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    Energie-News: Batteriespeicher, Wasserstoff und steigende Preise im Fokus

    KI-generiert
    21.09.2026 114 mal gelesen 5 Kommentare

    Batteriespeicher könnten zusätzliche Solarleistung von rund 150 Gigawatt ermöglichen

    Eine vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik erstellte Kurzstudie kommt zu dem Ergebnis, dass intelligente Batteriespeicher die Aufnahmefähigkeit der deutschen Stromnetze deutlich erhöhen könnten. Nach Angaben von T-Online könnten an mehr als 1.300 ländlichen Standorten insgesamt rund 150 Gigawatt zusätzliche Photovoltaikleistung angeschlossen werden.

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    Damit würde die zusätzlich mögliche Leistung über der bislang in Deutschland installierten Photovoltaikleistung liegen, die laut der Studie bei 130 Gigawatt liegt. Auftraggeber der Untersuchung war der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW).

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    Das Konzept sieht vor, dass Großbatteriespeicher Solarstromspitzen aufnehmen und den Strom zeitversetzt an Transformatoren weitergeben. Dadurch soll die vorhandene Transformatorleistung gleichmäßiger genutzt und die Belastung von Umspannwerken reduziert werden.

    Laut Studie müsste im Jahresdurchschnitt nur rund ein Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms wegen begrenzter Transformatorleistung abgeregelt werden. An einem Umspannwerk könnte demnach doppelt so viel Leistung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sein, wie der Transformator gleichzeitig übertragen kann.

    Der BSW fordert, die Ergebnisse bei der anstehenden Novelle der Netzanschlussregeln zu berücksichtigen. Statt große Teile Deutschlands über Jahre zu Netzengpassgebieten zu erklären, sollten vorhandene Netzkapazitäten besser ausgeschöpft werden.

    „Die Antwort auf knappe Netzkapazitäten darf nicht darin bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen“, sagte BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig laut T-Online.

    Auch auf die Strompreise könnten Batteriespeicher Einfluss nehmen. Eine Kurzstudie von Montel Analytics im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland untersuchte, wie verschiedene Energieträger auf Preisschocks an der Energiebörse reagieren.

    Erneuerbare Energien reagierten demnach deutlich schwächer auf Veränderungen bei fossilen Preisschocks als vergleichbare Energieträger. Die Autoren sehen im flexibleren Verbrauch und in der Integration von Batteriespeichern Möglichkeiten, Energie für kritische Zeiten vorzuhalten und Preisspitzen zu glätten.

    AngabeWert
    Ländliche Standortemehr als 1.300
    Zusätzliche Photovoltaikleistungrund 150 Gigawatt
    Installierte Photovoltaikleistung in Deutschland130 Gigawatt
    Abregelung im Jahresdurchschnittrund ein Prozent

    Infobox: Intelligente Batteriespeicher sollen laut der von Fraunhofer IEE erstellten Studie an mehr als 1.300 Standorten den Anschluss von rund 150 Gigawatt zusätzlicher Photovoltaikleistung ermöglichen. Der BSW verbindet damit auch Einsparpotenziale beim Netzausbau.

    Grüner Wasserstoff bleibt teuer und benötigt eine neue Infrastruktur

    Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein der Energiewende, ist nach Darstellung von MDR.de jedoch noch nicht massentauglich einsetzbar. Er wird durch Elektrolyse hergestellt, bei der Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird.

    Die gespeicherte Energie kann später genutzt und zu den Orten transportiert werden, an denen sie gebraucht wird. Voraussetzung ist allerdings ein hoher Strombedarf für die Herstellung: Für ein Kilogramm Wasserstoff werden rund 50 bis 55 Kilowattstunden Strom benötigt.

    Ein Kilogramm grüner Wasserstoff kostet aktuell rund acht Euro. Damit ist er laut MDR.de doppelt so teuer wie grauer Wasserstoff, der aus Erdgas hergestellt wird.

    Der Einsatz von Wasserstoff wird vor allem dort gesehen, wo fossile Energieträger nicht ohne Weiteres durch direkten Strom ersetzt werden können. Dazu zählen die Stahlherstellung und die Entschwefelung von Kraftstoffen in Raffinerien.

    Auch im Verkehr und in der Logistik wird Wasserstoff eingesetzt. In Brennstoffzellen wird seine chemische Energie direkt in elektrische Energie umgewandelt, beispielsweise für Busse im öffentlichen Nahverkehr oder für Fahrzeuge in der innerbetrieblichen Logistik.

    AntriebElektrischer Wirkungsgrad
    Brennstoffzelleetwa 40 bis 60 Prozent
    Herkömmlicher Verbrennungsmotormeist nur etwa 20 bis 40 Prozent
    Reine E-Autos85 bis 95 Prozent

    Der Leipziger BMW-Standort betankt seine Flurförderzeuge laut MDR.de bereits seit 2013 mit Wasserstoff. Darüber hinaus kann Wasserstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.

    Ein Forschungsprojekt zur Wasserstoffinfrastruktur untersuchte von 2022 bis 2025, wie sich Gasleitungen und ihre Komponenten bei einer Nutzung für Wasserstoff verhalten. Beteiligt waren die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, DBI Gas- und Umwelttechnik sowie MITNETZ GAS.

    Der Abschlussbericht des Projekts H₂INFRA kommt zu dem Schluss, dass der Aufbau und Betrieb einer vollständigen Wasserstoff-Verteilinfrastruktur technisch realisierbar ist. Dafür könne grundsätzlich die gegenwärtige Infrastruktur des Gasnetzes genutzt werden.

    Vor einer großflächigen Umsetzung seien jedoch vertiefte Werkstoffstudien, großskalige Netzsimulationen und Realversuche zur Netzumstellung erforderlich. Robert Huhn, Professor an der HTWK Leipzig und am Forschungsprojekt beteiligt, bezeichnete die weitere Umsetzung laut MDR.de eher als logistisches als als technisches Problem.

    „Ich sehe das technische Problem vielleicht eher so als logistisches Problem“, sagte Robert Huhn laut MDR.de.

    Ein Praxisbeispiel ist der Energiepark Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt. Dort wird Windstrom zur Herstellung von grünem Wasserstoff genutzt. Dieser kann in einer unterirdischen Kaverne gespeichert und über ein umgewidmetes ehemaliges Gasnetz an industrielle Abnehmer wie die Raffinerie von TotalEnergies im sachsen-anhaltischen Leuna geliefert werden.

    Die Kosten des grünen Wasserstoffs werden neben dem Strombedarf durch hohe Investitionskosten für Elektrolyseure und deren bislang geringe Auslastung beeinflusst. Hinzu kommen Vorgaben, nach denen der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Quellen stammen, zusätzlich erzeugt werden und zeitlich sowie geografisch mit der Wasserstoffproduktion übereinstimmen muss.

    „Wir sagen immer, dass der Wasserstoff aufgrund dieser Vorgaben künstlich teuer gemacht wird. Für einen Markt, der noch am Anfang steht, ist das extrem hinderlich“, sagte Cornelia Müller-Pagel laut MDR.de.

    Das Wasserstoff-Kernnetz wurde im Oktober 2024 von der Bundesnetzagentur genehmigt. Vorgesehen ist eine Leitungslänge von 9.040 Kilometern, wobei rund 60 Prozent auf der Umstellung bestehender Erdgasleitungen basieren sollen.

    Stand Ende 2025 waren davon nur rund 500 Kilometer in Betrieb. Dazu gehörte auch die 25 Kilometer lange Strecke von Bad Lauchstädt nach Leuna.

    „Pragmatismus vor Perfektion“, forderte Cornelia Müller-Pagel laut MDR.de.
    AngabeWert
    Strombedarf für ein Kilogramm Wasserstoffrund 50 bis 55 Kilowattstunden
    Preis für ein Kilogramm grünen Wasserstoffaktuell rund acht Euro
    Geplante Leitungslänge des Wasserstoff-Kernnetzes9.040 Kilometer
    Anteil umzustellender Erdgasleitungenrund 60 Prozent
    In Betrieb befindliche Strecke Ende 2025nur rund 500 Kilometer
    Strecke Bad Lauchstädt–Leuna25 Kilometer

    Infobox: Grüner Wasserstoff kann Energie speichern und in Industrie, Verkehr sowie zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Hohe Herstellungskosten, ein erheblicher Strombedarf und der langsame Aufbau des Wasserstoffnetzes bremsen derzeit die Verbreitung.

    Geplantes Rechenzentrum in Mehrum stößt auf Widerstand

    In Mehrum im Kreis Peine ist ein großes Rechenzentrum geplant. Nach Angaben der PAZ – Peiner Allgemeine Zeitung stehen dem Projekt unterschiedliche Erwartungen gegenüber: Eine Seite sieht wirtschaftliche Möglichkeiten, während andere mögliche Gefahren für Menschen und Umwelt befürchten.

    Das federführende Unternehmen Telis Energie Deutschland wurde laut PAZ mit den Vorwürfen konfrontiert. Der Bericht ordnet das Vorhaben in die Themenbereiche Industrie, Umweltschutz und IT-Branche ein.

    Weitere Angaben zu Umfang, Zeitplan, Energiebedarf oder konkreten Antworten des Unternehmens enthält der vorliegende Quelltext nicht.

    Infobox: Das geplante Rechenzentrum in Mehrum wird kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Chancen sowie mögliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

    Energiepreise steigen durch den Krieg zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten

    Der Krieg zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten treibt die Energiepreise nach oben. Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass Gas, Strom und Heizöl bereits teurer geworden sind und zum Jahreswechsel weitere Preissprünge drohen.

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verteuerte sich Energie für Haushalte im August um 10,5 Prozent. Die Frankfurter Rundschau bezeichnet diesen Anstieg als den höchsten seit mehr als drei Jahren, seit Beginn der russischen Ukraineinvasion.

    Als Ausgangspunkt der Entwicklung nennt der Bericht den Krieg zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten. Laut Fraunhofer-Institut fielen im Mai bei den Golfstaaten mehr als 14 Millionen Barrel Fördermenge pro Tag weg.

    Damit war ein größerer Anteil der weltweiten Ölversorgung betroffen als bei jeder früheren Krise, einschließlich des zweiten Ölpreisschocks in den 1980er-Jahren und des Ukraine-Kriegs.

    Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung am Gasmarkt. Der Großhandelspreis für europäisches Erdgas stieg wegen Lieferausfällen aus dem Nahen Osten. Der Terminkontrakt TTF legte zeitweise um mehr als fünf Prozent zu und erreichte an der Börse in Amsterdam 83,75 Euro pro Megawattstunde.

    Damit lag der Preis laut Frankfurter Rundschau auf dem höchsten Stand seit Ende 2022 und fast dreimal so hoch wie vor einem Jahr.

    Bei den Haushalten ist der Anstieg bislang teilweise angekommen. Der durchschnittliche Gaspreis lag laut Verivox vor einem Jahr bei 11,14 Cent pro Kilowattstunde und aktuell bei rund 12,52 Cent pro Kilowattstunde.

    Wer ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh beheizt, zahlt dadurch laut Verivox rund 280 Euro mehr. Die Neukundenpreise seien seit Februar um über ein Drittel gestiegen, während Bestandstarife langsamer reagieren würden.

    Zum Jahreswechsel seien Erhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent möglich. Im ungünstigsten Fall rechnet 1KOMMA5° mit mehr als 15 Cent pro Kilowattstunde.

    AngabeWert
    Verteuerung der Energie für Haushalte im August10,5 Prozent
    TTF-Preis für Erdgas83,75 Euro pro Megawattstunde
    Gaspreis vor einem Jahr11,14 Cent pro Kilowattstunde
    Aktueller Gaspreisrund 12,52 Cent pro Kilowattstunde
    Mehrkosten für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWhrund 280 Euro
    Mögliche Erhöhung zum Jahreswechselzwischen zehn und 20 Prozent

    Auch am Strommarkt ist die Entwicklung spürbar. Zu Wochenbeginn kostete Strom im Großhandel laut Bundesnetzagentur mehr als 256 Euro pro Megawattstunde, am Montagabend lag der Spitzenwert bei rund 740 Euro.

    Im September betrug der durchschnittliche Großhandelspreis 147 Euro pro Megawattstunde und damit etwa 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Grund nennt die Frankfurter Rundschau die enge Verbindung zwischen Gas- und Strommarkt, weil eine steigende Nachfrage häufig durch teurere Gaskraftwerke gedeckt werden müsse.

    Feste Haushaltstarife lagen laut Verivox bei 32,29 Cent pro Kilowattstunde und damit noch leicht unter dem Vorjahreswert.

    Heizölkunden spüren die Entwicklung unmittelbarer. Ein Barrel der Rohölsorte Brent kostete zu Wochenbeginn rund 108 Dollar und damit etwa 60 Prozent mehr als vor einem Jahr.

    Laut Heizöl24 kostete Heizöl 1,66 Euro pro Liter und damit über 30 Cent mehr als Ende August. Nach Angaben von Verivox lagen 100 Liter im September des Vorjahres bei rund 93 Euro, aktuell sind es 156 Euro.

    Wer seinen Tank im September mit 2.000 Litern für den Jahresverbrauch füllte, zahlte laut dem Bericht rund 3.120 Euro statt 1.860 Euro im Vorjahr. Fachleute raten, mit der Bestellung nicht zu lange zu warten.

    Auch Kraftstoffe verteuerten sich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise im August um fast 28 Prozent. Benzin und Diesel erreichten neue Höchststände; Tankstellenbetreiber rechnen mit Preisen um die drei Euro pro Liter.

    Markt beziehungsweise ProduktAngabe
    Strom-Großhandelspreis zu Wochenbeginnmehr als 256 Euro pro Megawattstunde
    Strom-Spitzenwert am Montagabendrund 740 Euro pro Megawattstunde
    Durchschnittlicher Strompreis im September147 Euro pro Megawattstunde
    Fester Haushaltstarif für Strom32,29 Cent pro Kilowattstunde
    Brent-Rohölrund 108 Dollar pro Barrel
    Heizölpreis1,66 Euro pro Liter
    Heizölpreis für 100 Liter im September des Vorjahresrund 93 Euro
    Aktueller Heizölpreis für 100 Liter156 Euro
    Jahresverbrauch von 2.000 Litern im Septemberrund 3.120 Euro
    Jahresverbrauch von 2.000 Litern im Vorjahr1.860 Euro
    Erhöhung der Kraftstoffpreise im Augustfast 28 Prozent
    Erwarteter Tankstellenpreisum die drei Euro pro Liter

    Die Bundesregierung plant kurzfristige Entlastungen, deren konkrete Ausgestaltung offen ist. Eine zeitlich befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe hatte laut ifo-Institut nicht vollständig die Verbraucher erreicht; ein Teil der Entlastung verblieb bei Mineralölunternehmen.

    Das Fraunhofer ISI bewertet pauschale Instrumente kritisch, weil sie unabhängig vom Einkommen allen Verbrauchenden zugutekommen. Eine weitere Regulierung des Kraftstoffmarkts führte laut einer Kurzstudie zudem zu höheren Handelsspannen bei Benzin.

    Auf EU-Ebene reagierte die Kommission im April mit der Strategie AccelerateEU. Seit der Eskalation gab die EU laut dem Bericht bereits 24 Milliarden Euro zusätzlich für Energieimporte aus, ohne eine zusätzliche Einheit Energie zu erhalten.

    Die Strategie sieht neben kurzfristiger Hilfe für einkommensschwache Haushalte einen beschleunigten Netzausbau und Investitionen von jährlich 660 Milliarden Euro bis 2030 vor.

    „Die Wahl, die wir heute treffen, wird unsere Fähigkeit bestimmen, uns den Herausforderungen von heute und den Krisen von morgen zu stellen“, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut Frankfurter Rundschau.

    Infobox: Energie für Haushalte verteuerte sich im August um 10,5 Prozent. Besonders stark stiegen die Großhandelspreise für Gas, Strom und Öl; für den Jahreswechsel werden weitere Preissteigerungen erwartet.

    Quellen:

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    Die Speicher-Idee finde ich tatsächlich ziemlich spannend, weil sie zeigt, dass „Netz ist voll“ nicht immer automatisch bedeutet, dass sofort überall neue Leitungen gebaut werden müssen. Wenn an über 1.300 Standorten wirklich rund 150 Gigawatt zusätzliche Solarleistung möglich wären und im Schnitt nur etwa ein Prozent abgeregelt werden müsste, wäre das schon ein ordentliches Argument für mehr Flexibilität im Netz. Allerdings sollte man bei solchen Zahlen auch genau hinschauen: 150 Gigawatt Anschlussleistung sind nicht dasselbe wie 150 Gigawatt dauerhaft verfügbare Stromerzeugung. Trotzdem kann ein Speicher, der die Mittagsspitze abfängt und später wieder abgibt, natürlich viel bringen.

    Wichtig wäre für mich vor allem, wer diese Speicher bezahlt und wer am Ende davon profitiert. Wenn die Kosten über Netzentgelte bei den Haushalten landen, während vor allem große Solarparks und Betreiber sparen, dürfte die Begeisterung schnell nachlassen. Andererseits ist es vermutlich auch nicht sinnvoll, überall jahrelang auf neue Umspannwerke und Leitungen zu warten, während fertige Solaranlagen nicht angeschlossen werden können. Ein pragmatischer Mix aus Netzausbau, Speichern und besserer Steuerung wäre vermutlich vernünftiger als die ewige Grundsatzdiskussion Speicher gegen Netze.

    Beim Wasserstoff bin ich deutlich zurückhaltender. Für Stahl, Chemie und vielleicht bestimmte Bereiche der Logistik wird man ihn wohl brauchen, aber als allgemeiner Energieträger für alles ist er einfach zu verlustreich und zu teuer. Wenn für ein Kilogramm 50 bis 55 Kilowattstunden Strom nötig sind und der Wasserstoff dann nur einen Wirkungsgrad von 40 bis 60 Prozent im Fahrzeug erreicht, sieht das batterieelektrisch natürlich ziemlich schlecht aus. Gerade im normalen Pkw wäre es deshalb meiner Meinung nach unsinnig, erst Strom in Wasserstoff umzuwandeln und diesen dann wieder in Bewegung. Für lange Speicherung oder industrielle Prozesse kann das trotzdem sinnvoll sein.

    Dass vorhandene Gasleitungen teilweise umgenutzt werden können, klingt erstmal gut. Aber „technisch machbar“ heißt eben noch lange nicht, dass es auch schnell, sicher und bezahlbar umgesetzt wird. 500 Kilometer von geplanten 9.040 Kilometern Ende 2025 zeigen ja ganz deutlich, wie langsam solche Großprojekte in der Realität vorankommen. Bei den Vorgaben für grünen Wasserstoff würde ich mir außerdem mehr Flexibilität wünschen, ohne die Nachhaltigkeit komplett über Bord zu werfen. Wenn jede Kilowattstunde zeitlich und geografisch exakt passen muss, wird ein ohnehin teures System noch komplizierter. Ein bisschen Pragmatismus wäre hier wirklich nicht schlecht.

    Das Rechenzentrum in Mehrum ist ein gutes Beispiel dafür, dass Energiepolitik nicht nur aus technischen Kennzahlen besteht. Solche Anlagen bringen möglicherweise Arbeitsplätze und Gewerbesteuern, benötigen aber gleichzeitig sehr viel Strom, Fläche und Kühlung. Bevor da nur mit wirtschaftlichen Chancen geworben wird, sollte offen auf den Tisch, wie hoch der tatsächliche Verbrauch sein soll, woher der Strom kommt und was mit der Abwärme passiert. Gerade bei Rechenzentren wäre es doch eigentlich naheliegend, die Wärme sinnvoll zu nutzen, statt sie einfach in die Umgebung abzugeben. Ohne transparente Antworten bleibt der Widerstand verständlicherweise bestehen.

    Die Preisentwicklung ist am Ende das Thema, das die meisten Menschen direkt merken. Ob Gas, Heizöl, Strom oder Sprit – die Summen im Artikel tun schon beim Lesen weh. Besonders heftig finde ich den Unterschied beim Heizöl: über 3.000 Euro für einen Tank, der im Vorjahr noch deutlich unter 2.000 Euro lag, können viele Haushalte nicht einfach aus dem Ärmel schütteln. Und wenn dann pauschale Entlastungen beschlossen werden, von denen ein Teil bei Unternehmen hängen bleibt, ist das politisch natürlich ein Eigentor.

    Langfristig kommt man aus dieser Abhängigkeit wohl nur heraus, wenn man weniger fossile Energie braucht und nicht bei jeder Krise wieder über neue Zuschüsse diskutieren muss. Mehr Speicher, ein schnellerer Netzausbau und gezielte Unterstützung für Menschen mit kleinen Einkommen wären aus meiner Sicht sinnvoller als Entlastungen nach dem Gießkannenprinzip. Die Technik ist in vielen Bereichen vorhanden, aber Genehmigungen, Zuständigkeiten und Investitionen bremsen alles aus. Genau da müsste die Politik endlich mal schneller werden, denn die nächste Preis- oder Versorgungskrise wartet bestimmt nicht höflich, bis alle Arbeitsgruppen fertig sind.
    Was mir noch fehlt ist eine klare erklärung wie normale Leute bei solchen preisprüngen konkret entlastet werden sollen, weil 3000 euro fürs Heizöl kann halt nicht jeder einfach mal so ausm Ärmel schütteln und am ende helfen allgemeine rabatte wieder eher denen mit viel verbrauch.
    Die Preisentwicklung zeigt für mich vor allem, dass wir neben neuen Anlagen endlich auch viel stärker auf flexiblen Verbrauch setzen müssen, etwa durch zeitvariable Tarife, damit Haushalte von günstigen Börsenpreisen überhaupt profitieren können.
    Was mir noch fehlt ist die frage, ob solche Speicher auch bei mehreren trüben Tagen hintereinander wirklich genug bringen oder nur die Mittagsspitze verschieben. Und bei den Preisprognosen sollte man vieleicht nicht jede sehr dramatische Schätzung gleich als sichere Zukunft verkaufen, sonst drehen die Leute erst recht durch.
    Spannend find ich noch den Punkt das Speicher nicht nur Solarstrom retten sondern auch Preisspitzen glätten könnten, wenn der Strom halt nicht genau dann verkauft wird wenn alle gleichzeitig welchen brauchen, klingt simpel ist es warscheinlich aber überhaupt nicht wegen Marktregeln und wer da wann zugreift usw.

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