Europas Energieversorgung unter Druck: Gas, Wasserkraft und Erneuerbare im Fokus

Autor: Energie-Echo Redaktion

Veröffentlicht:

Kategorie: News

Zusammenfassung: Europas Energieversorgung gerät durch langsame Gasspeicherfüllung, Niedrigwasser und steigenden Strombedarf unter Druck; Serbien setzt auf Atomkraft, Pumpspeicher und Erneuerbare.

Europas Gasstrategie gerät vor dem Winter unter Druck

Die Europäische Union füllt ihre Gasspeicher derzeit so langsam wie seit Jahren nicht. Gleichzeitig will sie mitten im anstehenden Winter den Bezug russischen Flüssiggases stoppen, berichtet die WELT.

Damit verbindet sich laut dem Bericht ein riskanter energiepolitischer Kurs: Die EU muss ihre Versorgungssicherheit angesichts der langsamen Speicherbefüllung gewährleisten und zugleich den geplanten Stopp russischer Flüssiggaslieferungen umsetzen. Der Artikel stellt diese Entwicklung als einen Gas-Poker dar, bei dem die europäischen Entscheidungen unmittelbar mit der Vorbereitung auf den Winter zusammenfallen.

„Speicher werden kaum noch befüllt – der riskante Gas-Poker der EU“

Infobox: Die EU befüllt ihre Gasspeicher so langsam wie seit Jahren nicht und plant zugleich, den Bezug russischen Flüssiggases mitten im anstehenden Winter zu stoppen.

Hitze und Niedrigwasser setzen Österreichs Wasserkraft unter Druck

Fehlender Niederschlag und hohe Temperaturen haben laut Kurier zu historisch niedrigen Pegelständen an der Donau geführt. In Osteuropa mussten Kraftwerke aufgrund des Wassermangels abgeschaltet werden, während auch die Stromproduktion in Österreich signifikant zurückging.

Leonhard Schitter, Chef der Energie AG Oberösterreich, sagte in der Zib2, man sei beim schlechtesten Jahr in der Unternehmensgeschichte angelangt, wenn es um die Stromproduktion aus Wasserkraft gehe. Die Versorgungssicherheit sei dennoch „zu 100 Prozent“ aufrechterhalten worden.

Schitter beschrieb die Hitzeperiode als dramatisches Zeichen für die Folgen des fortschreitenden Klimawandels auf Mensch und Natur. Österreich müsse deshalb den Ausbau weiterer Energiequellen forcieren, da derzeit rund zwei Drittel der erneuerbaren Stromproduktion aus Wasserkraft stammen.

Die Energie AG investiert nach seinen Angaben unter anderem in Windkraft, Photovoltaik und Pumpspeicher. Das Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee bezeichnete Schitter als „die grüne Batterie in Österreich“.

Der Energie-AG-Chef kritisierte zugleich lange Genehmigungsverfahren. Die Behörden benötigten dafür mehr Personal, Österreich müsse „viel schneller werden“.

ThemaAngabe
Versorgungssicherheit„zu 100 Prozent“
Strombedarf bis 2040Verdoppelung
Erneuerbare Stromproduktionrund zwei Drittel Wasserkraft

Bis 2040 rechnet Schitter mit einer Verdoppelung des Strombedarfs. Österreich müsse damit bis 2040 jene Strommenge zubauen, die in den vergangenen 140 Jahren errichtet worden sei, seit das erste Kraftwerk ans Netz gegangen ist.

Auch das geplante Google-Datencenter in Kronstorf werde den Strombedarf stark erhöhen. Schitter wies Kritik an solchen Projekten zurück und erklärte, wer Künstliche Intelligenz jetzt schon verwende und künftig noch mehr verwenden wolle, müsse auch Ja zu KI-Rechenzentren sagen.

Den zusätzlichen Bedarf werde Österreich nicht allein decken können. Ein Teil müsse laut Schitter über den europäischen Strombinnenmarkt und Importe abgedeckt werden.

Infobox: Niedrige Donaupegel belasten die Wasserkraftproduktion in Österreich. Die Versorgungssicherheit blieb laut Leonhard Schitter dennoch bei „zu 100 Prozent“, während der Strombedarf bis 2040 eine Verdoppelung erreichen könnte.

Serbien setzt auf Atomkraft, Pumpspeicher und erneuerbare Energien

In Serbien treiben private Initiativen den Ausbau erneuerbarer Energien voran, während die Regierung zugleich große staatliche Projekte plant. Dazu gehören der Bau eines Atomkraftwerkes und eines riesigen Pumpspeicherkraftwerks an der Donau, berichtet energiezukunft.

Anfang August 2026 beeinträchtigte Niedrigwasser nicht nur die Binnenschifffahrt auf der Donau. Ungarn, Bulgarien und Rumänien mussten zuletzt ihre Atomkraftwerke herunterfahren.

Zu diesem Zeitpunkt unterzeichnete Serbiens Energieministerin Dubravka Đedović Handanović mit dem staatlich französischen Stromversorger Électricité de France ein Partnerschaftsabkommen zur Entwicklung einer nationalen Nuklearwirtschaft. Eine Novellierung des Energiegesetzes hatte im Jahr 2024 ein 35 Jahre gültiges Moratorium zur Nutzung der Kernenergie beendet.

Mit französischer Unterstützung will Serbien bis zum Jahr 2040 ein Atomkraftwerk mit einer Kapazität von 1,2 Gigawatt errichten. Umweltschützer befürchten, dass die staatliche Fokussierung auf dieses Großprojekt die Entwicklung dezentraler regenerativer Energieträger beeinträchtigen könnte.

Erneuerbare erreichen knapp vier Gigawatt installierte Leistung

Danijela Isailović, Geschäftsführerin des Verbands für Erneuerbare Energien Serbiens, beschreibt den Sektor der grünen Energie als rasant wachsend. Die installierte Gesamtleistung erneuerbarer Energieträger beläuft sich demnach inzwischen auf knapp vier Gigawatt.

Besonders groß ist das Interesse an neuen Projekten: Isailović verweist auf zwölf Gigawatt an Vorhaben mit Netzanschlussanträgen. Dies zeige das starke Interesse der Investoren und den erheblichen Druck auf die serbische Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur.

BereichWert
Installierte Gesamtleistung erneuerbarer Energienknapp vier Gigawatt
Projekte mit Netzanschlussanträgenzwölf Gigawatt
Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung im vergangenen Jahrgut dreißig Prozent
Ziel für die kommenden vier Jahrefünfundvierzig Prozent

Nach Daten des serbischen Netzbetreibers Elektromreza Srbije trugen erneuerbare Energien im vergangenen Jahr gut dreißig Prozent zur nationalen Elektrizitätserzeugung bei. Der Nationale Energie- und Klimaplan sieht für die kommenden vier Jahre eine Steigerung ihres Anteils auf fünfundvierzig Prozent vor.

Die Stromerzeugung wird jedoch weiterhin von fossilen Brennstoffen dominiert. Kohlekraftwerke erzeugten im Jahr 2025 63,7 Prozent und Gaskraftwerke 5,3 Prozent des Stroms.

EnergiequelleAnteil an der Stromerzeugung
Kohlekraftwerke im Jahr 202563,7 Prozent
Gaskraftwerke im Jahr 20255,3 Prozent
Wasserkraftrund fünfundzwanzig Prozent
Windkraft4,3 Prozent
Bioenergieknapp ein Prozent
Solarenergieknapp ein Prozent

Infobox: Serbiens erneuerbare Energien verfügen über knapp vier Gigawatt installierte Leistung. Ihr Anteil an der Stromerzeugung soll von gut dreißig Prozent im vergangenen Jahr auf fünfundvierzig Prozent in den kommenden vier Jahren steigen.

Donau-Pumpspeicher soll „Europas größte Batterie“ werden

Die großen serbischen Wasserkraftwerke Đerdap 1 und Đerdap 2 am Eisernen Tor an der Donau verfügen zusammen über eine Erzeugerkapazität von 2,5 Gigawatt. Bei heißem Wetter und anhaltender Dürre sinkt jedoch der Wasserstand der Donau, wodurch sich ihr Anteil an der Stromerzeugung beträchtlich reduziert.

Die Regierung hält dennoch am Ausbau der großen Wasserkraft an der Donau fest. Bis zum Jahr 2038 soll für ein geschätztes Investitionsvolumen von über 2,6 Milliarden Euro das Pumpspeicherkraftwerk Đerdap 3 entstehen.

Das Kraftwerk soll eine Kapazität von rund 2,4 Gigawatt haben und nach den Plänen der Regierung „Europas größte Batterie“ werden. Es soll das Stromnetz ausbalancieren, das durch die Integration schwankender Energieträger wie Sonne und Wind stark beansprucht wird.

Infobox: Đerdap 3 soll bis zum Jahr 2038 mit rund 2,4 Gigawatt Kapazität entstehen. Das Investitionsvolumen wird auf über 2,6 Milliarden Euro geschätzt.

Windkraft und Photovoltaik bauen ihre Kapazitäten aus

Serbien verfügt inzwischen über dreizehn Windparks mit einer Gesamtkapazität von 824,2 Megawatt. Rund zweihundert Megawatt davon gingen im vergangenen Jahr ans Netz.

Bis zum Ende dieser Dekade erwartet RES-Serbia-Geschäftsführerin Isailović einen Zuwachs der Windkraftkapazität um 1,3 Gigawatt. Auf dem Berg Crni Vrh in Ostserbien wird derzeit ein Windpark mit einer Kapazität von 150 Megawatt errichtet, in Jasikovo entsteht eine Windkraftanlage mit 70 Megawatt.

Windkraftprojekt oder BestandKapazität
Dreizehn Windparks zusammen824,2 Megawatt
Windpark am Berg Crni Vrh150 Megawatt
Windkraftanlage in Jasikovo70 Megawatt
Erwarteter Zuwachs bis zum Ende dieser Dekade1,3 Gigawatt

Auch die Solarenergie wächst deutlich. Im vergangenen Jahr wurden 134,3 Megawatt Photovoltaik ins Netz eingespeist, wodurch sich die installierte Solarkapazität auf 318,3 Megawatt erhöhte.

Von dieser Solarkapazität waren 192,2 Megawatt an das Verteilnetz angeschlossen. Auf selbstkonsumierende Erzeuger entfielen 125,9 Megawatt. In der ersten Jahreshälfte gingen Photovoltaikanlagen mit einer kumulierten Kapazität von 61 Megawatt in Betrieb.

PhotovoltaikWert
Im vergangenen Jahr eingespeiste Leistung134,3 Megawatt
Installierte Solarkapazität318,3 Megawatt
An das Verteilnetz angeschlossen192,2 Megawatt
Selbstkonsumierende Erzeuger125,9 Megawatt
In der ersten Jahreshälfte in Betrieb gegangen61 Megawatt

Infobox: Serbiens Windkraft wächst mit dreizehn Windparks und 824,2 Megawatt Gesamtkapazität. Die installierte Solarkapazität stieg auf 318,3 Megawatt.

Große Solarprojekte und Batteriespeicher geplant

Der Ausbau des Ökostromsektors setzt sich nach Darstellung von energiezukunft verstärkt fort. Neben zahlreichen Großprojekten privater Entwickler engagieren sich auch staatliche Unternehmen.

Der staatliche Energieversorger Elektroprivreda Srbije will gemeinsam mit einem Konsortium aus Hyundai Engineering und UGT Renewables sechs große Solarkraftwerke errichten. Als Standorte sind konvertierte Kohleabbau- und verwaiste Kraftwerksflächen vorgesehen.

Die sechs Anlagen sollen eine Gesamtleistung von 1,2 Gigawatt erreichen. Zusätzlich sind Batteriespeichersysteme mit einer Kapazität von 200 Megawatt geplant.

Die privaten Entwickler MK Group und Fintel Energija wollen bis zum Jahresende in Kula in der Vojvodina ihr Agrosolarprojekt fertigstellen. Das Projekt soll 660 Megawatt leisten, 340 Millionen Euro kosten und anschließend 200.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Nach Angaben der Projektentwickler handelt es sich um „das größte Solarkraftwerk in Europa, das Stromerzeugung und ökologischen Landbau kombiniert“.

ProjektAngabe
Sechs staatliche Solarkraftwerke1,2 Gigawatt
Batteriespeichersysteme200 Megawatt
Agrosolarprojekt in Kula660 Megawatt
Investitionsvolumen des Agrosolarprojekts340 Millionen Euro
Versorgung durch das Agrosolarprojekt200.000 Haushalte

Infobox: Staatliche und private Projekte verbinden in Serbien Solarstrom mit Batteriespeichern und ökologischer Landwirtschaft. Das Agrosolarprojekt in Kula soll 660 Megawatt leisten und 200.000 Haushalte versorgen.

Negativpreise und fehlende Netzanschlussprüfungen bremsen den Markt

Die zunehmende Einspeisung schwankender Strommengen aus Wind und Sonne hat die serbische Strombörse SEEPEX Anfang Mai 2026 dazu veranlasst, den Handel mit Strom zu Negativpreisen zuzulassen. Begründet wurde dies mit der Anpassung des serbischen Marktes an europäische Standards und der Vorbereitung auf die künftige Integration in den EU-Binnenmarkt.

Für die Agentur für Nachhaltige Energie NALED entsteht daraus die Herausforderung, neue Marktmodelle wie langfristige Verträge einzuführen und Batteriespeichersysteme zur Ausbalancierung des Stromnetzes zu installieren.

Gleichzeitig könnte eine Entscheidung der serbischen Regierung die Marktentwicklung bremsen. Im vergangenen Mai wurde eine Änderung der Verordnung über die Bedingungen der Stromversorgung verabschiedet, um den Druck auf das serbische Elektrizitätsnetz zu verringern.

Nach Darstellung von Isailović wird der Übertragungsnetzbetreiber EMS erst wieder im Jahr 2029 Netzanschlussstudien durchführen. Diese Studien sind Voraussetzung für die Einspeisung von Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen.

Für jede anzuschließende Anlage muss vor Baubeginn eine Studie beziehungsweise Prüfung durchgeführt werden, um einen Netzanschluss zu erhalten. Projekte, die bereits über Verträge zur Durchführung der Anschlussstudien verfügen, sind von der Neuregelung ausgenommen.

„Das faktische Einfrieren der Durchführung neuer Netzanschlussstudien für erneuerbare Energiequellen bis 2029 ist ein Investitionshemmnis, das die Realisierung neuer Projekte verzögert und den Ausbau neuer Kapazitäten verlangsamt“, kritisiert Danijela Isailović.

Infobox: SEEPEX lässt seit Anfang Mai 2026 den Handel mit Strom zu Negativpreisen zu. Zugleich sollen neue Netzanschlussstudien für erneuerbare Energiequellen erst wieder im Jahr 2029 durchgeführt werden.

rbb zeigt Dokumentation über Energie im menschlichen Körper

Der rbb kündigt für den 24.08.2026 um 21:00 die Sendung „Mein Körper. Meine Energie.“ an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen mehr Energie mobilisieren und sich kraftvoller fühlen können.

Die Sendung erklärt, dass der Schlüssel in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, liegt. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erläutern, wie Körperenergie entsteht und wie sich mehr Power gewinnen lässt.

Der rbb berichtet außerdem, dass die weitreichende Bedeutung der Mitochondrien und die Folgen ihrer Funktionsstörungen von Forschern erst jetzt genauer verstanden werden. Die Folge beschäftigt sich damit, was geschieht, wenn die Kraftwerke der Zellen nicht mehr funktionieren.

SendungAngabe
TitelMein Körper. Meine Energie.
Ausstrahlung24.08.2026 um 21:00
ThemaMitochondrien und Körperenergie

Infobox: Der rbb widmet sich am 24.08.2026 um 21:00 den Mitochondrien als Kraftwerken der Zellen und der Entstehung von Körperenergie.

Wasserstoffprojekt im Stuttgarter Hafen nimmt Formen an

Die Ludwigsburger Kreiszeitung führt ein Wasserstoffprojekt im Stuttgarter Hafen unter dem Schwerpunkt Energiewende. Der Titel der Meldung lautet „Grüne Energie aus dem Stuttgarter Hafen: Wasserstoffprojekt nimmt Formen an“.

Der vorliegende Quelltext enthält neben der Einordnung als Energiewende-Thema jedoch keine nutzbaren Angaben zu technischen Details, Kapazitäten, Investitionsvolumen, Zeitplan oder beteiligten Projektpartnern. Diese Informationen lassen sich daher aus der Quelle nicht näher berichten.

Infobox: Die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet über ein Wasserstoffprojekt im Stuttgarter Hafen. Weitere verwertbare Daten enthält der vorliegende Quelltext nicht.

Quellen: