Energieeffizienz, Energiewende und neue Technologien prägen den Pressespiegel

Autor: Energie-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet energieeffiziente Gebäude, den Ausbau erneuerbarer Energien, neue Windkraftanlagen und wissenschaftliche Fortschritte durch das Roman-Weltraumteleskop.

Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und neue Technologien im Pressespiegel

75 % der EU-Gebäude mit schlechter Energieperformance

Wallstreet Online berichtet, dass rund 75 % des Gebäudebestands in der Europäischen Union eine schlechte Energieperformance besitzen. Gleichzeitig liegt die jährliche energetische Renovierungsrate lediglich bei ungefähr 1 %, während rund 85 % der bestehenden Gebäude bereits vor dem Jahr 2000 errichtet wurden.

Der Gebäudesektor steht laut dem Bericht für rund 40 % des Energieverbrauchs in der EU und etwa 36 % der energiebezogenen Treibhausgasemissionen. Seit Mai 2026 gelten verschärfte europäische Regeln für die Energieperformance von Gebäuden; bis 2050 soll der Bestand schrittweise in Richtung emissionsfreier Gebäude entwickelt werden.

Schneider Electric verbindet über EcoStruxure Daten aus Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Stromversorgung und weiteren Gebäudesystemen. Nach Modellrechnungen des Unternehmens können KI-gestützte Gebäudesysteme den Energieverbrauch gegenüber klassischen Steuerungen um bis zu 22 % reduzieren. Bei den untersuchten kommerziellen Gebäuden entspreche dies jährlichen Energiekosteneinsparungen von etwa 13.600 bis 49.300 US-Dollar je Gebäude.

Siemens verfolgt mit Building X einen vergleichbaren datenbasierten Ansatz. Nach Angaben von Siemens können Kunden durch datenbasierte Energieoptimierung mit Building X Einsparungen von bis zu 30 % erreichen; im Juni 2026 erhielt der Energy Manager der Plattform zudem eine ISO-50001-Zertifizierung.

Eine weitere Ebene bringt laut Wallstreet Online First Graphene gemeinsam mit Vector Companies Group ein. Die kommerziell gestartete Peltyr-Produktfamilie verwendet gedruckte Wärmeflusssensoren mit PureGRAPH. Sie sollen messen, wie schnell Wärme tatsächlich durch Wände, Dächer oder Böden fließt, und damit einen In-situ-U-Wert bestimmen.

Die Sensoren könnten vor einer Sanierung eingesetzt werden, um die reale Wärmeübertragung zu erfassen. Nach dem Austausch von Dämmung, Fenstern oder anderen Komponenten soll eine zweite Messung zeigen, ob sich die thermische Performance tatsächlich verbessert hat. Der Markt für Wärmeflusssensoren soll nach den im Bericht zitierten Marktdaten bis 2034 rund 455,8 Mio. US-Dollar erreichen.

Infobox: Im Mittelpunkt stehen laut Wallstreet Online Messung und Daten als Grundlage für effizientere Gebäude. Genannt werden bis zu 22 % mögliche Energieeinsparung durch KI-gestützte Gebäudesysteme, bis zu 30 % Einsparung durch Building X und ein bis 2034 auf rund 455,8 Mio. US-Dollar geschätzter Markt für Wärmeflusssensoren.

EU-Kommissar fordert schnellere Abkehr von Öl und Gas

T-Online veröffentlicht einen Gastbeitrag des EU-Kommissars für Energie und Wohnen, Dan Jørgensen. Darin wird gefordert, dass sich Europa angesichts der Energiekrise konsequent aus der Abhängigkeit von Öl und Gas befreit und die Energiewende beschleunigt.

Seit Beginn des Konflikts habe die EU über 100 Milliarden Euro mehr für importiertes Öl und Gas ausgegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Jørgensen bezeichnet die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als teuer und fordert, die Einfuhr fossiler Brennstoffe so weit wie möglich und so bald wie möglich zu reduzieren.

Im vergangenen Jahr habe die EU ihr Energiesystem um 89 Gigawatt an erneuerbarer Energie erweitert. Laut dem Beitrag reicht ein Gigawatt aus, um bis zu eine Million Haushalte mit Strom zu versorgen. Zum ersten Mal habe die EU mehr Strom aus Solar- und Windenergie als aus fossilen Brennstoffen erzeugt.

Seit 2022 sei der Gasverbrauch der EU um etwa 17 Prozent gesunken. Der Anteil russischer Erdgasimporte habe über viele Jahre bei 40 Prozent gelegen und liege nun nur noch bei knapp über zehn Prozent. Dieser Anteil werde bald auf null sinken, weil ein Einfuhrverbot für russisches Gas in den EU-Rechtsvorschriften verankert worden sei.

Der Gastbeitrag verweist außerdem auf die stärkere Vernetzung der europäischen Strommärkte. Diese ermögliche es den EU-Ländern, sich in Zeiten des Bedarfs gegenseitig mit Strom zu versorgen sowie Strom grenzüberschreitend zum günstigsten Preis zu kaufen und zu verkaufen.

Erneuerbare Energien machten seit 2023 den größten Anteil privater Investitionen in die europäische Infrastruktur aus. Für 2024 nennt T-Online Investitionen von 15,5 Milliarden Euro, ein Wachstum von mehr als 150 Prozent seit 2020.

Als mögliche Ergänzung zu erneuerbaren Energien nennt Jørgensen bestehende Kernkraftanlagen sowie die Weiterentwicklung kleiner modularer Reaktoren und der Kernfusion. In den kommenden Monaten soll dargelegt werden, wie das europäische Energiesystem in den nächsten zehn Jahren aussehen soll. Dabei sollen konkrete Ziele für erneuerbare Energien, Effizienz und Elektrifizierung bis 2040 festgelegt werden.

„Wir werden den russischen Gashahn zudrehen“, schreibt Dan Jørgensen im von T-Online veröffentlichten Gastbeitrag.

Infobox: T-Online berichtet über die Forderung nach einer beschleunigten Energiewende. Genannt werden 89 Gigawatt zusätzlicher erneuerbarer Energie im vergangenen Jahr, ein seit 2022 um etwa 17 Prozent gesunkener Gasverbrauch, 15,5 Milliarden Euro Investitionen in erneuerbare Energien im Jahr 2024 und das Ziel, den Anteil russischen Gases auf null zu senken.

Sieben neue Windräder bei Zerbst

Die Volksstimme berichtet über den Beginn des Baus von sieben neuen Windrädern auf den ehemaligen Rieselfeldern bei Zerbst. Die für das Projekt benötigten Transporte finden derzeit nachts statt und führen zu umfangreichen Verkehrsanpassungen in der Stadt.

Entlang der Fahrtroute stehen zahlreiche Parkverbotsschilder, außerdem wurden Kreuzungsbereiche vorübergehend umgebaut. Dadurch sollen die teils 90 Meter langen Schwerlasttransporte manövrieren können. Die Volksstimme vergleicht diese Länge mit einem offiziellen Standard-Fußballfeld für Profi- und Ligaspiele, das 105 Meter misst.

Neben den Bauteilen stellt auch der eingesetzte Kran besondere Anforderungen an die Logistik. Die nächtlichen Transporte und die vorbereiteten Straßenabschnitte prägen damit gegenwärtig das Stadtbild von Zerbst.

Infobox: Auf den ehemaligen Rieselfeldern bei Zerbst entstehen sieben neue Windräder. Für die Transporte der bis zu 90 Meter langen Komponenten wurden Straßen und Kreuzungsbereiche angepasst.

NASA-Teleskop soll Dunkle Energie erforschen

SZ.de berichtet über das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop der NASA, das die Dunkle Energie erforschen und nebenbei Zehntausende Planeten entdecken soll. Das Teleskop ist Ende August gestartet und befindet sich auf dem Weg zum L2, einem rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten sogenannten Lagrangepunkt.

Am L2 wirken die Schwerkraft von Sonne und Erde so zusammen, dass ein Satellit im Schlepptau der Erde um die Sonne kreisen kann, ohne abzudriften. Roman soll sich dort zu den Weltraumteleskopen James Webb, Gaia und Euclid gesellen.

Nach Angaben von SZ.de hatte das Teleskop bereits knapp 98 Prozent seiner Wegstrecke zurückgelegt. Von der Erde aus betrachtet stand es zu diesem Zeitpunkt im Sternbild Wassermann.

Die Ankunft in seiner Umlaufbahn um den L2 soll dennoch erst bis Anfang Dezember dauern, weil die Sonde abbremsen muss, um präzise auf die Zielbahn einzuschwenken. Erste Aufnahmen werden erst etwa 90 Tage danach erwartet.

Infobox: Das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop soll am L2 die Dunkle Energie untersuchen und Zehntausende Planeten entdecken. Es hat laut SZ.de knapp 98 Prozent seiner etwa 1,5 Millionen Kilometer langen Strecke zurückgelegt; erste Aufnahmen werden etwa 90 Tage nach der Ankunft erwartet.

Quellen: