Stromnetz unter Druck: Sabotageschutz, Speicherboom und Biogas-Wende
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet Sabotageschutz, dezentrale Energie und Biogas sowie den geplanten 1,6-GWh-Speicher in Boxberg.
Pressespiegel: Stromnetz, Speicher und Biogas im Fokus
Verband fordert Back-up-System gegen Sabotage im Stromnetz
Nach Störungen an Stromversorgungsanlagen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen rückt die Sicherheit der Energieversorgung in den Mittelpunkt. Wie DIE ZEIT berichtet, fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie ein „Back-up-System für Notfälle“.
In Südbrandenburg war die Stromversorgung des Umspannwerks Turnow-Preilack betroffen. In Nordrhein-Westfalen kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die womöglich bereits vor längerer Zeit installiert worden waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser betonte gegenüber der Rheinischen Post, einen vollständigen Schutz vor derartigen Angriffen gebe es nicht. Die Energieversorgung könne jedoch so aufgestellt werden, dass mögliche Angriffe früher entdeckt würden und geringere Auswirkungen hätten.
„Aber wir können in der aktuellen Phase der Energiewende bewusster darauf achten, die Risiken zu minimieren, und unsere Energieversorgung so aufstellen, dass mögliche Angriffe früher entdeckt werden und geringere Auswirkungen haben.“
Als mögliche Bausteine nennt Heinen-Esser kleinere, dezentrale Erzeuger. Bioenergie und Wasserkraft seien schwarzstartfähig und könnten nach einem Stromausfall ohne externe Stromversorgung schnell wieder hochgefahren werden. Auch Batteriespeicher könnten im Ernstfall kurzfristig einspringen und Strom bereitstellen.
Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verlangt Konsequenzen. Kerstin Andreae fordert, detaillierte Informationen und Pläne zu kritischen Infrastrukturen dürften potenziellen Angreifern nicht frei zugänglich sein. Zudem müssten Datenschutzbestimmungen angepasst werden, damit angrenzende öffentliche Bereiche rechtssicher per Kamera überwacht werden könnten.
Infobox: DIE ZEIT stellt dezentrale Erzeuger, Batteriespeicher, besseren Schutz von Infrastrukturinformationen und erleichterte Kameraüberwachung als mögliche Konsequenzen aus den Sabotagefällen heraus.
Terrorermittlungen nach Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg
Der Deutschlandfunk berichtet nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs über Ermittlungen wegen Terrorverdachts. Neben dem Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe werde auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt.
Das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam teilte mit, dass die Polizei unter anderem wegen Terrorverdachts ermittle. Der Bericht ordnet den Vorfall in eine Reihe von Störungen an Energie-Infrastruktur ein und verweist auf einen weiteren Vorfall in Nordrhein-Westfalen.
Infobox: Nach Angaben des Deutschlandfunks stehen in Brandenburg Ermittlungen wegen der Störung öffentlicher Betriebe und wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung im Raum.
Biogasanlagen sollen künftig bedarfsgerecht einspeisen
Bei einem Energiegipfel in Carolinenhof bei Woldegk haben Landwirte, Unternehmer und Politiker über die Zukunft von Biogasanlagen diskutiert. NDR.de berichtet, dass neue Regelungen für die Vergütung der eingespeisten Energie bei den Betreibern für Unmut sorgen.
20 Jahre lang gab es einen festen Zuschuss für die Energie, die von Biogasanlagen erzeugt und anschließend ins Netz eingespeist wurde. Künftig sollen Landwirte nur noch bei Bedarf ins Netz einspeisen. Dafür müssen sie zusätzliche Speicher bauen, was laut den Betreibern enorm viel Geld kostet.
Die notwendigen Investitionen stünden nach Darstellung der Betreiber nicht im Verhältnis zu den Erlösen. Künftig soll Energie per Ausschreibung vergütet werden.
Infobox: NDR.de zufolge stehen Biogasanlagenbetreiber vor zusätzlichen Investitionen in Speicher, während die Vergütung künftig per Ausschreibung erfolgen soll.
Auf dem Kraftwerksgelände Boxberg entsteht ein 1,6-GWh-Stromspeicher
Auf dem Gelände des alten Kraftwerks Boxberg hat am 31. August 2026 der symbolische erste Spatenstich für die GigaBattery Boxberg 400 stattgefunden. Wie ingenieur.de berichtet, entsteht auf einer rund sechs Hektar großen, sanierten Fläche des ehemaligen Werks II ein Batteriespeicher mit 400 MW Anschlussleistung und 1600 MWh beziehungsweise 1,6 GWh Speicherkapazität.
Bauherr ist LEAG Clean Power. Die Anlage soll bei voller Leistung vier Stunden reichen und für 640.000 Haushalte ausgelegt sein. Die 400 MW bestimmen, wie viel Leistung der Speicher maximal aufnehmen oder abgeben kann; die 1600 MWh geben an, wie viel Energie gespeichert werden kann.
| Projekt | Wert |
| Anschlussleistung | 400 MW |
| Speicherkapazität | 1600 MWh beziehungsweise 1,6 GWh |
| Speicherdauer bei voller Leistung | vier Stunden |
| Auslegung | 640.000 Haushalte |
| Fläche | rund sechs Hektar |
Der Speicher soll größere Strommengen innerhalb eines Tages verschieben. Zeitweise überschüssiger Wind- oder Solarstrom kann gespeichert und einige Stunden später wieder abgegeben werden. Zusätzlich soll die Batterie auf Netzschwankungen innerhalb von Sekunden reagieren können und Primär- sowie Sekundärregelleistung bereitstellen.
Für die Batterietechnik ist das chinesische Unternehmen HyperStrong verantwortlich. Zum Einsatz kommt das HyperBlock-III-System mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen, kurz LFP. HyperStrong übernimmt neben der Lieferung der Batterietechnik auch die Systemintegration der elektrotechnischen Anlagen und die Errichtung des Speichers. Die genaue Zahl der Batterieblöcke wurde bislang nicht veröffentlicht.
Ein wesentlicher Standortvorteil liegt in der bestehenden Netzinfrastruktur. Das Kraftwerk ist über eine 380-kV-Verbindung in das Übertragungsnetz von 50Hertz eingebunden. Für die neue Batterie errichtet Siemens Energy dennoch parallel eine neue gasisolierte 380-kV-Schaltanlage. Diese soll die GigaBattery mit dem Höchstspannungsnetz von 50Hertz verbinden und künftig auch Strom aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen im Umfeld des Kraftwerksstandorts einbinden.
ingenieur.de verweist auf eine Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Demnach kamen ehemalige Kern-, Stein- und Braunkohlekraftwerke auf eine Anschlussleistung von insgesamt 67,6 GW. Das entsprach in der damaligen Modellrechnung rund 65 % der für 2030 angenommenen Anschlussleistung großer Batteriespeicher.
Auf dem Gelände entsteht bereits die BigBattery Oberlausitz mit 100 MW Netzanschlussleistung und 137 MWh nutzbarer Speicherkapazität. Die neue GigaBattery soll mit 1600 MWh fast zwölfmal so viel Energie speichern können.
In Jänschwalde plant LEAG außerdem die GigaBattery Jänschwalde 1000 mit 1000 MW Leistung und 4000 MWh Kapazität. Beide Projekte sollen nach dem derzeitigen Zeitplan Ende 2027 bis Anfang 2028 in Betrieb gehen. Zusammen kommen Boxberg und Jänschwalde auf 5,6 GWh geplante Speicherkapazität.
Ein Teil der GigaBattery Boxberg erhält Fördermittel aus dem Just Transition Fund der Europäischen Union. Eine aktuelle Gesamtinvestitionssumme für die GigaBattery hat LEAG bislang nicht veröffentlicht. Die Batterie soll, sofern der Zeitplan hält, Ende 2027 bis Anfang 2028 ans Netz gehen.
Infobox: ingenieur.de berichtet über einen Batteriespeicher mit 400 MW Leistung und 1,6 GWh Kapazität, der auf dem früheren Kraftwerksgelände Boxberg entsteht. Der Standort soll künftig nicht nur der Stromerzeugung, sondern zunehmend auch der Stromspeicherung dienen.
Stadtwerke Bernau unterstützen 33 Vereine mit 12.250 Euro
Anlässlich ihres 35-jährigen Bestehens unterstützen die Stadtwerke Bernau 33 lokale Initiativen. Bernau LIVE berichtet, dass der kommunale Energieversorger dafür eine Gesamtsumme von 12.250 Euro ausschüttet.
Zu den geförderten Bereichen gehören unter anderem die Igelrettung, ein Reitverein, Kampfsport und die Freiwillige Feuerwehr. Ursprünglich sollten bis zu 35 Vereine jeweils 350 Euro erhalten. Am Ende erfüllten exakt 33 Bewerber die Kriterien.
Das verbliebene Geld behielt der Versorger laut Bernau LIVE nicht ein, sondern legte den Restbetrag auf. Dadurch erhält jedes einzelne Vereinskonto nun 371,21 Euro.
| Unterstützte Initiativen | 33 |
| Gesamtsumme | 12.250 Euro |
| Ursprünglich vorgesehener Betrag je Verein | 350 Euro |
| Ausgezahlter Betrag je Vereinskonto | 371,21 Euro |
| Jubiläum | 35-jähriges Bestehen |
Bei der Übergabe der symbolischen Schecks schaute Prokuristin Gina Vollbrecht in viele strahlende Gesichter. Besonders hervorgehoben wurde, dass durch die Aktion auch bisher unentdeckte Initiativen den Weg zum Versorger fanden.
Infobox: Bernau LIVE meldet eine Jubiläumsspende der Stadtwerke Bernau in Höhe von 12.250 Euro. Exakt 33 Vereine erhalten jeweils 371,21 Euro.
Quellen:
- Energiesicherheit: Verband fordert Back-up-System gegen Sabotage im Stromnetz
- Energie-Infrastruktur - Terrorermittlungen zu Brandenburg - Neuer Vorfall in Bergheim
- Energiegipfel Biogas in Woldegk
- Wo einst Kühltürme standen, entsteht jetzt ein 1,6-GWh-Stromspeicher
- Stadtwerke Bernau – Mehr als nur Energie: 12.250 Euro für Bernauer Vereine
- Goldener Wasserstoff: 10 Gigawattstunden Energie unter den westlichen Pyrenäen