Steigende Energiekosten belasten Betriebe, Haushalte und Kommunen weltweit
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Steigende Energiekosten belasten italienische Betriebe, US-Haushalte und Kommunen; zugleich gewinnen Geothermieprojekte in Mecklenburg-Vorpommern wieder an Bedeutung.
Hohe Energiekosten belasten Betriebe, Haushalte und Kommunen
Italienische Gastronomie kämpft mit stark gestiegenen Stromkosten
Die italienische Gastronomie leidet nach einem Bericht des Merkur unter deutlich höheren Stromkosten. Besonders betroffen sind Bars, Restaurants und Hotels, deren Energieverbrauch durch Kaffeemaschinen, Kühlschränke, Kühlzellen, gekühlte Vitrinen, Eisbereiter, Backöfen, Spülmaschinen sowie Heizungen und Klimaanlagen geprägt ist.
Der Energie-Spread führt dem Bericht zufolge dazu, dass Italien für Strom 65 bis 69 Euro mehr pro Megawattstunde zahlt als Deutschland, Spanien und Frankreich. Nach Berechnungen des italienischen Gastronomieverbands Fipe machten Energiekosten bei Bars in Zeiten starker Preissteigerungen mehr als 13 Prozent des Umsatzes aus; die durchschnittlichen jährlichen Energiekosten lagen bei mehr als 16.000 Euro.
Die monatlichen Energiekosten einer Bar belaufen sich normalerweise auf rund 1000 Euro. Wegen zusätzlicher Verbräuche, die durch besonders herausfordernde Temperaturen entstanden, können daraus laut Diego Rodeschini, dem Präsidenten von Fipe Bergamo, bis zu 2000 Euro werden.
Auch Hotels sind stark betroffen. Für ein Hotel mit 20 Zimmern werden die durchschnittlichen jährlichen Stromkosten allein für Elektrizität grob auf zwischen 25.000 und 45.000 Euro geschätzt. Roberto Jannotta vom Hotel Milano in Castione della Presolana berichtet für sein Hotel mit 60 Zimmern von rund 100.000 Euro Stromkosten.
Im September stieg der einheitliche nationale Strompreis in Italien, der sogenannte Pun, um 73,3 Prozent gegenüber dem Durchschnitt von 2025. Als einen Grund nennt der Bericht die starke Abhängigkeit Italiens von Gas.
| Bereich | Anstieg der Stromrechnungen im zweiten Halbjahr 2026 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres |
|---|---|
| Hotels | 26,2 Prozent |
| Bars und Restaurants | 26,3 Prozent |
| Große Verkaufsflächen | 23,1 Prozent |
| Geschäfte | 23,2 Prozent |
Nach Einschätzung von Confcommercio summierten sich die Erhöhungen landesweit auf eine Milliarde Euro. Luciano Patelli, Präsident von Confcommercio Bergamo, fordert eine strukturelle Überarbeitung der Systemgebühren, schnellere Sammelverträge für den Energieeinkauf kleiner und mittlerer Unternehmen sowie vereinfachte Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien.
Als konkrete Unterstützung hat Confcommercio das „Sportello Energia“ aktiviert. Dort sollen Stromrechnungen kostenlos analysiert und mögliche Einsparungen, Steuererleichterungen sowie Förderungen für Effizienzmaßnahmen ermittelt werden. Zusätzlich wurden Vereinbarungen mit Energiepartnern geschlossen, um angeschlossenen Unternehmen über kollektive Lieferverträge günstigere Preise zu ermöglichen.
„Bei unserem Hotel mit 60 Zimmern liegen wir bei rund 100.000 Euro, wir zahlen eine Unmenge“, wird Roberto Jannotta vom Hotel Milano in Castione della Presolana im Merkur zitiert.
Zusammenfassung: Der Bericht des Merkur zeigt steigende Stromkosten für die italienische Gastronomie und Hotellerie. Betroffene Verbände setzen auf gemeinsame Energieverträge, Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien.
Schadenssumme im Fall Seitz Energie steigt auf 4,3 Millionen Euro
Im Fall der mutmaßlichen Betrugsfirma Seitz Energie aus Hannover ist die Schadenssumme nach Angaben der HAZ auf 4,3 Millionen Euro gestiegen. Insgesamt haben 248 Kunden Anzeige erstattet.
Gegen vier Personen wird ermittelt. Damit sind zwei Personen mehr betroffen als bislang bekannt.
Der Fall steht im Zusammenhang mit Photovoltaik. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der mutmaßlichen Vorgänge oder zu den einzelnen Schadensfällen enthält der vorliegende Artikeltext nicht.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Schadenssumme | 4,3 Millionen Euro |
| Kunden mit Anzeige | 248 |
| Beschuldigte Personen | 4 |
| Veränderung gegenüber bisherigem Stand | 2 Personen mehr |
Zusammenfassung: Laut HAZ ist die Schadenssumme im Fall Seitz Energie auf 4,3 Millionen Euro gestiegen. 248 Kunden haben Anzeige erstattet, während gegen vier Personen ermittelt wird.
US-Haushalten drohen laut Berechnung höhere Energiekosten
Die Politik der Regierung von US-Präsident Donald Trump könnte US-Haushalte bis 2040 Tausende Dollar zusätzlich für Energie kosten. Das berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Berechnungen der parteiunabhängigen Denkfabrik Energy Innovation.
Im Durchschnitt seien bis 2040 zusätzliche Kosten von insgesamt 6500 Dollar pro Haushalt zu erwarten. Die Quelle nennt dafür rund 5800 Euro als entsprechenden Betrag.
In Oregon, Mississippi, South Dakota, Virginia und Wyoming könnten die zusätzlichen Kosten jeweils bei rund 9000 Dollar pro Haushalt liegen. Die Berechnung bezieht sich auf die 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten und schließt Alaska und Hawaii nicht ein.
Energy Innovation begründet den erwarteten Anstieg unter anderem mit dem Stopp neuer Projekte für saubere Energie durch die Regierung. Dadurch könne die Nachfrage nach Erdgas für die Stromerzeugung steigen.
Zusätzlich würden Donald Trump und der Kongress Vorgaben und finanzielle Anreize für sparsamere und emissionsärmere Fahrzeuge zurücknehmen. Dadurch werde mehr Benzin benötigt, während die höhere Nachfrage die Preise nach Darstellung der Denkfabrik antreibe.
| Gebiet beziehungsweise Durchschnitt | Erwartete zusätzliche Energiekosten bis 2040 |
|---|---|
| Durchschnitt pro Haushalt | 6500 Dollar |
| Durchschnitt pro Haushalt | rund 5800 Euro |
| Oregon, Mississippi, South Dakota, Virginia und Wyoming | jeweils rund 9000 Dollar |
| Oregon, Mississippi, South Dakota, Virginia und Wyoming | jeweils rund 8000 Euro |
Zusammenfassung: Nach der von der WirtschaftsWoche beschriebenen Berechnung könnten US-Haushalte bis 2040 im Durchschnitt 6500 Dollar zusätzliche Energiekosten tragen. Als Ursachen werden eine geringere Förderung sauberer Energie sowie eine steigende Nachfrage nach Erdgas und Benzin genannt.
Geothermie-Idee aus der DDR gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern wieder an Bedeutung
Die Frage nach einer verlässlichen Wärmeversorgung führt in Mecklenburg-Vorpommern bis in die Energieplanung der DDR zurück. Der Nordkurier berichtet, dass bereits Ende der 1970er-Jahre nach Energiequellen gesucht wurde, die weniger abhängig von Importen waren.
Eine zentrale Rolle spielt die Geologische Landessammlung Mecklenburg-Vorpommern in Sternberg. Dort werden rund 66.000 bis mehr als 70.000 Meter Bohrkernmaterial aus etwa 350 Bohrungen aufbewahrt.
Die Bohrkerne stammen unter anderem aus Erdöl- und Erdgasbohrungen, Braunkohleerkundungen, Kartierungen und Geothermieprojekten. Sie können dabei helfen, den Untergrund einzuschätzen, bevor neue und teure Bohrungen geplant werden.
Die DDR bezog große Mengen Erdöl und Erdgas aus der Sowjetunion. Nach Angaben des NDR stieg der Importpreis für sowjetisches Erdöl zwischen 1974 und 1986 um das Elffache. Braunkohle blieb zwar die wichtigste heimische Energiequelle, wurde aber vor allem im Süden der DDR gefördert.
Für die Nordbezirke bedeutete dies lange Transporte, hohe Kosten und zusätzliche Probleme in strengen Wintern. Um 1980 suchte die DDR-Regierung deshalb gezielter nach anderen Energiequellen, wobei Mecklenburg und Vorpommern wegen früherer Bohrungen mit warmem Wasser im Untergrund in den Blick rückten.
Ein bekanntes Geothermieprojekt entstand in Waren an der Müritz. Dort stießen Fachleute in 1560 Metern Tiefe auf etwa 63 Grad heißes Wasser. 1984 ging ein geothermisches Heizwerk in Betrieb, das bis heute rund 1800 Wohnungen mit Fernwärme versorgt.
Die Nutzung des Tiefenwassers war technisch anspruchsvoll, weil es stark salzhaltig war und Rohre sowie Anlagenteile angriff. In Waren wurde die Wärmegewinnung mit einem geschlossenen Kreislauf und zusätzlicher technischer Absicherung umgesetzt.
Ende der 1980er-Jahre waren weitere Geothermieanlagen unter anderem auf Usedom, in Stralsund, Neubrandenburg, Neustadt-Glewe und Schwerin geplant. Zuständig war der VEB Geothermie Neubrandenburg, in dem rund 800 Menschen arbeiteten.
Nach der politischen Wende wurde der VEB Geothermie Neubrandenburg aufgelöst, Erkundungen wurden eingestellt und Bohrtürme verschwanden. In den 1990er-Jahren galt Erdgas als günstige und sichere Lösung, während die Geothermie an Bedeutung verlor.
Heute rücken die alten Untersuchungen angesichts der Themen Wärmeversorgung und Energieabhängigkeit wieder stärker in den Blick. Viele Bohrungen aus DDR-Zeiten wurden jedoch nicht weiter genutzt oder später verschlossen, sodass an manchen Orten neu gebohrt werden müsste.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Aufbewahrtes Bohrkernmaterial | rund 66.000 bis mehr als 70.000 Meter |
| Anzahl der Bohrungen | etwa 350 |
| Importpreis für sowjetisches Erdöl | zwischen 1974 und 1986 um das Elffache gestiegen |
| Tiefe der Bohrung in Waren | 1560 Meter |
| Temperatur des Wassers in Waren | etwa 63 Grad |
| Inbetriebnahme des Heizwerks | 1984 |
| Versorgte Wohnungen | rund 1800 |
| Beschäftigte beim VEB Geothermie Neubrandenburg | rund 800 |
Zusammenfassung: Der Nordkurier beschreibt, wie die DDR bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren auf Geothermie setzte. Das Heizwerk in Waren an der Müritz nutzt bis heute etwa 63 Grad heißes Wasser aus 1560 Metern Tiefe und versorgt rund 1800 Wohnungen mit Fernwärme.
Quellen:
- „100.000 Euro für Strom“: Italien-Hotelier bricht unter explodierenden Stromkosten zusammen
- Fall Seitz Energie aus Hannover: Schadenssumme mit Photovoltaik steigt
- US-Wirtschaft: US-Haushalte müssen wohl Tausende Dollar mehr für Energie zahlen – wegen Trumps Politik
- Energie Cottbus: Lemke zu neuem Stadion - „stellen Eliaspark sehr kritisch infrage“
- Die vergessene Energie-Idee der DDR – und warum sie heute wieder gefragt ist
- Fußball, Testspiel: Energie Cottbus bei Lech Posen heute live sehen