Energie-News: Nuklearwärme, Solarreform und regionale Stromprojekte im Fokus
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Finnland plant einen nuklearen Fernwärmereaktor, während Deutschland die Förderung neuer Solaranlagen und die Entschädigung erneuerbarer Projekte reformieren will.
Nukleare Fernwärme, neue Solarregeln und regionale Energieprojekte im Fokus
Finnland plant nukleares Heizwerk im Zentrum Helsinkis
Finnlands Hauptstadt Helsinki setzt auf eine neue Form der Fernwärmeerzeugung. Der Energieversorger Helen baut im Stadtteil Salmisaari eine Testanlage für eine nuklear betriebene Distrikt-Heizung. Die unterirdische Anlage liegt weniger als zwei Kilometer Luftlinie vom finnischen Parlamentsgebäude entfernt.
Helsinki hat rund 700.000 Einwohner, und fast 90 Prozent der Gebäude sind an das Fernwärmenetz angeschlossen. Nach Angaben von Pekka Tolonen, CEO von Helen Nuclear, eignet sich die Stadt deshalb besonders für großflächige, verbrennungsfreie Heizlösungen auf Basis von Kernenergie.
Zum Einsatz kommen soll der Reaktor LDR-50, der am staatlichen finnischen Forschungszentrum VTT entwickelt wurde und von Steady Energy vermarktet wird. Das System arbeitet ausschließlich als Wärmeerzeuger und produziert keinen Strom. Weil Turbinen und Generatoren entfallen, kann der Reaktor bei niedrigen Temperaturen und Drücken betrieben werden und die erzeugte Energie verlustarm in das Fernwärmenetz einspeisen.
Der Wasserdruck im Reaktor beträgt rund acht bar. Die Brennelemente sollen alle zwei bis drei Jahre ausgewechselt werden. Finnland verfügt nach Angaben des Artikels als erstes Land weltweit bereits über ein Endlager für die genutzten Brennelemente.
Die Europäische Investitionsbank unterstützt den Bau des City-Meilers mit 40 Millionen Euro. Es handelt sich laut WELT um die erste Finanzierung eines kleinen modularen Atomreaktors durch die EIB.
Die Pilotanlage wird zunächst ohne Nuklearteil in einem alten Kohlekraftwerk in Hafennähe errichtet. Damit sollen zunächst regulatorische Anforderungen geprüft werden. Der eigentliche Baubeginn ist für 2028/2029 vorgesehen, der Betriebsbeginn für Anfang der 2030er-Jahre.
Steady Energy rechnet mit Wӓrmekosten von rund 50 Euro pro Megawattstunde. Der Artikel ordnet diesen Wert als die Hälfte bis ein Drittel der durchschnittlichen Fernwärmepreise in Deutschland ein. Interesse an der Technologie gibt es bereits in mehreren Ländern. Die finnischen Städte Kuopio, Kerava und Jyväskylä haben Absichtserklärungen zur Installation eines LDR-50 unterzeichnet. Außerdem besteht eine Kooperation mit Korea District Heating, dem größten Fernwärmeversorger in Seoul mit 1,9 Millionen angeschlossenen Haushalten.
Auch Schweden, Polen, Tschechien und die Ukraine befassen sich mit dem Konzept. Anfang Juli gaben die nationalen Atomaufsichtsbehörden von Finnland, Schweden, Polen, Tschechien und der Ukraine eine freiwillige Ersteinschätzung ab. Demnach gibt es keine nuklearen Sicherheitsbedenken, die einer weiteren Entwicklungsstufe entgegenstehen.
„Unsere Anlage ist klein und wahrscheinlich die einfachste der Welt“, sagt Hannes Haapalahti, Chief Technology Officer von Steady Energy.
In Deutschland wäre der Betrieb eines solchen Reaktors laut WELT grundsätzlich zulässig. Das deutsche Atomgesetz beendet ausdrücklich die Nutzung der Kernenergie zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität. Zur Wärmeerzeugung enthält es nach Darstellung des Artikels keine entsprechende Regelung.
Andreas Lenz, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, plädiert für eine technologieoffene Prüfung. Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, lehnt nukleare Wärmeerzeugung dagegen ab und verweist auf die Risiken der Kernenergie sowie auf erneuerbare Alternativen.
Der Artikel stellt die Wärmeversorgung als zentralen Teil des Energieverbrauchs heraus. Das Umweltbundesamt gibt demnach an, dass der Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte gut die Hälfte des gesamten Endenergieverbrauchs ausmacht. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung in Deutschland lag 2025 bei 19 Prozent.
Zusammenfassung: Helsinki testet einen unterirdischen Kleinstreaktor für Fernwärme. Der LDR-50 soll ausschließlich Wärme erzeugen, rund 50 Euro pro Megawattstunde kosten und Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehen. Quelle: WELT.
Neue Dachsolaranlagen könnten ihre feste Einspeisevergütung verlieren
Die Berliner Morgenpost berichtet über geplante Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Gesetzentwürfe der Regierungskoalition sehen demnach vor, dass Produzenten erneuerbarer Energie für zunehmende Strommengen künftig kein Geld mehr erhalten.
Nach der bisherigen Logik des mittlerweile 26 Jahre alten EEG darf jede von Windrädern, Solaranlagen, Biogasreaktoren oder Wasserkraftwerken erzeugte Kilowattstunde in das öffentliche Netz eingespeist werden. Die erneuerbare Elektrizität wird dabei bezahlt oder entschädigt.
Der neue Entwurf soll diese Regeln deutlich verändern. Für neue, kleine Solaranlagen auf Wohnhäusern wäre demnach keine feste Einspeisevergütung mehr vorgesehen. Während einer Übergangszeit von drei Jahren sollen Hausbesitzer nur noch gut fünf Cent pro Kilowattstunde erhalten. Die heutige Vergütung beträgt laut Berliner Morgenpost um die acht Cent pro Kilowattstunde.
Nach Ablauf der Übergangszeit gäbe es keinen festen Betrag mehr. Die Eigentümer müssten den Solarstrom selbst verbrauchen, speichern oder an Händler verkaufen. In der Direktvermarktung erhalten sie den Marktpreis, der bei einem großen Stromangebot auch gegen null tendieren kann. Händler müssten außerdem nicht jede produzierte Kilowattstunde abnehmen.
Die Auswirkungen sind umstritten. Manfred Fischedick, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, erwartet für viele kleine Anlagen mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft keinen wirtschaftlichen Betrieb. Der Eigenverbrauch könne die wegfallende Einspeisevergütung auch bei größeren Speichern nicht ausgleichen.
Andreas Löschel vom RWI-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen vertritt eine andere Einschätzung. In sehr vielen Konstellationen werde sich eine Solaranlage auf dem Dach trotzdem lohnen. Entscheidend sei unter anderem, wie sich die Direktvermarktung entwickle. Derzeit gebe es dafür kaum Angebote, und häufig fehlten auch die technischen Voraussetzungen.
Die Bundesregierung will den Einbau intelligenter Stromzähler beschleunigen. Diese sollen den Stromverkauf automatisiert abwickeln und die Direktvermarktung erleichtern.
| Regelung | Angabe im Artikel |
|---|---|
| Bisherige feste Einspeisevergütung | um die acht Cent pro Kilowattstunde |
| Übergangszeit für neue kleine Dachanlagen | drei Jahre |
| Vergütung während der Übergangszeit | gut fünf Cent pro Kilowattstunde |
Auch für neue Windräder und Solarparks sind Änderungen vorgesehen. Werden Anlagen an Standorten gebaut, an denen die Stromleitungen nicht ausreichen, sollen Betreiber bei nicht abtransportierbarer Elektrizität künftig weniger Entschädigung von den Netzfirmen erhalten. Die erwarteten Erlöse könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.
Die geringeren Entschädigungen könnten dazu führen, dass Geldgeber wegen des höheren Risikos höhere Zinsen verlangen. Dadurch könnten einzelne Bauprojekte unwirtschaftlich werden oder nicht zustande kommen.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche begründet die Reform mit dem Ziel, die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien zu senken. In ihrer Rede vor dem Bundestag bezifferte sie die jährlichen Kosten der Energiewende für den Bundeshaushalt auf 36 Milliarden Euro. Vor allem die Einspeisevergütung belaste den Staat.
Die Reform stößt auf Kritik. Gegner befürchten, dass Privathaushalte und Unternehmen weniger Solar- und Windanlagen bauen und dadurch das Tempo der Energiewende sinkt. Befürworter verweisen dagegen darauf, dass der Ausbau weitergehen, aber effizienter und kostengünstiger organisiert werden solle.
Zusammenfassung: Für neue kleine Dachsolaranlagen könnte die feste Einspeisevergütung zunächst auf gut fünf Cent pro Kilowattstunde sinken und nach drei Jahren entfallen. Bei neuen Wind- und Solarparks könnten Entschädigungen um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Quelle: Berliner Morgenpost.
Rhein-Hunsrück-Kreis plant regionalen Strombilanzkreis
Der Rhein-Hunsrück-Kreis baut gemeinsam mit der EVM einen eigenen Strombilanzkreis auf. Nach Angaben der Rhein-Zeitung soll das Projekt ab dem 1. Januar 2027 starten.
Zunächst sollen 85 Lieferstellen mit Strom aus regionalen Erzeugungsanlagen versorgt werden. Damit setzt der Kreis auf eine stärker lokal ausgerichtete Nutzung erneuerbarer Energie.
Der Strombilanzkreis soll Erzeugung und Verbrauch innerhalb des regionalen Systems zusammenführen. Im Mittelpunkt steht dabei die Versorgung kommunaler Lieferstellen mit Strom aus Anlagen aus der Region.
Zusammenfassung: Der Rhein-Hunsrück-Kreis und die EVM wollen ab dem 1. Januar 2027 einen eigenen Strombilanzkreis betreiben. Zum Start sollen 85 Lieferstellen regional erzeugten Strom beziehen. Quelle: Rhein-Zeitung.
JOYA bündelt Ladeangebote für Elektrofahrzeuge in der Schweiz
Energie 360° führt seine bisherigen Mobilitätsangebote unter der neuen Marke JOYA zusammen. Nach Angaben der NZZ werden Energie 360° Mobilität, Gofast, Swisscharge und Move Mobility in einem Angebot gebündelt.
Das Ziel ist ein einheitlicher Zugang zum Laden von Elektroautos. Kundinnen und Kunden sollen Ladestationen mit einer App finden, Preise vor dem Ladevorgang sehen und den Ladevorgang zentral starten und verwalten können. Bezahlt wird per Kreditkarte oder Twint; eine physische Ladekarte bleibt ebenfalls möglich.
Das Unternehmen betreibt nach Angaben des Beitrags 7500 öffentliche Ladepunkte an mehr als 1000 Standorten. Über 1800 dieser Ladepunkte sind Schnellladepunkte mit einer Leistung von über 100 Kilowatt. Das Ladenetz zählt mehr als 150’000 aktive Nutzerinnen und Nutzer.
Der Zugang zum JOYA-Netz ist kostenlos und mit oder ohne Registrierung möglich. Zusätzlich sollen einheitliche Abonnements für gelegentliche Nutzer und Vielnutzer angeboten werden. Über ausgewählte Partnernetze soll der Zugang zu rund 200’000 Ladepunkten in der Schweiz und in Europa möglich sein.
JOYA richtet sich auch an Immobilienfirmen und Flottenkunden. Immobilienunternehmen können die Ladeinfrastruktur für Gebäude vollständig planen und betreiben lassen oder einzelne Leistungen beziehen. Eine zentral verwaltete Portfolioübersicht soll die Nutzung verschiedener Standorte sichtbar machen.
Für Unternehmen mit eigenen Parkplätzen und Fahrzeugflotten werden Laden zu Hause, am Arbeitsplatz und unterwegs in einer gemeinsamen Abrechnung zusammengeführt. Die digitale Übersicht soll individuelle Auswertungen ermöglichen.
„Wir machen E-Mobilität einfach“, sagt Reto Baschera, CEO von JOYA.
JOYA ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Energie 360°. Der Hauptsitz liegt in Zürich, weitere Standorte befinden sich in Fribourg, Lausanne, Lugano und Gossau im Kanton St. Gallen. Der Kundendienst arbeitet auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.
Die rund 140 Arbeitsplätze der bisherigen Unternehmen sollen erhalten bleiben und ausgebaut werden. Die ersten Ladestandorte tragen bereits den neuen Auftritt; weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Das bestehende Ladenetz bleibt während der Umstellung nutzbar.
Bis 2030 will JOYA rund 150 Millionen Franken in den Ausbau der Ladeinfrastruktur und neue Dienstleistungen investieren. Der Schwerpunkt soll auf einem dichteren nationalen Netz liegen.
| Bereich | Angabe im Artikel |
|---|---|
| Öffentliche Ladepunkte | 7500 |
| Standorte | mehr als 1000 |
| Schnellladepunkte | über 1800 |
| Leistung der Schnellladepunkte | über 100 Kilowatt |
| Aktive Nutzerinnen und Nutzer | über 150’000 |
| Investitionen bis 2030 | rund 150 Millionen Franken |
| Zugang über Partnernetze | rund 200’000 Ladepunkte |
Zusammenfassung: Energie 360° bündelt vier Mobilitätsangebote unter der Marke JOYA. Das Unternehmen betreibt 7500 öffentliche Ladepunkte und will bis 2030 rund 150 Millionen Franken in den Ausbau investieren. Quelle: NZZ.
2G Energy wird als Profiteur des steigenden Energiebedarfs genannt
Wallstreet Online berichtet über einen Wettlauf in den Bereichen Quantum, Energie und Gold. Im Mittelpunkt des Energieabschnitts steht 2G Energy, dessen Auftragseingang im dritten Quartal 2026 laut dem Beitrag explodiert ist.
Als wesentlicher Treiber wird der steigende Energiebedarf im Umfeld künstlicher Intelligenz genannt. Der Beitrag beschreibt Energie als entscheidenden Faktor für das derzeitige KI-Wettrennen und ordnet 2G Energy in diesen Zusammenhang ein.
Der Artikel nennt neben 2G Energy auch D-Wave Quantum und Lahontan Gold. Weitere konkrete Angaben zur Entwicklung des Unternehmens oder zu einzelnen Kursen enthält der bereitgestellte Inhalt nicht.
Zusammenfassung: Wallstreet Online stellt 2G Energy als Unternehmen heraus, das von einem wachsenden Energiebedarf im KI-Umfeld profitieren könnte. Als zentrale Angabe wird ein explodierter Auftragseingang im dritten Quartal 2026 genannt. Quelle: Wallstreet Online.
Quellen:
- Energie: Helsinki wagt eine neue Art zu heizen – auch Deutschland wäre es zulässig
- Solaranlage auf dem Dach? Eine wichtige Einnahme könnte bald wegfallen
- Erneuerbare Energie: Rhein-Hunsrück-Kreis setzt auf lokalen Ökostrom
- JOYA revolutioniert das Ladenetz: Einheitliche Lösungen für E-Autofahrer
- Energie-Cottbus-Blog: Starker Auftritt! FCE mit Unentschieden gegen polnischen Meister
- Wettlauf bei Quantum, Energie und Gold: D-Wave Quantum, 2G Energy und Lahontan Gold sind dabei!