Energiewende im Fokus: Schutzbeschichtungen, Energiesparen und innovative Wärmelösungen

Autor: Energie-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Artikel beleuchtet Schutzbeschichtungen mit Graphen, energiesparendes Gaming und den Streit um EEG-Reformen sowie eine thermisch aktivierte Kaimauer in Cuxhaven.

Schutzbeschichtungen, Energiewende und neue Wege zur Energieeffizienz

Schutzbeschichtungen: Europäischer Markt wird auf 40,6 Milliarden Euro geschätzt

Schutzbeschichtungen für Rüstung, Energieanlagen und industrielle Infrastruktur rücken laut Wallstreet Online stärker in den Fokus. Der europäische Beschichtungsmarkt wird auf rund 40,6 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfallen rund 21,8 Milliarden Euro auf dekorative Farben.

Als zentrale Anwendungsfelder für industrielle Schutzbeschichtungen nennt der Bericht Brücken, Pipelines, Raffinerien, Offshore-Plattformen, Marineanlagen und militärische Infrastruktur. Betreiber müssten dabei nicht nur den Anschaffungspreis, sondern auch die gesamten Lebenszykluskosten berücksichtigen, da Korrosionsschäden zu erheblichen Ausfällen und Folgekosten führen können.

Graphen gilt dem Bericht zufolge wegen seiner mechanischen Eigenschaften, seiner hohen Festigkeit und seiner Barrierewirkung gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff als vielversprechender Zusatzstoff. Der europäische Markt für Graphen-Beschichtungen befinde sich zwar noch in einer frühen Phase, wachse aber deutlich schneller als der klassische Beschichtungsmarkt.

Das australische Unternehmen Sparc Technologies positioniert sich mit dem Graphen-Additiv ecosparc. Nach Unternehmensangaben wurden über sechs Jahre Entwicklungsarbeit sowie Labor- und Feldtests durchgeführt. Dabei seien Verbesserungen der Korrosionsleistung von 26 bis 79 Prozent in unterschiedlichen Epoxid-Beschichtungssystemen erzielt worden.

Als Kooperationspartner werden unter anderem AkzoNobel, Dulux, BHP und Fortescue genannt. Anfang Juni wurde außerdem angekündigt, dass Petro Vietnam Paint ecosparc künftig in seiner PERAPHENE-Produktreihe einsetzen will. Der Marktstart wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Die mit ecosparc entwickelten Beschichtungssysteme erfüllten nach Angaben von Petro Vietnam Paint in unabhängigen Tests die Anforderungen der Korrosivitätsklasse C5-High nach ISO 12944-6. Diese Leistung sei bei geringeren Schichtdicken als bei vergleichbaren Systemen des Unternehmens erreicht worden. Sparc weist zugleich darauf hin, dass bislang keine verbindlichen Abnahmeverpflichtungen bestehen.

AngabeWert
Europäischer Beschichtungsmarktrund 40,6 Milliarden Euro
Markt für dekorative Farbenrund 21,8 Milliarden Euro
Entwicklungsarbeit von Sparc Technologiesüber sechs Jahre
Verbesserung der Korrosionsleistung26 bis 79 Prozent
Erwarteter Marktstart der PERAPHENE-Produktreihedrittes Quartal 2026
„Der Marktstart wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.“

Zusammenfassung: Der Bericht sieht bei industriellen Schutzbeschichtungen und Graphen-Additiven langfristige Wachstumschancen. Bei Sparc Technologies stehen ersten industriellen Anwendungen jedoch weiterhin fehlende verbindliche Abnahmeverpflichtungen gegenüber.

Green Gaming: Konsolenverbrauch, Cloud-Gaming und Energiesparmodi

Utopia.de zeigt, wie sich der Energieverbrauch beim Spielen reduzieren lässt. Gaming sei immer mit Stromverbrauch verbunden, doch durch die Wahl der Hardware, den Verzicht auf Cloud-Gaming, aktivierte Energiesparmodi und den Kauf gebrauchter Geräte könne der ökologische Fußabdruck sinken.

Sony gibt für die PlayStation 5 einen Verbrauch von etwa 217 Watt an. Die leistungsstärkere PS5 Pro kommt laut dem Bericht auf 216 Watt. Die Xbox Series X benötigt bei einer Auflösung von 4k und 60 Frames in der Sekunde circa 154 Watt, während die Xbox Series S 77 Watt benötigt und eine Auflösung von 1440p schafft.

Nintendo gibt für die Switch 2 im TV-Modus einen Bedarf von 19 Watt an. Für den Handheld-Modus macht Nintendo laut Utopia.de keine Angaben. Die geringere Leistungsaufnahme der Nintendo-Konsole wird dabei ihrer geringeren Leistung gegenüber Xbox und PlayStation gegenübergestellt.

Beim Cloud-Gaming werden Spiele nicht nur heruntergeladen, sondern kontinuierlich von Rechenzentren übertragen und berechnet. Dadurch seien die Server länger in Betrieb, was mit einem höheren Stromverbrauch als beim reinen Download eines Spiels auf die Konsole einhergehe.

Utopia.de verweist außerdem auf eine Studie des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2020 zur Videostreaming-Übertragung. Bei Glasfaser wurden 2 Gramm CO2 pro Stunde genannt, bei VDSL 4 Gramm pro Stunde. Einen vergleichbaren Effekt beim Cloud-Gaming hält der Bericht für denkbar, weist aber darauf hin, dass es dazu bisher keine Studien gibt.

Auch die Energiesparmodi der Konsolen können den Verbrauch beeinflussen. Bei der PS5 liegt die genannte Spannweite zwischen 4,71 Watt und 0,3 Watt. Bei der Xbox Series X reicht sie von 15 Watt bis 0,5 Watt. Bei der Nintendo Switch 2 werden Werte zwischen 0,5 Watt und 5 Watt genannt.

Gerät oder NutzungVerbrauch beziehungsweise Wert
PlayStation 5etwa 217 Watt
PS5 Pro216 Watt
Xbox Series Xcirca 154 Watt
Xbox Series S77 Watt
Nintendo Switch 2 im TV-Modus19 Watt
PS5 im Energiesparbereich4,71 Watt bis 0,3 Watt
Xbox Series X im Energiesparbereich15 Watt bis 0,5 Watt
Nintendo Switch 2 im Energiesparbereich0,5 Watt bis 5 Watt
Videostreaming mit Glasfaser2 Gramm CO2 pro Stunde
Videostreaming mit VDSL4 Gramm CO2 pro Stunde

Infobox: Utopia.de nennt die PlayStation 5 mit etwa 217 Watt, die Xbox Series X mit circa 154 Watt und die Nintendo Switch 2 im TV-Modus mit 19 Watt. Als besonders einfache Maßnahmen gelten der Verzicht auf Cloud-Gaming und das vollständige Ausschalten nicht genutzter Konsolen.

Streit um EEG-Entwurf: Opposition warnt vor Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen

Die Frankfurter Rundschau berichtet über Kritik an einem Referentenentwurf für das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf des Grünen-Politikers Michael Kellner, der Entwurf könne den Ausbau von Wind- und Solarenergie bremsen und Arbeitsplätze gefährden.

Das EEG regelt seit 2000 den Ausbau von Ökostrom. Deutschland hat sich bis 2030 verpflichtet, 80 Prozent seines Stroms aus Erneuerbaren zu beziehen. 2025 lag der Anteil laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bei rund 62 Prozent.

Ein zuvor bekannt gewordenes Arbeitspapier hatte Pläne für eine massive Einschränkung der Förderung kleiner Solaranlagen enthalten. Im aktuellen Referentenentwurf sei daraus ein teilweiser Förderstopp geworden. Auch ein sogenannter Redispatch-Vorbehalt, bei dem bei netzbedingten Abschaltungen von Wind- oder Solarparks Ausgleichszahlungen ausbleiben könnten, sei nach Beschwerden angepasst worden.

Michael Kellner bewertet die Änderungen jedoch weiterhin kritisch. Er befürchtet, dass sich Wind- und Solarparks künftig nicht mehr rechnen könnten. Zudem warnt er vor Anschlussvereinbarungen, durch die die Leistung des eingespeisten Stroms gekappt werden könne.

„Das führt dazu, dass ungefähr ein Drittel des erzeugten Stroms entschädigungsfrei abgeregelt werden kann.“

Der Entwurf sieht laut dem Bericht vor, dass der künftige Investitionsrahmen des EEG 2027 erneuerbare Energien markt- und systemdienlich fördern soll. Die fixe Einspeisevergütung für Neuanlagen soll dabei konsequent abgeschafft werden.

Kellner kritisiert außerdem die reduzierten Förderungen für kleine Solaranlagen. Dadurch könnten nach seiner Einschätzung zusätzliche Hürden für private Haushalte entstehen. Er verbindet dies mit möglichen Folgen für das lokale Handwerk und warnt vor dem Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen.

AngabeWert
Start des EEG2000
Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien bis 203080 Prozent
Anteil erneuerbarer Energien 2025rund 62 Prozent
Befürchteter Verlust von Arbeitsplätzen10.000
Geplanter InvestitionsrahmenEEG 2027

Zusammenfassung: Der EEG-Entwurf soll die Förderung erneuerbarer Energien stärker an Markt und System ausrichten. Die Frankfurter Rundschau berichtet zugleich über die Warnung, dass Förderkürzungen und neue Regelungen Investitionen bremsen und 10.000 Arbeitsplätze gefährden könnten.

Cuxhaven baut thermisch aktivierte Kaimauer als Energiequelle

Im Alten Fischereihafen von Cuxhaven entsteht nach Angaben des Merkur eine thermisch aktivierte Stahlspundwand. Die rund 1.200 Meter lange Konstruktion soll Wärme und Kälte direkt aus dem Meerwasser gewinnen und ein rund 61.000 Quadratmeter großes Stadtquartier versorgen.

Hinter den rund 1750 Stahlbohlen verlaufen insgesamt rund 24 Kilometer Absorberrohre. Diese arbeiten nach dem Prinzip von Erdwärmesonden, nutzen jedoch das Hafenwasser als Wärmequelle. Großwärmepumpen wandeln die aufgenommene Energie in nutzbare Heiz- und Kühlenergie um.

Das System entnimmt laut Bericht kein Wasser und leitet auch kein Wasser ein. Die Spundwand dient ausschließlich als passiver Wärmetauscher. Zuvor wurde das System in drei kleineren Versuchsanlagen erprobt; Cuxhaven sei nun die erste große Anlage weltweit. Die Lebensdauer der Spundwand wird mit bis zu 100 Jahren angegeben.

Die Energiespundwand soll eine Heizleistung von 2.050 Kilowatt erreichen und jährlich rund 5.000 Megawattstunden Wärmeenergie liefern. Das Quartier rund um den Alten Fischereihafen soll damit im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden.

Die Gesamtkosten werden laut Planung mit rund 3,135 Millionen Euro angegeben. Rund 2,5 Millionen Euro entfallen allein auf die Leitungen hinter den Stahlelementen. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit 1,4 Millionen Euro, was 45 Prozent der Investitionssumme entspricht.

„Ein Projekt in dieser Größenordnung, mit Energie aus der Spundwand umliegende Gebäude mit Wärmepumpen klimaneutral zu versorgen, ist einzigartig in Deutschland.“

Diese Einschätzung wird Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer zugeschrieben. Die technische Lösung könne laut Bericht als Demonstrationsobjekt für weitere Quartiere und Kommunen dienen, sofern Flüsse, Seen oder Hafenbecken als Energiequelle zur Verfügung stehen.

ProjektangabeWert
Länge der Stahlspundwand1.200 Meter
Anzahl der Stahlbohlenrund 1750
Länge der Absorberrohrerund 24 Kilometer
Heizleistung2.050 Kilowatt
Jährliche Wärmeenergierund 5.000 Megawattstunden
Größe des Quartiersrund 61.000 Quadratmeter
Gesamtkostenrund 3,135 Millionen Euro
Kosten der Leitungenrund 2,5 Millionen Euro
Förderung des Landes Niedersachsen1,4 Millionen Euro
Anteil an der Investitionssumme45 Prozent
Angegebene Lebensdauerbis zu 100 Jahren

Infobox: Cuxhaven kombiniert eine 1.200 Meter lange Stahlspundwand mit rund 24 Kilometern Absorberrohren. Das Projekt soll 2.050 Kilowatt Heizleistung und rund 5.000 Megawattstunden Wärmeenergie pro Jahr bereitstellen.

Regeneration als Schlüssel zu mehr Energie und Leistungsfähigkeit

Im Interview mit der TZ erklärt der Sportmediziner Dr. Lutz Graumann, warum Regeneration für körperliche und geistige Leistungsfähigkeit entscheidend sei. Training und Wettkampf machten den Körper demnach zunächst nicht unmittelbar besser; Anpassung und Wachstum fänden erst während der Regeneration statt.

Graumann berichtet, dass Mitarbeitende in Untersuchungen im Durchschnitt mit knapp 60 Prozent „Akkuladung“ in den Tag starten. Viele Menschen kämen mit sechs Stunden Schlaf oder weniger aus, obwohl dies für die meisten Erwachsenen zu wenig sei. Für die meisten Erwachsenen seien etwa siebeneinhalb Stunden Schlaf ausreichend, während Menschen in besonders stressigen Lebensphasen häufig mehr Schlaf benötigten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sechs Stunden Schlaf langfristig ausreichen, liege laut dem Interview unter 1,5 Prozent. Menschen mit Depressionen oder Angststörungen benötigten in der Regel eher neun Stunden Schlaf.

Zur Einschätzung der Regeneration empfiehlt Graumann zunächst, auf das eigene Körpergefühl zu achten. Als mögliche Unterstützung nennt er ein günstiges Armband oder einen Ring mit Pulsmessung. Ein plötzlich um zehn Schläge gegenüber dem Vortag gestiegener Ruhepuls könne auf Überforderung oder eine beginnende Erkrankung hindeuten.

Auch Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel werden im Interview behandelt. Kohlenhydrate könnten am Abend den Traumschlaf fördern, während eine eiweißreichere Ernährung mit weniger Kohlenhydraten Hinweise auf eine Unterstützung des Tiefschlafs liefere. Zu viel Fett könne die Magen-Darm-Passage verlängern und den Schlaf beeinträchtigen.

Als Nahrungsergänzungsmittel wird Kreatin-Monohydrat hervorgehoben. Im Spitzensport begännen viele Athleten laut Graumann mit drei bis fünf Gramm täglich und steigerten die Menge abhängig vom Körpergewicht auf bis zu zehn Gramm. Eine einmalige Einnahme von 20 Gramm am Morgen könne nach besonders schlechten Nächten kognitive Defizite durch Schlafmangel zumindest teilweise kompensieren.

Melatonin habe laut dem Sportmediziner vor allem bei Reisen nach Osten mit mehr als drei Stunden Zeitverschiebung einen Platz. Es erleichtere das Einschlafen, verändere aber weder die Schlafarchitektur noch verbessere es das Durchschlafen. Magnesium und Glycin werden ebenfalls als mögliche Bestandteile einer Regenerationsstrategie genannt.

Beim Training hält Graumann Zone-2-Training für sinnvoll, da es Menschen in Bewegung bringe. Für eine Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme und der Leistungsfähigkeit reiche lockeres Training allein jedoch nicht aus. Er nennt zusätzlich schnelle Bewegungen, Krafttraining und Balanceübungen.

Für den Einstieg in schnelle Belastungen werden vier Sprintintervalle à 15 Sekunden genannt. Beim Einbeinstand mit geschlossenen Augen sieht Graumann bei weniger als sechs Sekunden ein deutlich erhöhtes Sturzrisiko. Ab elf Sekunden sei das Risiko immer noch etwa doppelt so hoch; ab 15 Sekunden erteile er den „TÜV-Stempel“.

Auch Faszienrollen und andere myofasziale Techniken werden als Mittel zur Entspannung beschrieben. Schon zwei Minuten mit der Faszienrolle könnten den Körper auf eine erholsame Nacht vorbereiten. Eine Selbstmassage oder Massage durch einen Therapeuten könne einen vergleichbaren Effekt häufig nach rund 30 Sekunden erreichen.

AngabeWert
Durchschnittliche morgendliche „Akkuladung“knapp 60 Prozent
Schlafdauer für die meisten Erwachsenenetwa siebeneinhalb Stunden
Wahrscheinlichkeit, dass sechs Stunden Schlaf langfristig ausreichenunter 1,5 Prozent
Schlafbedarf bei Depressionen oder Angststörungenin der Regel eher neun Stunden
Genannter Anstieg des Ruhepulses als Warnsignalzehn Schläge
Kreatin-Einstiegsmenge im Spitzensportdrei bis fünf Gramm täglich
Genannte Höchstmenge im Spitzensportbis zu zehn Gramm
Einmalige Kreatin-Einnahme nach besonders schlechten Nächten20 Gramm
Erste Sprintintervallevier Sprintintervalle à 15 Sekunden
Deutlich erhöhtes Sturzrisiko beim Einbeinstandkeine sechs Sekunden
Sturzrisiko ab elf Sekundenimmer noch etwa doppelt so hoch
„TÜV-Stempel“ beim Einbeinstandab 15 Sekunden
Faszienrolle zur Vorbereitung auf die Nachtzwei Minuten
Selbstmassage oder Massagerund 30 Sekunden

Zusammenfassung: Die TZ stellt Regeneration als Zusammenspiel aus Schlaf, Ernährung, Bewegung und Entspannung dar. Dr. Graumann betont, dass nicht mehr Training allein, sondern ausreichende Erholung die Grundlage für nachhaltige Leistungsfähigkeit bildet.

Quellen: