Energie im Wandel: Strom, Biogas und Meerwasser-Wärme im Fokus

Energie im Wandel: Strom, Biogas und Meerwasser-Wärme im Fokus

Autor: Energie-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Artikel beleuchtet sinkende Strompreisprognosen, den Förderumbruch bei Biogas in Mecklenburg-Vorpommern und die besondere Konzertenergie der No Angels.

Energie im Wandel: Strompreis-Prognose, Biogas-Umbruch und Meerwasser als Wärmequelle

Strom soll in zwei Jahren günstiger sein als das fossile System

Deutschland gibt nach Angaben von n-tv.de jedes Jahr 80 Milliarden Euro für Erdöl und Erdgas aus. Jan Lozek, Chef des Risikokapitalgebers Future Energy Ventures, bezeichnet diese Ausgaben als eine „unsichtbare Steuer“, weil das Geld in die USA, den Nahen Osten und nach Norwegen fließe und nicht in Deutschland reinvestiert werden könne.

Lozek sieht darin einen Wettbewerbsnachteil für Deutschland und Europa. Energie sei ein wesentlicher Kostenfaktor der Industrieproduktion; wer fossile Energien aus anderen Ländern kaufe, sei gegenüber Wettbewerbern im Nachteil. In Deutschland würden weiterhin 57 Prozent fossile Energien benötigt, um Auto zu fahren und zu produzieren.

Zum Vergleich nennt das Interview Zahlen von Eurostat: Die EU-Staaten gaben im vergangenen Jahr 336,7 Milliarden Euro für Erdgas, Flüssigerdgas und Öl aus. Im Jahr 2022 waren es auf dem Höhepunkt der Energiekrise 693,4 Milliarden Euro.

Als Ausweg fordert Lozek Investitionen in erneuerbare Energien, Wärmepumpen, Batteriespeicher und Elektroautos. Viele Haushalte und Industrien könnten die notwendigen Anschaffungen jedoch nicht aus eigener Kraft finanzieren. Deshalb plädiert er für eine Anschubfinanzierung, die zurückgezahlt werden könne und mit den erzielten Einsparungen verbunden werde.

Ein zentrales Hindernis sieht der Investor bei Genehmigungen und Netzanschlüssen. Der Anschluss eines Wind- oder Solarparks sowie eines großen Batteriespeichers dauere je nach Region derzeit fünf bis sieben Jahre. Auch für die Vermarktung von Energie aus Haushalten und für die Verteilung erneuerbarer Wärme in Miethäusern müssten geeignete Marktsysteme und organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden.

„In zwei Jahren wird der Strompreis niedriger sein als im alten fossilen System“, sagt Jan Lozek im Gespräch mit n-tv.de.

Als weitere wichtige Säule nennt Lozek die Wärmewende. Wärme lasse sich vergleichsweise einfach elektrifizieren; eine Wärmepumpe könne bei hohen Temperaturen im Sommer zudem als Klimaanlage fungieren. Mehr Speicher könnten die Verfügbarkeit von Energie erhöhen und Preisspitzen senken.

Lozek verweist außerdem auf den weltweiten Kapitalfluss in Energiewendetechnologien. Im vergangenen Jahr seien weltweit 2,5 Billionen Euro in Technologien investiert worden, die die Energiewende unterstützen oder voranbringen. Dazu zählt er unter anderem Wärmepumpen, Photovoltaik, die Elektrifizierung des Transports sowie Lösungen für Netzbetreiber.

  • Jährliche Ausgaben Deutschlands für Erdöl und Erdgas: 80 Milliarden Euro.
  • Fossiler Anteil am Energiebedarf für Autofahren und Produktion in Deutschland: 57 Prozent.
  • Ausgaben der EU-Staaten für Erdgas, LNG und Öl im vergangenen Jahr: 336,7 Milliarden Euro.
  • Ausgaben auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022: 693,4 Milliarden Euro.
  • Investitionen weltweit in Energiewendetechnologien im vergangenen Jahr: 2,5 Billionen Euro.

Zusammenfassung: Laut n-tv.de sieht Jan Lozek in fossilen Importen eine dauerhafte finanzielle Belastung und erwartet, dass Strom in zwei Jahren günstiger als im alten fossilen System sein wird. Dafür seien Investitionen, schnellere Genehmigungen, ein leistungsfähigeres Stromnetz und politische Unterstützung erforderlich.

Biogasbranche in Mecklenburg-Vorpommern steht vor tiefgreifendem Umbruch

Die Biogasbranche in Mecklenburg-Vorpommern steht nach einem Bericht von SZ.de vor wichtigen Entscheidungen. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern fordert angesichts auslaufender Förderfristen verlässliche Rahmenbedingungen für die Betreiber von Biogasanlagen.

Das Gros der 546 Biogasanlagen im Bundesland entstand zwischen 2006 und 2012. Bei mehr als der Hälfte der Anlagen läuft damit in den kommenden fünf Jahren die auf 20 Jahre befristete Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz aus. Die ersten Entscheidungen über einen Weiterbetrieb stehen dem Verband zufolge bereits ab Ende 2026 an.

Für viele landwirtschaftliche Betriebe sind Biogasanlagen ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Sie verarbeiten Energiepflanzen, Gülle und andere Reststoffe, liefern Strom und Wärme und können einspringen, wenn Wind- und Solarenergie nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

„Biogas ist weit mehr als ein Stromlieferant“, sagte Bauernpräsident Karsten Trunk der Deutschen Presse-Agentur.

Besonders kritisch bewertet der Bauernverband die vorgesehenen Regelungen für die Anschlussvergütung nach dem Ende der EEG-Förderung. Künftig solle die Einspeisung von Biogasstrom nur noch für maximal 3.000 Stunden im Jahr vergütet werden, vorwiegend in Zeiten, in denen Wind- und Solarenergie nur begrenzt verfügbar sind.

Nach Einschätzung des Bauernverbands würden viele Betreiber dadurch nur noch einen Bruchteil ihrer bisherigen Erlöse erzielen. Damit stellt sich für zahlreiche Anlagen die Frage, ob ein Weiterbetrieb wirtschaftlich möglich ist und welche Rolle Biogas künftig im Energiesystem übernehmen kann.

Umweltschützer bewerten den Einsatz von Biogasanlagen insbesondere bei der Nutzung von Mais anders. Der Nabu Schleswig-Holstein hatte im vorigen Jahr gefordert, die Einspeisevergütung für alle mit Mais und anderen Energiepflanzen gespeisten Biogasanlagen auslaufen zu lassen.

Biogas aus Energiemais sei nach Darstellung des Nabu energetisch wenig effizient und trage kaum zum Klimaschutz bei. Die Förderung über das EEG mit einer 20-jährigen Garantie auf hohe Einspeisevergütungen bezeichnete der Verband als energie- und umweltpolitischen Fehler.

AngabeWert
Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern546
Entstehungszeitraum des Gros der Anlagen2006 bis 2012
Dauer der EEG-Förderung20 Jahre
Beginn der ersten Entscheidungen über den Weiterbetriebab Ende 2026
Maximal vergütete Einspeisung nach den vorgesehenen Regelungen3.000 Stunden im Jahr

Zusammenfassung: SZ.de berichtet, dass mehr als die Hälfte der 546 Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden fünf Jahren vom Auslaufen der 20-jährigen EEG-Förderung betroffen ist. Der Bauernverband fordert Planungssicherheit, während Umweltschützer insbesondere die Nutzung von Mais zur Energiegewinnung kritisieren.

No Angels setzen bei Konzert in Bopfingen auf direkte Energie

Die Schwäbische Post berichtet über das Konzert der No Angels beim Festival „Summer Vibes“ im Stadtgarten von Bopfingen am 1. August. Die Band schätzt an kleineren Konzertorten vor allem die Nähe zum Publikum und die unmittelbaren Reaktionen.

Im Interview erklären die Sängerinnen, dass die Energie in kleineren Städten oder an besonderen Orten direkter spürbar sei. Man sehe Gesichter, erhalte Reaktionen unmittelbar zurück und erlebe dadurch eine besonders echte Atmosphäre.

Die Band spricht auch über mehrere abgesagte Konzerte in den vergangenen Wochen. Dafür habe es unterschiedliche Gründe gegeben; einige Dinge hätten außerhalb des Einflussbereichs der Band gelegen. Außerdem hätten derzeit viele Künstler mit rückläufigen Ticketverkäufen zu kämpfen, was auch an den No Angels nicht vorbeigehe.

Nach Trennungen und späteren Wiedervereinigungen verbindet die Band laut Interview eine gemeinsame Geschichte mit gemeinsamen Höhen und Tiefen. Auch die Zeit außerhalb der No Angels sei wichtig gewesen, damit sich jede Sängerin unabhängig von der Band entwickeln konnte.

Innerhalb der Gruppe gebe es unterschiedliche Dynamiken und Fähigkeiten. Eine Sängerin sei möglicherweise schneller beim Organisieren, eine andere habe ein besonderes Gespür für die Stimmung, während weitere Mitglieder eher praktisch dächten oder bemerkten, wenn emotional etwas nicht stimme.

Die Rollen wechselten, so die Band, und nach 25 Jahren kenne man sich gut genug, um zu wissen, wer gerade Raum brauche, wer Verantwortung übernehme oder wer Ruhe in eine Situation bringe.

„Heute ist es körperlich anstrengender als vor 25 Jahren. Aber mir macht es jetzt auf der Bühne mehr Spaß als früher“, sagte Jess der Schwäbischen Post.

Sie könne heute bewusster genießen und besser einschätzen, was sie könne und was nicht. Häufig komme der Gedanke auf, wie schön es sei, dass die Band diese Erfahrungen noch immer machen dürfe.

Das Konzert findet am Samstag, 1. August, um 20 Uhr statt. Tickets gibt es laut Schwäbischer Post bei Reservix ab 68 Euro.

Die „Summer Vibes“ im Bopfinger Stadtgarten starteten im Jahr 2017. Als erste große Namen traten Max Giesinger und Christina Stürmer auf. Später folgten unter anderem Milow, Niko Santos, Ronan Keating und Alvaro Soler; im vergangenen Jahr waren Nena zweimal sowie Giovanni Zarella zu Gast.

AngabeWert
KonzertortStadtgarten Bopfingen
VeranstaltungSummer Vibes
KonzertterminSamstag, 1. August, 20 Uhr
Ticketpreisab 68 Euro
Bandgeschichte25 Jahre
Start der Summer Vibes2017

Zusammenfassung: Die No Angels verbinden ihren Auftritt in Bopfingen mit der besonderen Nähe kleiner Konzertorte. Die Band spricht außerdem über abgesagte Termine, ihre gemeinsame Geschichte und die Herausforderungen einer Live-Karriere nach 25 Jahren.

Cuxhaven baut Energiespundwand für klimaneutrales Quartier

Im Alten Fischereihafen von Cuxhaven entsteht nach Angaben des Merkur ein Energieprojekt, bei dem eine Kaimauer als Wärmetauscher genutzt wird. Eine 1.200 Meter lange Stahlspundwand soll Wärme und Kälte direkt aus dem Meerwasser gewinnen und damit ein gesamtes Stadtquartier versorgen.

Hinter den rund 1750 Stahlbohlen verlaufen insgesamt rund 24 Kilometer Absorberrohre. Sie arbeiten nach dem Prinzip von Erdwärmesonden, verwenden als Energiequelle jedoch das Hafenwasser. Die gespeicherte Energie des Meerwassers wird über die Rohre aufgenommen und mit leistungsstarken Großwärmepumpen in Heiz- und Kühlenergie umgewandelt.

Das System entnimmt kein Wasser und leitet auch kein Wasser ein. Die Spundwand dient ausschließlich als passiver Wärmetauscher im Hafenbecken. Nach Angaben des Merkur wurde die Technik zuvor in drei kleineren Versuchsanlagen erprobt; Cuxhaven ist nun die erste große Anlage weltweit.

Die Lebensdauer der Spundwand wird mit bis zu 100 Jahren angegeben. Sie soll ganzjährig im Dauerbetrieb eingesetzt werden können und im Winter Wärme sowie im Sommer Kühlung für das Quartier bereitstellen.

Die geplante Heizleistung beträgt 2.050 Kilowatt. Jährlich soll die Energiespundwand rund 5.000 Megawattstunden Wärmeenergie liefern. Versorgt werden soll ein rund 61.000 Quadratmeter großes Quartier rund um den Alten Fischereihafen mit Wohn- und Gewerbegebäuden.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich laut Planung auf rund 3,135 Millionen Euro. Die Leitungen hinter den Stahlelementen kosten allein rund 2,5 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit einem Förderbescheid in Höhe von 1,4 Millionen Euro, was 45 Prozent der Investitionssumme entspricht.

„Ein Projekt in dieser Größenordnung, mit Energie aus der Spundwand umliegende Gebäude mit Wärmepumpen klimaneutral zu versorgen, ist einzigartig in Deutschland“, sagte Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer.

Das Projekt soll zeigen, wie Energie aus Meerwasser mit möglichst geringem Eingriff in die Umwelt genutzt werden kann. Die eingesetzten technischen Lösungen könnten laut Merkur als Demonstrationsobjekt für andere Quartiere und Kommunen dienen, sofern Flüsse, Seen oder Hafenbecken als Wärmequelle zur Verfügung stehen.

In der Fachwelt gilt Aquathermie als Baustein der Wärmewende. Auch auf der Überseeinsel in Bremen wird Wasserenergie genutzt. Dort versorgt die Weser ein Quartier nahezu CO₂-neutral mit Strom, Wärme und Kälte.

AngabeWert
Länge der Stahlspundwand1.200 Meter
Anzahl der Stahlbohlenrund 1750
Länge der Absorberrohrerund 24 Kilometer
Lebensdauer der Spundwandbis zu 100 Jahren
Heizleistung2.050 Kilowatt
Jährliche Wärmeenergierund 5.000 Megawattstunden
Größe des Quartiersrund 61.000 Quadratmeter
Gesamtkostenrund 3,135 Millionen Euro
Kosten der Leitungenrund 2,5 Millionen Euro
Förderung des Landes Niedersachsen1,4 Millionen Euro
Anteil an der Investitionssumme45 Prozent

Zusammenfassung: In Cuxhaven entsteht eine 1.200 Meter lange Energiespundwand, die Meerwasser als Wärme- und Kältequelle nutzt. Das Projekt soll ein rund 61.000 Quadratmeter großes Quartier mit einer Heizleistung von 2.050 Kilowatt und rund 5.000 Megawattstunden Wärmeenergie pro Jahr klimaneutral versorgen.

Quellen: