Erneuerbare wachsen weltweit – doch Zugang, Netze und Verbrauch bleiben entscheidend

Autor: Energie-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Erneuerbare Energien wachsen weltweit, doch Zugang und Gesamtverbrauch bleiben entscheidend; Haushalte können mit vielen kleinen Maßnahmen Energie und Kosten sparen.

Energie im Pressespiegel: Erneuerbare auf dem Vormarsch, Verbrauch bleibt entscheidend

Äthiopien: Kritik an Darstellung einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung

Die „DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM“ berichtet über einen Beitrag von Karl Lauterbach auf X, in dem er Äthiopien und die Demokratische Republik Kongo im Zusammenhang mit einer Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie nannte. Autor Volker Seitz stellt diese Darstellung infrage und verweist darauf, dass die Hälfte der Bevölkerung in abgelegenen Gebieten Äthiopiens komplett ohne Stromanschluss sei.

Nach Angaben des Artikels stammt der Strom in Äthiopien zu etwa 90 Prozent aus Wasserkraft. Die Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre wurde im September 2025 offiziell eingeweiht und gilt als größtes Wasserkraftwerk Afrikas. Gleichzeitig sei die Energieversorgung im Land weiterhin hochgradig ungleich verteilt.

In Addis Abeba seien etwa 93 Prozent der Haushalte elektrifiziert. In ländlichen Regionen hätten dagegen oft maximal 20 Prozent der Menschen Zugang zu Strom. Der Artikel kritisiert außerdem, dass die äthiopische Regierung Milliarden in den GERD-Staudamm investiert und dabei das Übertragungsnetz vernachlässigt habe.

„Die Hälfte der Bevölkerung in abgelegenen Gebieten hat keinen Stromanschluss“.

Infobox: Äthiopiens Strom stammt laut „DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM“ zu etwa 90 Prozent aus Wasserkraft. In Addis Abeba sind etwa 93 Prozent der Haushalte elektrifiziert, während in ländlichen Regionen oft maximal 20 Prozent Zugang zu Strom haben.

USA: Wind- und Solarstrom erreichen 19 Prozent

Telepolis berichtet, dass Wind- und Solaranlagen in den USA im Jahr 2025 zusammen 17 Prozent des gesamten US-Stroms erzeugten. Werden kleine Solaranlagen auf Hausdächern hinzugerechnet, beträgt der Anteil 19 Prozent.

Im Jahr 2005 lag dieser Wert noch bei unter einem Prozent. Die Solarstromerzeugung wuchs 2025 besonders stark und legte gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent zu, während die Windkraft um drei Prozent stieg.

Insgesamt erzeugten Wind- und Solaranlagen 2025 rund 760.000 Gigawattstunden Strom. Das waren 88.000 Gigawattstunden mehr als im Jahr zuvor.

KennzahlWert
Anteil von Wind und Solar am US-Strom 202517 Prozent
Anteil einschließlich kleiner Solaranlagen19 Prozent
Anteil im Jahr 2005unter einem Prozent
Solarwachstum gegenüber dem Vorjahr34 Prozent
Windwachstum gegenüber dem Vorjahr3 Prozent
Erzeugung aus Wind und Solar 2025rund 760.000 Gigawattstunden
Mehrerzeugung gegenüber dem Vorjahr88.000 Gigawattstunden

Telepolis verweist zugleich auf die langfristige Entwicklung der erneuerbaren Energien. Seit 1950 habe sich deren Produktion in den USA fast verfünffacht, von 1,91 auf 9,18 Billiarden Btu. Seit dem Jahr 2000 sei die Produktion von Wind, Solar und Biokraftstoffen um mehr als 1.700 Prozent gestiegen; diese Bereiche machten mittlerweile 63 Prozent der erneuerbaren Energieerzeugung aus.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Primärenergieproduktion der USA lag 2025 allerdings bei 8,6 Prozent. Bei den Kosten seien erneuerbare Energien laut einer Analyse des Finanzdienstleisters Lazard aus dem Jahr 2026 die kostengünstigste Form für den Neubau von Stromerzeugungskapazitäten. Das gelte auch ohne staatliche Förderung im Vergleich zu neuen Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken.

Auch bei den Haushaltsstrompreisen zeigt sich laut Telepolis kein einheitliches Bild. Von den zehn Bundesstaaten mit den billigsten Strompreisen hätten sieben eine überdurchschnittliche Wind- und Solarnutzung, darunter Iowa und Oklahoma. Kalifornien und Hawaii bildeten Ausnahmen und hätten trotz hoher Wind- und Solaranteile die teuersten Strompreise des Landes.

Für Batteriespeicher erreichten die Investitionen in Projekte, die Solaranlagen mit Batteriespeichern kombinieren, in der ersten Hälfte des Jahres 2026 ein Rekordniveau von 25 Milliarden US-Dollar. Das sei fast doppelt so viel wie in der zweiten Hälfte von 2025 und dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.

Im ersten Quartal 2026 wurden in den USA Batteriespeicher mit einer Kapazität von 3,3 Gigawatt installiert. Das entspricht einem Anstieg von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig stagnierten die Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien in der ersten Hälfte von 2026 bei 327,5 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Höchststand der zweiten Hälfte von 2024 bedeutete dies einen Rückgang von 21 Prozent. BloombergNEF erwartet laut Telepolis, dass die Neuinstallationen 2027 wieder steigen.

Infobox: Wind und Solar stellten 2025 einschließlich kleiner Solaranlagen 19 Prozent des US-Stroms. Batteriespeicher erreichten im ersten Quartal 2026 eine installierte Kapazität von 3,3 Gigawatt.

Haushalt: Viele kleine Maßnahmen sollen Gas- und Stromverbrauch senken

Die Saarbrücker Zeitung zeigt zahlreiche Möglichkeiten auf, wie Haushalte Energie und Geld sparen können. Im Mittelpunkt stehen Heizen, Warmwasser, Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Unterhaltungselektronik.

Beim Heizen sinkt der Energieverbrauch laut dem Bericht mit jedem Grad weniger um sechs Prozent. Als Richtwerte nennt die Saarbrücker Zeitung 20 bis 22 Grad für Wohn-, Ess-, Arbeits- und Kinderzimmer, etwa 18 Grad für die Küche und 16 Grad für wenig genutzte Räume wie das Schlafzimmer.

ThermostatstufeTemperatur
Stufe 112 Grad
Stufe 216 Grad
Stufe 320 Grad
Stufe 424 Grad
Stufe 528 Grad

Der Bericht rät, Heizkörper nicht zuzustellen, Fenster und Türen abzudichten und im Winter mehrmals täglich kurz stoßzulüften. Dafür reichten jeweils drei bis fünf Minuten; ein dauerhaft gekipptes Fenster sei dagegen ungünstig.

Hausbesitzer können ihre Heizungsanlage durch eine passende Zeitsteuerung, gedämmte Heizungsrohre und einen hydraulischen Abgleich optimieren. Der Austausch einer alten Heizungspumpe könne laut Verbraucherzentrale NRW etwa 90 Prozent Strom einsparen.

Auch bei Kühlschrank und Gefriertruhe nennt die Saarbrücker Zeitung konkrete Einstellungen. Im oberen Fach des Kühlschranks seien 7 Grad ausreichend, im Gefrierschrank seien minus 18 Grad optimal. Jedes Grad weniger im Kühlschrank erhöhe den Stromverbrauch um 6 Prozent.

Beim Geschirrspüler empfiehlt der Bericht, die Maschine möglichst voll zu machen und Eco-Programme oder niedrige Temperaturen von 45 bis 55 Grad zu verwenden. Kurzprogramme würden meist mehr Wasser und Strom benötigen. Spülen von Hand sei laut Herstellerinitiative Hausgeräte+ im Durchschnitt etwa doppelt so teuer.

Für Waschmaschinen werden niedrige Temperaturen von 30 bis 40 Grad empfohlen. Ausgenommen seien Unterwäsche, Waschlappen sowie Spül- und Geschirrtücher. Zur Reinigung der Maschine solle zweimal im Monat bei 60 Grad gewaschen werden.

Beim Kochen soll der Wasserkocher nur mit der tatsächlich benötigten Wassermenge befüllt werden. Eine Kalkschicht könne laut TÜV Süd bis zu 30 Prozent mehr Energie verursachen. Backen mit Umluft spare gegenüber Ober- und Unterhitze etwa 15 Prozent Energie.

LED-Leuchten verbrauchen laut Verbraucherzentrale NRW bis zu 90 Prozent weniger Strom als Glüh- und Halogenlampen. Bei Warmwasser empfiehlt der Bericht eine angenehme Bade- und Duschte temperatur von 38 bis 39 Grad. Zwei Grad weniger Wassertemperatur senkten den Stromverbrauch für die Wassererwärmung um rund sieben Prozent.

Ein Sparduschkopf lasse rund fünf bis sechs Liter pro Minute durch. Bei gewöhnlichen Duschköpfen sei es zwei- bis dreimal so viel. Bei Computern, Fernsehern, Spielekonsolen und anderen Geräten könne eine schaltbare Steckerleiste helfen, den Stand-by-Verbrauch zu vermeiden.

Zur Ermittlung von Stromfressern empfiehlt die Saarbrücker Zeitung ein Energiekostenmessgerät. Ein Strommesser koste im Handel ab etwa 10 Euro. Als Beispiel nennt der Bericht ein Küchenradio mit 5 Watt und eine Stereoanlage mit 10 Watt, die im Stand-by zusammen Stromkosten von etwa 45 Euro im Jahr verursachen würden, zugrunde gelegt seien 0,34 Euro pro Kilowattstunde.

In klimatischer Hinsicht könne es sinnvoll sein, ein altes, noch funktionierendes Gerät möglichst lange zu nutzen, da die Herstellung neuer Produkte Energie und Ressourcen verbrauche. Aus finanzieller Sicht müsse anhand von Verbrauch, Kaufpreis und erwarteter Einsparung berechnet werden, wann sich ein Austausch lohne.

Nach Angaben von Energieberater Thomas Weber lassen sich im Haushalt insgesamt rund 30 bis 40 Prozent Energie sparen, wenn alle möglichen Maßnahmen zusammengenommen werden.

Infobox: Besonders wirksam sind laut Saarbrücker Zeitung niedrigere Raumtemperaturen, kurze Stoßlüftung, Eco-Programme, LED-Leuchten, Sparduschköpfe und das vollständige Abschalten elektronischer Geräte. Das mögliche Einsparpotenzial im Haushalt wird mit rund 30 bis 40 Prozent angegeben.

„First Dates“: Energie als Beschreibung für Lebensfreude

RTL.de berichtet über eine Folge von „First Dates“, in der Franzi und Matthias aufeinandertreffen. Franzi sucht demnach einen Mann, der lachen, Gefühle zeigen und auch einmal Blödsinn mitmachen kann.

Matthias wünscht sich Natürlichkeit und ein schönes Lächeln. RTL.de beschreibt die Begegnung als Mischung aus guter Laune und Lebensfreude und stellt die Frage, ob beide dieselben Vorstellungen von einer Beziehung haben.

Infobox: Im RTL.de-Beitrag steht nicht Energieversorgung, sondern die persönliche Ausstrahlung im Mittelpunkt: Franzi und Matthias werden als gut gelaunt und lebensfroh beschrieben.

China: Solarenergie überholt Kohle bei installierter Leistung

FOCUS online berichtet, dass Solaranlagen in China erstmals Kohle als größte Stromquelle bei der installierten Leistung abgelöst haben. Nach Angaben der chinesischen Energiebehörde waren Photovoltaikanlagen Ende Juli mit 1286 Gigawatt installierter Leistung die größte Stromerzeugungsart; Kohlekraftwerke lagen bei 1285 Gigawatt.

Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens entfielen damit 31,5 Prozent der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität auf Solarstrom. Besonders im Westen und Nordwesten Chinas erstrecken sich Solaranlagen über große Flächen.

StromerzeugungsartInstallierte Leistung
Photovoltaikanlagen1286 Gigawatt
Kohlekraftwerke1285 Gigawatt
Anteil Solarstrom an der installierten Kapazität31,5 Prozent

Der Meilenstein steht laut FOCUS online neben einem deutlichen Ausbau der Kohle. Solarstromanlagen erzeugten noch nicht automatisch mehr Strom als Kohlekraftwerke, weil Kohlekraftwerke unabhängig von der Sonneneinstrahlung kontinuierlich Strom liefern können.

Der Ausbau der Photovoltaik verlangsamte sich zuletzt. Von Januar bis Juli dieses Jahres baute China 62 Prozent weniger Solarkapazität zu als im selben Vorjahreszeitraum. Als Hintergrund nennt der Bericht eine Änderung der Förderregeln: Preisgarantien für Solarstromprojekte wurden abgeschafft, stärker bestimmen nun die Marktpreise die Wirtschaftlichkeit neuer Anlagen.

Nach Ember deckten saubere Energiequellen 2024 rund 84 Prozent des zusätzlichen chinesischen Strombedarfs. Anfang 2025 übertraf der Zuwachs bei erneuerbaren Energien zeitweise sogar das Wachstum der Stromnachfrage. Dadurch ging die Stromproduktion fossiler Kraftwerke zurück.

China produziert zugleich Solarmodule, Windkraftanlagen, Batterien und Elektroautos in großen Mengen. Die dadurch entstehenden Skaleneffekte haben die Preise für diese Technologien weltweit gesenkt. Staaten in Afrika, Südostasien und Südamerika können dadurch auf vergleichsweise günstige Solaranlagen, Batteriespeicher und Elektrofahrzeuge aus chinesischer Produktion zurückgreifen.

Infobox: Ende Juli verfügte China über 1286 Gigawatt installierte Photovoltaikleistung gegenüber 1285 Gigawatt bei Kohlekraftwerken. Der Vorsprung bei der installierten Leistung beendet jedoch nicht die Abhängigkeit des Landes von Kohle.

Hof: Hochschule lädt zum siebten Energiesymposium ein

Die Frankenpost kündigt das 7. Hofer Energiesymposium der Hochschule Hof an. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 26. November, an der Hochschule Hof statt.

Einen Tag lang sollen Fachleute der Frage nachgehen, wie die Energieversorgung künftig aussehen wird. Im Mittelpunkt stehen laut Mitteilung der Hochschule Hof außerdem die Technologien der Zukunft sowie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die für eine künftige Energieversorgung notwendig sind.

Infobox: Das 7. Hofer Energiesymposium findet am Donnerstag, 26. November, an der Hochschule Hof statt. Thematisiert werden die künftige Energieversorgung, Technologien sowie politische und rechtliche Rahmenbedingungen.

Quellen: