz Einbußen in Kauf zu nehmen.
„Ein konkreter Hebel wäre, die Stromsteuer für private Haushalte endlich auf das EU-weite Minimum zu senken“, sagt RWI-Energieexperte Manuel Frondel laut SZ.de.
Zusammenfassung: SZ.de führt die größten Energiepreissprünge auf fossile Weltmärkte und geopolitische Krisen zurück. Der Bericht betont zugleich, dass erneuerbare Energien über die Preisbildung am Strommarkt preisdämpfend wirken können.
Sachsen will bis 2030 Wasserstoffwirtschaft aufbauen
STERN.de berichtet, dass Sachsen beim Wasserstoffausbau in Ostdeutschland eine Schlüsselrolle anstrebt. Bis 2030 wolle der Freistaat eine Wasserstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufbauen – von der Herstellung über den Transport bis zur Nutzung.
Das erklärte Sebastian Scheel, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, am Rande des Ostdeutschen Wasserstoffkongresses in Dresden. Sachsen wolle dafür verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, Infrastruktur ermöglichen und Innovationen sowie Investitionen unterstützen.
Scheel warb außerdem für eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern. Nach Jahren der Strategien, Förderprogramme und Planungen komme es nun auf den Schritt von der Strategie in die Umsetzung und vom Zukunftsthema zu einem funktionierenden Markt an.
Nach Angaben des Ministeriums gibt es in Sachsen bereits mehrere erfolgreiche Wasserstoffprojekte. Das Dresdner Unternehmen Sunfire habe mit der Vorstellung eines neuen 50-Megawatt-Elektrolysesystems gezeigt, dass Wasserstofftechnologien in Sachsen für den internationalen Markt entwickelt und industrialisiert werden.
Mit dem Hydrogen Innovation Center in Chemnitz erhalten Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, Wasserstofftechnologien unter realen Bedingungen zu entwickeln und zu erproben. Außerdem wird in Chemnitz die Anbindung an das künftige bundesweite Wasserstoffnetz vorbereitet.
| Vorhaben | Angabe |
|---|---|
| Aufbau der Wasserstoffwirtschaft | bis 2030 |
| Elektrolysesystem von Sunfire | 50-Megawatt |
| Wasserstoffkongress | Dresden |
| Hydrogen Innovation Center | Chemnitz |
Zusammenfassung: Sachsen will bis 2030 die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abdecken. STERN.de nennt Sunfire, das Hydrogen Innovation Center in Chemnitz und die geplante Anbindung an das bundesweite Wasserstoffnetz als zentrale Bausteine.
Internationaler Energie-Schock belastet Weltwirtschaft weniger als erwartet
Tagesschau.de berichtet unter dem Titel „IWF: Weltwirtschaft verkraftet Energie-Schock besser als erwartet“ über eine Einschätzung des Internationalen Währungsfonds. Die Meldung liegt in der Quelle als Audio-Beitrag vor und ordnet die Belastbarkeit der Weltwirtschaft angesichts eines Energie-Schocks ein.
Weitere Zahlen, Daten oder detaillierte Begründungen enthält der bereitgestellte Inhalt von tagesschau.de nicht. Im Mittelpunkt steht die Aussage, dass die Weltwirtschaft den Energie-Schock besser als erwartet verkraftet.
Zusammenfassung: Der IWF bewertet die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber dem Energie-Schock positiver als zunächst erwartet. Detaillierte Angaben sind in dem vorliegenden Quellenauszug nicht enthalten.
A-Nord bringt Nordsee-Windstrom unterirdisch an den Niederrhein
Die NRZ berichtet über die Bauarbeiten an der Erdkabeltrasse „A-Nord“ auf einem Feld nahe Willich an der Autobahn 44. Von den bis zu 280 Meter hohen Windrädern mit mehr als 100 Meter langen Rotorblättern ist dort nichts zu sehen, weil der Strom aus der Nordsee über unterirdische Kabel weitergeleitet werden soll.
Die Windräder stehen rund 100 Kilometer von der Küste entfernt in der Nordsee. Über eine rund 300 Kilometer lange Verbindung von Emden nach Meerbusch-Osterath gelangt Gleichstrom an den Niederrhein.
Gleichstrom wird laut NRZ gewählt, weil er in großer Menge transportiert werden kann und die Elektronen konstant in eine Richtung fließen. Am Endpunkt in Meerbusch-Osterath wandelt ein Konverter den Gleichstrom in Wechselstrom um, der sich besser verteilen lässt und anschließend Firmen sowie Haushalte erreicht.
Amprion-Regionalleiter Simon Jungbluth sagte, das Projekt liege im Zeitplan. Das Erdkabel soll ab Ende 2027 Strom unter dem Willicher Feld transportieren; die Kabel und weitere dünnere schwarze Überwachungskabel werden in jeweils zwölf Meter langen roten Kabelschutzrohren verlegt.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Höhe der Windräder | bis zu 280 Meter |
| Länge der Rotorblätter | mehr als 100 Meter |
| Entfernung der Windräder von der Küste | rund 100 Kilometer |
| Länge der A-Nord-Verbindung | rund 300 Kilometer |
| Verbindung | Emden nach Meerbusch-Osterath |
| Länge der Kabelschutzrohre | jeweils zwölf Meter |
| Geplanter Transportbeginn | ab Ende 2027 |
Die Gesamtinvestition für A-Nord beträgt drei Milliarden Euro. Die Baustelle ist etwa 40 Meter breit und 300 Meter lang; an bis zu 120 Stellen wird gleichzeitig gearbeitet.
Die Kabelverlegung erfolgt je nach örtlichen Bedingungen in offenen Gräben oder mithilfe eines Kabelpflugs. Der Kabelpflug kann Leerrohre in den Boden einfädeln, was bei A-Nord auf rund 20 Kilometern möglich ist, unter anderem in Tönisvorst.
Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz des Bodens. Der Mutterboden, Boden A, wird wieder nach oben gebracht, die humusreiche Schicht B darunter und der sandige C-Boden nach unten. Die Kabelschutzrohre werden mit Flüssigboden aus Bentonit, einem Teil des C-Bodenaushubs und einem geringen Anteil Beton umgeben.
Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen keine Kabel sichtbar bleiben. Die Landwirte können ihre Felder wieder bestellen, unter anderem mit Mais; der Bau von Fundamenten und das Pflanzen von Tiefwurzlern sind jedoch vertraglich untersagt.
Für die Flächennutzung werden die Eigentümer entschädigt. Dabei wird laut NRZ auch der Verdienstausfall berücksichtigt, der durch das vorübergehend nicht nutzbare Feld entsteht.
Amprion betreibt das überregionale Höchstspannungsnetz mit 220.000 oder 380.000 Volt. Deutschland ist laut NRZ in vier Regelzonen unterteilt: Amprion im Westen und Süden, TenneT TSO im Norden und in der Mitte, 50Hertz Transmission im Osten und Norden sowie TransnetBW im Südwesten.
| Übertragungsnetzbetreiber | Region | Jahresumsatz |
|---|---|---|
| Amprion | Westen und Süden | 6,1 Milliarden Euro |
| TenneT TSO | Norden und Mitte | 6,24 Milliarden Euro |
| 50Hertz Transmission | Osten und Norden | 7,73 Milliarden Euro |
| TransnetBW | Südwesten | Rund neun Milliarden Euro |
Für das Projekt sind insgesamt 1500 bis 2000 Personen im Einsatz, auf den Baustellen selbst um die 1000. Nach Angaben von Amprion sei man insgesamt 50 Prozent schneller als andere Baustellen.
Die Investition übernimmt zunächst Amprion; später werden die Kosten über die Netzentgelte an die deutschen Stromverbraucher weitergegeben. Durch A-Nord sollen weniger Eingriffe in das Übertragungsnetz nötig sein, wodurch die Stromkunden jährlich rund 700 Millionen Euro sparen sollen.
Die geplante Inbetriebnahme Ende 2027 wurde laut NRZ bislang nicht durch größere Baustopps gefährdet. Kürzere Unterbrechungen gab es wegen kaltem Winterwetter, Vogelbrut, Weltkriegsbomben und archäologischen Funden, darunter Reste eines britischen Jagdflugzeugs aus dem 2. Weltkrieg und Hinweise auf eine Keramikwerkstatt aus der Römerzeit.
Zusammenfassung: A-Nord soll Nordsee-Windstrom über eine rund 300 Kilometer lange Erdkabeltrasse nach Meerbusch-Osterath bringen. Das drei Milliarden Euro teure Projekt soll Ende 2027 starten und den Stromkunden jährlich rund 700 Millionen Euro einsparen.
Quellen:
- Energie: Können Windparks Regen verändern? Forscher stoßen auf einen brisanten Effekt
- Präsenzsensoren in Home Assistant: Komfort erhöhen und Energie sparen
- Vorwürfe der AfD: Macht der Klimaschutz die Energie teuer?
- Energie: Sachsen strebt Schlüsselrolle beim Wasserstoff-Ausbau an
- IWF: Weltwirtschaft verkraftet Energie-Schock besser als erwartet
- Energie für den Niederrhein: Mit Windstrom, zwei Meter unter der Erde






















