Energie-Pressespiegel: Gasheizungen werden teurer, Solarstrom wächst

Energie-Pressespiegel: Gasheizungen werden teurer, Solarstrom wächst

Autor: Energie-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Eine IW-Studie warnt vor stark steigenden Gasheizkosten, während Wärmepumpen, dezentrale Stromnetze und Solarprojekte an Bedeutung gewinnen.

Gasheizungen, Stromnetze und Solarstrom: Energiefragen im Pressespiegel

IW-Studie warnt vor steigenden Kosten für Gasheizungen

Die jährlichen Heizkosten einer neuen Gasheizung könnten sich bis 2040 fast verdoppeln. Das berichtet die WELT unter Berufung auf eine bislang unveröffentlichte Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Nach Darstellung der Studie würde eine Wärmepumpe das Kostenrisiko in den kommenden Jahren deutlich reduzieren. In teilsanierten Altbauwohnungen könnten im Vergleich zu einer Gasheizung 1000 Euro oder mehr im Jahr eingespart werden, während die Heizkosten über viele Jahre weitgehend stabil bleiben könnten.

Kritisch bewertet das IW die Vorgaben des neuen Heizungsgesetzes. Der Einbau von Gas- und Ölheizungen bleibt demnach möglich, zugleich sollen diese Heizungen ab 1. Januar 2029 einen zunehmenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Das könnte die Kosten zusätzlich erhöhen.

Die zuvor geltende 65-Prozent-Regelung, nach der neu eingebaute Heizungen mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden sollten, wird laut Bericht gestrichen. Sie galt seit 2024 zunächst für Neubauten in einem Neubaugebiet.

„Haushalte könnten dadurch zu Investitionen verleitet werden, die zwar kurzfristig zulässig erscheinen, sich langfristig jedoch als unwirtschaftlich oder regulatorisch nicht tragfähig erweisen.“

Infobox – WELT: Die IW-Untersuchung warnt vor einer möglichen fasten Verdoppelung der jährlichen Kosten für neue Gasheizungen bis 2040. Wärmepumpen könnten das Kostenrisiko senken und in teilsanierten Altbauwohnungen 1000 Euro oder mehr pro Jahr sparen.

Forum in Neuss: Wasserstoff, Fernwärme und Stromnetz im Mittelpunkt

In Neuss haben 3M, die Stadtwerke Neuss und die Wasserstoff-Initiative H2UB über Energiesicherheit und die Zukunft des Stromnetzes diskutiert. Die Veranstaltung „Energie – der Weg in die Zukunft“ fand im Pavillon der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein auf dem Wendersplatz statt, wie RP Online berichtet.

Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie ein zuverlässiges Energienetz gestaltet werden kann und wie die Stromversorgung künftig gesichert wird. Thomas Walkiewicz, Geschäftsführer der Stadtwerke Neuss, sprach über die kommunale Versorgung mit Gas, Fernwärme und Strom sowie über einen möglichen Einsatz von Wasserstoff im Stadtgebiet.

Eine weitere Aufgabe sehen die Stadtwerke darin, viele kleine Kraftwerke, etwa Photovoltaikanlagen, an das Netz anzuschließen. Das Stromnetz stehe wegen der zunehmenden Elektrifizierung von Industrie und Mobilität vor großen Anforderungen. Gleichzeitig wachse der Anteil erneuerbarer und volatiler Energien.

Frank Piller von der RWTH Aachen stellte das Forschungsprojekt „Safer Grid“ vor. Der Ansatz sieht ein dezentrales Stromnetz vor, bei dem das europäische Stromnetz in viele entkoppelt arbeitende Teilnetze aufgespalten wird. Die Energie könnte dabei asynchron ausgeglichen werden, was eine Abkehr von der festen Netzfrequenz von 50 Hertz bedeuten würde.

„Es wird eine große Herausforderung zu zeigen, dass unser Modell auf nationale Ebene skalierbar ist.“

Auch die Akzeptanz in der Gesellschaft wurde als wichtige Dimension der Energiepolitik benannt. Neben Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit müsse die gesellschaftliche Akzeptanz berücksichtigt werden, etwa bei Fragen sozialer Gerechtigkeit oder der Flächenkonkurrenz.

Bei der Diskussion kam zudem eine Flusswasserwärmepumpe am Niehler Hafen in Köln zur Sprache. Sie soll ab 2028 in Betrieb gehen, 50.000 Haushalte mit Wärme versorgen und 30 Prozent des Wärmebedarfs der Kölner Innenstadt abdecken. Die Kosten belaufen sich auf 280 Millionen Euro, von denen 100 Millionen Euro der Bund übernimmt.

Infobox – RP Online: Das Forum stellte die wachsenden Anforderungen an das Stromnetz, dezentrale Netzmodelle, Wasserstoff und Fernwärme in den Mittelpunkt. Die Beteiligten betonten die Bedeutung von Innovation, regionaler Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Akzeptanz.

Ispringen plant Solaroffensive und kommunale Wärmeplanung

Die Gemeinde Ispringen hat gemeinsam mit dem Unternehmen Energie Calw eine neue Gesellschaft gegründet. Nach Angaben von PZ-news wurde sie im Februar notariell aus der Taufe gehoben und soll künftig unter anderem Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Dächern errichten.

Zu den Vorhaben gehört außerdem die Mitwirkung an der kommunalen Wärmeplanung, die der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung auf den Weg gebracht hat. Als ein konkretes Projekt wird der Ausbau von Photovoltaik auf dem Dach der Otto-Riehm-Schule genannt.

Co-Geschäftsführerin Michaela Sieber skizzierte die Ziele für die kommenden Monate. Für das Dach der Schule sieht sie mit einer möglichen Energieerzeugung von 241 Megawattstunden pro Jahr das größte Potenzial.

Infobox – PZ-news: Ispringen will mit einer neuen Gesellschaft den Ausbau kommunaler Photovoltaikanlagen vorantreiben und die Wärmeplanung unterstützen. Für das Dach der Otto-Riehm-Schule wird eine mögliche Energieerzeugung von 241 Megawattstunden pro Jahr genannt.

Balkonsolaranlagen in Baden-Württemberg legen weiter zu

In Baden-Württemberg sind im ersten Halbjahr 2026 Balkonsolaranlagen mit einer installierten Leistung von 38 Megawatt angemeldet worden. Im gesamten Vorjahr lag der Wert bei 74 Megawatt, berichtet SZ.de unter Berufung auf Angaben der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und des Solar Clusters Baden-Württemberg.

Im ersten Halbjahr 2026 machten Balkonsolaranlagen 4,6 Prozent der insgesamt neu zugebauten Leistung aus. Im Marktstammdatenregister wurden 28.037 Anlagen neu angemeldet, gegenüber 60.075 Anlagen im Gesamtjahr 2025.

KennzahlWert
Neu angemeldete Leistung im ersten Halbjahr 202638 Megawatt
Neu angemeldete Leistung im Gesamtjahr 202574 Megawatt
Anteil an der neu zugebauten Leistung im ersten Halbjahr 20264,6 Prozent
Neu angemeldete Anlagen im ersten Halbjahr 202628.037
Neu angemeldete Anlagen im Gesamtjahr 202560.075
Registrierte Anlagen insgesamt188.569
Installierte Leistung insgesamt197 Megawatt

Die höhere Gesamtleistung trotz der geringeren Zahl neuer Anlagen wird mit der zunehmenden Leistung neuer Module erklärt. Außerdem würden inzwischen häufig mehr als zwei Module installiert.

Die tatsächliche Zahl der Balkonsolaranlagen dürfte nach Einschätzung von Fachleuten deutlich höher liegen, weil nicht alle Anlagen angemeldet werden. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg schätzt, dass auf eine angemeldete Balkonsolaranlage insgesamt rund zwei nicht angemeldete Anlagen kommen.

Als Gründe für den Boom nennt ZSW-Experte Tobias Kelm gesunkene Preise, leistungsfähigere Geräte, die größere Verfügbarkeit im Handel und die Strompreise. Hinzu kämen regulatorische Klarheit und der Abbau bürokratischer Hürden. Seit 2024 müssen Steckersolargeräte lediglich in einem vereinfachten Verfahren im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden.

Infobox – SZ.de: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Baden-Württemberg 28.037 Balkonsolaranlagen mit 38 Megawatt Leistung angemeldet. Insgesamt sind 188.569 Anlagen mit 197 Megawatt registriert; Fachleute gehen wegen nicht gemeldeter Anlagen von einer deutlich höheren tatsächlichen Zahl aus.

Quellen: