Energieversorgung unter Druck: Gasspeicher, Kohlekraft und kommunale Einsparungen
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Niedrige Gasspeicherstände bleiben bei Kälte riskant, während Kohlekraftwerke vorübergehend Gas sparen könnten; Kommunen setzen auf Beratung und konkrete Einsparmaßnahmen.
Gasspeicher: Halbvolle Reserven können bei Kälte kritisch werden
Die Bundesregierung versucht laut WELT, Sorgen über niedrige Füllstände der Gasspeicher mit einem Hinweis auf neue Flüssiggas-Terminals zu zerstreuen. Der Bericht warnt jedoch davor, dass LNG nicht alle Probleme löst und die Bedeutung physikalischer Faktoren unterschätzt werden könnte.
Im Mittelpunkt steht der Druck in den Speichern. Bei einer Kältewelle kann ein halbvoller Speicher deshalb plötzlich vor größeren Herausforderungen stehen, weil nicht allein die vorhandene Gasmenge entscheidend ist, sondern auch die Bedingungen, unter denen das Gas entnommen und ins Netz eingespeist werden kann.
Die neuen Flüssiggas-Häfen werden im Artikel als wichtige Ergänzung beschrieben. Zugleich wird betont, dass sie kein vollständiger Ersatz für ausreichende Speichervorräte und eine stabile Versorgungslage sind.
„Die Physik wird unterschätzt.“
Zusammenfassung: WELT stellt die Annahme infrage, dass neue LNG-Terminals die Risiken niedriger Gasspeicherstände vollständig ausgleichen können. Besonders bei einer Kältewelle könnten Speicherfüllstand und Gasdruck entscheidend werden.
Unionsfraktionsvize fordert stärkeren Einsatz von Kohlekraftwerken
Der Unionsfraktionsvize Sepp Müller will angesichts der hohen Gaspreise die deutschen Kohlekraftwerke stärker nutzen. Das berichtet STERN.de unter Berufung auf ein Gespräch des CDU-Politikers mit der „Wirtschaftswoche“.
Nach Müllers Vorstellung sollen Kohlekraftwerke, die derzeit nur einspringen, wenn bei einer Dunkelflaute ohne Wind und Sonne der Strom knapp wird, wieder ständig laufen. Dadurch könnten nach seiner Argumentation Strompreise gesenkt und teures Gas eingespart werden.
Die zusätzliche Nutzung von Kohle soll laut Müller auch dazu beitragen, die Gasspeicher für den Winter zu füllen. Als Grund für die besondere Lage nennt er den Iran-Krieg, der die Gaspreise in die Höhe schnellen lasse.
„Diese Kohlekraftwerke sollten wieder ständig laufen.“
Müller verweist außerdem auf den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Dort sei festgehalten, dass sich der Zeitplan für die Stilllegung oder Überführung von Kohlekraftwerken in die Reserve danach richten müsse, wie schnell steuerbare Gaskraftwerke mit vergleichbarer Kapazität zugebaut werden.
Die Kraftwerke in der Reserve könnten nach Müllers Einschätzung schnell aktiviert werden. Das Vorhaben solle nun in der Koalition besprochen werden.
Als wirtschaftlichen Vorteil nennt Müller eine mögliche Einsparung für die deutsche Wirtschaft in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags pro Jahr. Die Kohlekraftwerke sollen aus seiner Sicht so lange laufen, bis Gaskraftwerke mit vergleichbarer Kapazität gebaut sind; dies sei voraussichtlich 2030 oder 2031 der Fall.
Auf den Einwand, dass Kohle als sehr klimaschädliche Form der Stromerzeugung gilt, verweist Müller auf den Emissionshandel. Er kündigte an, das Thema bei der SPD anzusprechen, und erklärte, mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche im Austausch zu sein.
- Chance: Einsparung von Gas und mögliche Senkung der Strompreise.
- Übergang: Nutzung der Kohlekraftwerke bis zum Bau vergleichbar leistungsfähiger Gaskraftwerke.
- Risiko: Kohle gilt als sehr klimaschädliche Art der Stromerzeugung.
Zusammenfassung: Sepp Müller fordert, deutsche Kohlekraftwerke wieder dauerhaft einzusetzen. Als Ziel nennt er niedrigere Strompreise und einen geringeren Gasverbrauch, während die klimapolitischen Folgen über den Emissionshandel berücksichtigt werden sollen.
Bad Lippspringe setzt auf Energieberatung für Hausbesitzer
In Bad Lippspringe gibt es seit 15 Jahren eine Energieberatung durch die Verbraucherzentrale NRW. Die Neue Westfälische bezeichnet das Angebot als Erfolgsgeschichte und berichtet über Hausbesitzer, die die Beratungsgespräche bereits genutzt haben.
Klimaschutzmanager Henning Rieke hebt dem Bericht zufolge die Bedeutung der Beratung hervor. Im Mittelpunkt stehen praktische Möglichkeiten, mit denen Eigentümer den Energieverbrauch ihrer Häuser prüfen und Einsparpotenziale erkennen können.
Die Beratung richtet sich an Hausbesitzer, die sich über den Zustand ihrer Gebäude und über Möglichkeiten zur Verringerung des Energieverbrauchs informieren möchten. Mehrere Nutzer äußerten sich laut Neue Westfälische zufrieden mit den Gesprächen.
Zusammenfassung: Das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale NRW besteht in Bad Lippspringe seit 15 Jahren. Es soll Hausbesitzern helfen, den Energieverbrauch ihrer Gebäude zu bewerten und Einsparmöglichkeiten zu erkennen.
Bockhorn legt Energiebilanz für kommunale Gebäude vor
Die Gemeinde Bockhorn hat eine neue Energiebilanz für ihre eigenen Gebäude vorgestellt. Laut NWZonline enthält der aktuelle Bericht Daten aus den Jahren 2023 bis 2025 und wird alle drei Jahre erstellt, um Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen.
Erfasst wurden unter anderem Bildungseinrichtungen, Sportstätten und Kultureinrichtungen. Besonders hohe Verbräuche weist das Erlebnisbad Bockhorn auf, während im Bereich der Schulen ebenfalls erhebliche Einsparmöglichkeiten gesehen werden.
Erlebnisbad ist größter Energieverbraucher
Das Erlebnisbad führt die Liste der gemeindlichen Energieverbraucher mit Abstand an. Während der Saison wird das Beckenwasser durch ein Blockheizkraftwerk dauerhaft beheizt, um die Temperatur kontinuierlich auf circa 23 Grad zu halten.
Zusätzlich zur Beheizung des Wassers fällt Energie für die weitere Infrastruktur des Bades an. Bauamtsleiter Danny Stahl erklärt im Bericht, dass die Energieverbräuche wegen der angespannten Haushaltslage weiter reduziert werden müssten.
Eine neue Beckenplane soll künftig einen großen Teil der Energieverluste vermeiden. Sie wird abends über das 50 Meter lange Becken ausgefahren und soll ermöglichen, bis zu 60 Prozent der bisherigen Energiekosten des Bades einzusparen.
Das Bad-Team arbeitet außerdem an einer Lösung, um künftig nahezu vollständig auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Die Auswirkungen der neuen Beckenplane sollen im nächsten Bericht sichtbar werden.
Hohe Verbräuche an den Schulen
Nach Einschätzung der Gemeinde ergibt sich insbesondere bei den Schulen ein großes Einsparpotenzial. Als auffällig wird die Grundschule Grabstede genannt, deren hoher Stromverbrauch voraussichtlich mit der Beheizung der Containerklassen auf dem Schulhof zusammenhängt.
| Gebäude | Stromverbrauch | Stromkosten | Gasverbrauch | Gaskosten |
|---|---|---|---|---|
| Grundschule Grabstede | 56.110 kWh | 17.885 Euro | 253.903 kWh | 22.611 Euro |
| Grundschule Bockhorn | 27.823 kWh | 8.950 Euro | 198.840 kWh | 17.712 Euro |
Beide Schulen wurden im Betrachtungszeitraum mit L-Gas versorgt. Die Kosten können laut NWZonline schwanken, weil die Bezugspreise für Gas und Strom in der Regel für einen Zeitraum von zwei Jahren durch eine Ausschreibung bestimmt werden.
Verbrauchswerte von Bad, Feuerwehrhäusern und Rathaus
Beim Erlebnisbad lagen die Stromkosten im vergangenen Jahr bei 8.102 Euro für 24.248 verbrauchte Kilowattstunden. Der Gasverbrauch betrug 640.203 kWh und wurde mit 57.766 Euro verrechnet.
Für das Bürger-Huus fallen zusammengerechnet im Schnitt pro Jahr zwischen 5000 und 6000 Euro an. Die Kindergärten weisen ähnlich hohe Verbrauchskosten auf.
Die beiden Feuerwehrhäuser kommen auf einen Jahresverbrauch zwischen 75.000 und 89.000 kWh für Strom und Gas. Das kostete die Gemeinde bis zu 15.000 Euro.
Das Rathaus verbrauchte im vergangenen Jahr 55.854 kWh Gas. Dafür wurden 5.137 Euro angesetzt. Der Stromverbrauch lag bei 25.816 kWh und kostete 8.315 Euro.
| Liegenschaft | Verbrauch | Kosten |
|---|---|---|
| Erlebnisbad, Strom | 24.248 kWh | 8.102 Euro |
| Erlebnisbad, Gas | 640.203 kWh | 57.766 Euro |
| Feuerwehrhäuser, Strom und Gas | zwischen 75.000 und 89.000 kWh | bis zu 15.000 Euro |
| Rathaus, Gas | 55.854 kWh | 5.137 Euro |
| Rathaus, Strom | 25.816 kWh | 8.315 Euro |
Zusammenfassung: Die Energiebilanz von Bockhorn zeigt das Erlebnisbad als größten Energieverbraucher. Bei den Schulen fällt besonders die Grundschule Grabstede auf; eine Beckenplane soll im Erlebnisbad bis zu 60 Prozent der bisherigen Energiekosten einsparen.
Quellen:
- Energie: Warum halbvolle Gasspeicher bei einer Kältewelle plötzlich kritisch werden können
- Energie: Unionsfraktionsvize will Kohlekraftwerke anwerfen
- Eingegrenzt
- Energie sparen in Bad Lippspringe: Tipps von den Profis
- Energie sparen in Bockhorn: Bilanz für Verbräuche zu Strom und Gas bei Liegenschaften vorgestellt
- Energie Cottbus Transfer: Wollitz kündigt Leihe an - wechselt Yusuf Wardak?