Energie-News: Solarpark bleibt Pilotprojekt, Batterien und Heizungen werden smarter
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Solarpark am Lac des Toules bleibt wegen geringerer Erträge und Sicherheitsbedenken vorerst Pilotprojekt; Erweiterungen sind blockiert.
Alpiner Solarpark bleibt vorerst ein Pilotprojekt
Der einzige schwimmende Solarpark der Schweiz befindet sich auf 1810 Metern Höhe im Walliser Stausee Lac des Toules. In der Gemeinde Bourg-Saint-Pierre betreibt Romande Energie die Anlage seit Dezember 2019.
Der Standort soll Wasserflächen nutzen, ohne wertvolles Land zu verbauen. Allerdings schwankt der Pegel des Stausees jährlich um rund 15 Meter, weshalb die Anlage etwa sechs Monate pro Jahr auf einem eigens aufgeschütteten Kiespolster liegt.
Bei der Planung spielte der Schneereflexionseffekt eine zentrale Rolle. Vorversuche zwischen den Jahren 2013 und 2019 ließen eine bis zu 50 Prozent höhere Stromproduktion erwarten; kalkuliert wurde mit 1800 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt und Jahr.
In den ersten drei Betriebsjahren erreichte der Solarpark laut dem Schweizer Branchenportal ee-news.ch im Schnitt jedoch nur 1400 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt. Der Mehrertrag gegenüber einer Flachland-Anlage lag damit bei rund 30 statt der erwarteten 50 Prozent.
Romande Energie führt mehrere Gründe für die geringere Ausbeute an. Die Baugenehmigung verlangt eine höhere Winterproduktion, die Anlage liegt näher an den Bergen als die Testanlage an Land und wird dadurch stärker verschattet. Zudem verursachten Schneeverwehungen zusätzliche Ausfalltage und den Bruch von rund zehn Solarmodulen; inzwischen wurde ein Windschutz installiert.
Ursprünglich wollte das Unternehmen zwischen 2024 und 2028 eine deutlich größere Anlage errichten. Diese sollte mehr als ein Drittel der Seefläche bedecken und rund 22 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern – rechnerisch genug für etwa 6200 Haushalte.
Das Vorhaben wird vorerst nicht umgesetzt. Nach Angaben des Tages-Anzeigers bewilligt der Bund derzeit keine weiteren Anlagen dieser Art. Marianne Zünd, Geschäftsleitungsmitglied beim Bundesamt für Energie, wird mit der Aussage zitiert: „Es wird vorderhand keine andere solche Anlage bewilligt“.
Als Grund nennt der Bund mögliche erhebliche Schäden sowie fehlende gesetzliche Sicherheitsvorschriften für solche Konstruktionen in regulierten Stauanlagen. Eine international zusammengesetzte Arbeitsgruppe soll nun die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen erarbeiten. Bis eine entsprechende Richtlinie vorliegt, bleiben Erweiterungsprojekte auf Schweizer Stauseen faktisch eingefroren.
Auch außerhalb alpiner Stauseen gibt es Widerstand. Der Tages-Anzeiger verweist auf Konflikte mit der Schifffahrt und dem Naturschutz. Im Kanton Zürich lehnte das Kantonsparlament im August einen Vorstoß für ein schwimmendes Solarkraftwerk auf dem Zürichsee deutlich ab, weil der Eingriff in das Landschaftsbild zu groß gewesen sei.
Axpo prüft den Einsatz schwimmender Solaranlagen, sieht aber laut Antoine Millioud, Head Division Solar bei Axpo, „viele Herausforderungen, etwa bei der technischen Umsetzung und im Bereich der Wirtschaftlichkeit“. Alpiq arbeitet gemeinsam mit Romande Energie und der Kraftwerksgesellschaft FMHL an einem ähnlichen Vorhaben am Lac de l’Hongrin im Kanton Waadt; eine Vorprojektstudie sei bereits abgeschlossen.
Wissenschaftlich bleibt die Anlage am Lac des Toules dennoch bedeutsam. Im Rahmen des Fraunhofer-Projekts „PV4Resilience“ wurde sie als weltweit einziger schwimmender Solarpark im Gebirge für zusätzliche Messungen ausgewählt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Höhe des Standorts | 1810 Meter |
| Beginn des Betriebs | Dezember 2019 |
| Jährliche Pegelschwankung | rund 15 Meter |
| Erwartete Stromproduktion | 1800 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt und Jahr |
| Tatsächliche Stromproduktion | 1400 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt |
| Geplante Jahresproduktion der Erweiterung | rund 22 Millionen Kilowattstunden |
| Rechnerisch versorgte Haushalte | etwa 6200 Haushalte |
Zusammenfassung: Der Solarpark am Lac des Toules liefert weniger als ursprünglich erwartet und bleibt wegen technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hürden vorerst eine Demonstrationsanlage. Quelle: Frankfurter Rundschau; im Artikel genannte Quellen: Tages-Anzeiger, Berner Zeitung und ee-news.
Mutmaßlicher Energie-Attentäter nach Fahndung festgenommen
Ein 48-Jähriger ist nach einer umfangreichen Suche festgenommen worden. Er soll in mehreren Bundesländern mit selbstgebauten Raketen Hochspannungsleitungen angegriffen haben.
Der entscheidende Hinweis kam laut FOCUS online von zwei Autobahnpolizisten. An einem Feldweg nahe der A4 bemerkten sie ungewöhnlich stark niedergedrücktes Gras und folgten der Spur bis zu einem dicht bewachsenen Gebüsch.
Dort fanden die Beamten den Gesuchten in einem getarnten Zelt. Auf den Bodycam-Aufnahmen ist zu sehen, wie die Polizisten den Mann stellen; er kam den Anweisungen nach und ließ sich widerstandslos festnehmen.
Zuvor waren laut der Deutschen Presse-Agentur bis zu 1700 Einsatzkräfte an der Suche beteiligt. Neben Hubschraubern und Drohnen wurden auch rund um das Kraftwerk Weisweiler weitere Abschussvorrichtungen entdeckt.
Einsatzleiter Frank Wißbaum hob die Aufmerksamkeit der beiden jungen Polizisten hervor. Ihre Beobachtung habe letztlich den entscheidenden Hinweis für den Fahndungserfolg geliefert.
- Gesuchter: ein 48-Jähriger
- Fahndung: bis zu 1700 Einsatzkräfte
- Fundort: ein getarntes Zelt in einem Gebüsch nahe der A4
- Vorwurf: Angriffe mit selbstgebauten Raketen auf Hochspannungsleitungen
Zusammenfassung: Eine auffällige Grasstelle führte die Polizei zu einem getarnten Zelt und damit zur Festnahme des mutmaßlichen Saboteurs. Quelle: FOCUS online, mit Angaben der Deutschen Presse-Agentur.
Ukraine meldet Angriffe auf russische Erdgas-Anlagen in Westsibirien
Ukrainische Spezialkräfte haben nach eigenen Angaben zwei russische Erdgasanlagen in Westsibirien angegriffen. Die Ziele lagen mehr als 3000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt in Nowy Urengoi und im Bezirk Purowski in der Jamal-Nenzen-Region.
Die Region gilt als Zentrum der russischen Erdgasproduktion. Der Angriff wäre damit ein Schlag gegen Energieanlagen im russischen Hinterland und nach Darstellung des STERN Teil der ukrainischen Strategie, Russlands Einnahmequellen für den Krieg zu schwächen.
Der Gouverneur des Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen, Dmitri Artjuchow, bestätigte den Angriff auf Nowy Urengoi. Seinen Angaben zufolge wurden die Angriffe abgewehrt, herabfallende Drohnentrümmer hätten jedoch Brände ausgelöst.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj würdigte die Angriffe als Schlag gegen die russische Wirtschaft. Verifizierte Videos zu den Folgen des Angriffs auf Nowy Urengoi wurden vom ukrainischen Kanal Exilenova veröffentlicht.
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs produziert die Erdgasanlage in Nowy Urengoi jährlich 19,5 Millionen Tonnen Rohöl und Erdgas sowie Dieselkraftstoff für militärische Zwecke. Die Operation sei mit Drohnen des ukrainischen Rüstungskonzerns Fire Point ausgeführt worden.
Der STERN berichtet außerdem, dass ukrainische Drohnen bei einem bisher am weitesten entfernten Angriff auf eine Ölraffinerie in Omsk 2500 Kilometer zurückgelegt hätten. Die Ukraine habe ihre Drohnenindustrie in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut und die Technologie weiterentwickelt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Entfernung der Ziele von der ukrainischen Grenze | mehr als 3000 Kilometer |
| Entfernung beim Angriff auf die Ölraffinerie in Omsk | 2500 Kilometer |
| Jährliche Produktion der Anlage in Nowy Urengoi | 19,5 Millionen Tonnen Rohöl und Erdgas sowie Dieselkraftstoff |
Zusammenfassung: Die Ukraine meldet Drohnenangriffe auf zwei russische Erdgas-Anlagen in Westsibirien und zielt damit nach eigener Darstellung auf zentrale Energie- und Finanzquellen Russlands. Quelle: STERN.de.
Warnung vor unseriösen Energiegeschäften an der Haustür
Das Energieberatungszentrum in Osterwieck warnt vor dubiosen Anrufen, falschen Händlern und teuren Verträgen. Betrüger und unseriöse Firmen nutzten die Unsicherheit von Strom- und Gaskunden aus, berichtet die Volksstimme.
Immer wieder komme es vor, dass Verbraucher nach einem Besuch an der Haustür oder einem Werbeanruf ungewollt den Strom- oder Gasanbieter wechselten. Vor solchen Fällen warne neben der Verbraucherzentrale auch Hannes Deicke, der das Energieberatungszentrum am Marktplatz in Osterwieck leitet.
Das EBZ rät dem Bericht zufolge dazu, Entscheidungen nicht unter dem Druck eines unangekündigten Besuchs oder eines Werbeanrufs zu treffen. Verbraucher sollten sich beraten lassen, bevor sie Verträge unterschreiben oder einem Anbieterwechsel zustimmen.
- Keine Verträge unter Zeitdruck abschließen.
- Bei Haustürgeschäften und Werbeanrufen besonders aufmerksam bleiben.
- Bei Unsicherheit eine unabhängige Beratung nutzen.
Zusammenfassung: Das Energieberatungszentrum in Osterwieck warnt vor ungewollten Anbieterwechseln und empfiehlt Verbrauchern, sich vor Vertragsentscheidungen beraten zu lassen. Quelle: Volksstimme.
Fraunhofer ISE entwickelt neue Batterie-Elektrodenarchitektur
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie einen veränderten Aufbau von Batterieelektroden entwickelt. Die Beschichtungsdicke wurde um mehr als das Dreifache erhöht, während sich die Anzahl der benötigten Stromableiter in der Batteriezelle verringert.
Die neue Elektrodenarchitektur wurde in industrienah gefertigten Lithium-Ionen-Pouch-Zellen umgesetzt. Im Labor gelang die experimentelle Umsetzung des Konzepts außerdem bei kleinen Zink-Ionen- und Natrium-Ionen-Batteriezellen.
„Das Zellkonzept ist auch auf weitere Zellchemien leicht übertragbar“, sagt Oliver Fitz, Gruppenleiter für Batteriezelltechnologie am Fraunhofer ISE.
Die erhöhte Beschichtungsdichte bedeutet nach Angaben des Instituts nicht automatisch höhere Fertigungskosten. Eine mögliche Elektrodenfertigungslinie habe im Vergleich zu einer Nassbeschichtungsanlage nach aktuellem Stand der Technik eine deutlich geringere Prozesskomplexität.
Dadurch könnten die Investitionskosten niedriger ausfallen. Auch die laufenden Betriebskosten könnten wegen eines geringeren Flächen- und Energiebedarfs niedriger sein. Die Technologie eröffne insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, eine eigene Batteriezellfertigung in Deutschland aufzubauen.
Bei herkömmlichen Batteriezellen bestehen Anode und Kathode aus vielen dünnen Schichten von Elektrodenbeschichtung und Stromableitern. Durch die Erhöhung der Beschichtungsdicke von bislang üblichen 100 bis 200 Mikrometern auf bis zu 800 Mikrometer werde die Zahl der benötigten Stromableiter reduziert; dadurch bleibe mehr Platz für aktives Material.
Das Forschungsteam sieht Potenzial für eine Industrialisierung der neuen Elektroden- und Zellarchitektur. ACP Systems entwickelte als Projektpartner die Anlagen zur Herstellung der Elektroden, während die Helmut Hechinger GmbH & Co. KG ihre Erfahrungen aus der Fertigung einbrachte.
Markus Duffner, CEO bei Hechinger, sieht großes Potenzial für eine Batteriefertigung mit dem Fokus auf stationäre Speicher in Baden-Württemberg. Voraussetzung seien weitere Skalierungsschritte und Validierungen hinsichtlich Kosten und Performance.
„Deutschland täte gut daran, Fertigungskapazitäten für den wachsenden Batterie-Bedarf und damit Wertschöpfung im Land aufzubauen“, ergänzt Andreas Bett, Institutsleiter am Fraunhofer ISE.
Die Entwicklung wurde im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte umgesetzt, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurden.
| Technische Angabe | Wert |
|---|---|
| Bisher übliche Beschichtungsdicke | 100 bis 200 Mikrometer |
| Neue Beschichtungsdicke | bis zu 800 Mikrometer |
| Umgesetzte Zelltypen | Lithium-Ionen-Pouch-Zellen, kleine Zink-Ionen- und Natrium-Ionen-Batteriezellen |
Zusammenfassung: Die neue Architektur erhöht die Elektrodenbeschichtung auf bis zu 800 Mikrometer und reduziert zugleich die Zahl der Stromableiter. Das Fraunhofer ISE sieht darin Potenzial für kostengünstigere Fertigung und stationäre Speicher. Quelle: pv magazine Deutschland.
Digitale Heizungen sollen Energieverbrauch in Wohngebäuden senken
In den Heizungskellern von Wohngebäuden kommen zunehmend Lösungen von PropTechs zum Einsatz. Sensorik, KI-gesteuerte Regelung und IoT-Anbindung sollen eine frühzeitige Fehlererkennung und automatisierte Optimierungen ermöglichen.
Im Mittelpunkt steht die zentrale Heizungsanlage. Ein Gateway wird über Bus-Schnittstellen mit der Steuerung des Wärmeerzeugers verbunden und liest Betriebsdaten aus.
Zusätzliche Sensoren erfassen unter anderem Vor- und Rücklauftemperatur, Wärmebedarf, den Druck in den Leitungen und die Außentemperatur. Die Daten werden kontinuierlich in die Cloud des Dienstleisters übertragen, mit einem KI-Algorithmus analysiert und anschließend auf einem Dashboard dargestellt.
Die Software kann auf Messwerte reagieren, indem sie bei Störungen Warnmeldungen verschickt oder bei Ineffizienzen Handlungsempfehlungen formuliert. Über die Datenschnittstelle kann sie außerdem vollautomatisch auf die Heizungsregelung zugreifen und Heizkurven, Taktverhalten, Temperaturen sowie Schaltzeiten optimieren.
Nach Angaben von Haufe ist die Grundarchitektur der von PropTechs angebotenen Lösungen ähnlich. Ein Dashboard soll es ermöglichen, sämtliche Heizungen im Blick zu behalten und Betriebszustände zentral auszuwerten.
- Sensoren erfassen Betriebs- und Umgebungsdaten.
- Eine Cloud analysiert die Daten mit einem KI-Algorithmus.
- Dashboards stellen die Ergebnisse übersichtlich dar.
- Warnmeldungen und Handlungsempfehlungen unterstützen den Betrieb.
- Automatisierte Eingriffe können Heizkurven, Temperaturen und Schaltzeiten optimieren.
Zusammenfassung: Digitale Heizlösungen verbinden Sensorik, Cloud-Auswertung, KI und automatisierte Regelung. Ziel sind frühzeitige Fehlererkennung sowie Energie- und Kosteneinsparungen in Wohngebäuden. Quelle: Haufe. Intelligenz, die bewegt.
Quellen:
- Schwimmender Solarpark in Alpen-Bergsee: Warum das Projekt (bisher) scheitert
- Bodycam zeigt Festnahme: Mutmaßlicher Energie-Attentäter gefasst
- Energie-Krieg: Ukraine greift Sibiriens Gas-Herzen an – 3000 Kilometer entfernt
- Energie im Harz: Vorsicht vor Haustürgeschäften: EBZ in Osterwieck rät zu Beratung statt Fehlentscheidungen
- Fraunhofer ISE optimiert Batteriezellen – mehr Energie bei gleichem Gewicht
- Heizung digital: Energie sparen mit KI und PropTechs | Immobilien