Energie-News: Kohle, Abwärme, russisches Gas und nachhaltiger Gewässerschutz
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Die Bundesregierung prüft alte Kohlekraftwerke, während Bremer Abwärme genutzt werden soll und EU-Gasimporte sich zugunsten von Turkstream verschieben.
Kohle statt Gas: Regierung prüft Rückkehr alter Kraftwerke
Wegen knapper Gasvorräte und hoher Strompreise prüft die Bundesregierung laut WirtschaftsWoche, alte Kohlekraftwerke wieder regulär ans Netz zu bringen. Kraftwerke, die bereits in die Reserve geschickt wurden, könnten demnach wieder betrieben werden.
Das Wirtschaftsministerium soll dieses Szenario laut dem Bericht bereits seit dem Frühjahr in internen Papieren prüfen. Für den Winter 2026/27 hat die Bundesnetzagentur einen Netzreservebedarf von 7407 Megawatt festgestellt. Deutsche Anlagen können davon 4742 Megawatt abdecken, während der Rest aus dem Ausland kommen muss.
Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sprach sich gegenüber der WirtschaftsWoche dafür aus, die Kohlekraftwerke wieder dauerhaft laufen zu lassen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte laut Frankfurter Rundschau beim FAZ-Kongress 2026 erklärt: „Wir werden möglicherweise laufende Kohlekraftwerke länger am Netz lassen müssen.“
„Diese Kohlekraftwerke sollten wieder ständig laufen.“ – Sepp Müller gegenüber der WirtschaftsWoche
Auch die Gaspreise erhöhen den politischen Druck. Laut Die Zeit lagen die Gas-Großhandelspreise zuletzt rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau und trieben damit auch die Strompreise nach oben.
Die Grünen kritisieren die Überlegungen scharf. Tim Achtermeyer, Vorsitzender der NRW-Grünen, sagte der Frankfurter Rundschau: „Ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.“ Er bezeichnete den geplanten Einsatz alter Kohlekraftwerke als „abenteuerlich“.
Experten bezweifeln laut dem Bericht, dass die Maßnahme wirtschaftlich sinnvoll wäre. Ältere Kohleblöcke seien weniger effizient als moderne Kraftwerke und hätten vergleichsweise hohe Erzeugungskosten. Außerdem könnte ein intensiverer Betrieb den Verschleiß erhöhen und die Anlagen für ihre eigentliche Funktion als Netzreserve unbrauchbar machen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Netzreservebedarf im Winter 2026/27 | 7407 Megawatt |
| Netzreservebedarf im Vorjahr | 6493 Megawatt |
| Abdeckung durch deutsche Anlagen | 4742 Megawatt |
| Gas-Großhandelspreise | rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau |
Infobox: Die Bundesregierung prüft laut Frankfurter Rundschau den erneuten Einsatz alter Kohlekraftwerke. Für den Winter 2026/27 wurden 7407 Megawatt Netzreservebedarf festgestellt; die Pläne stoßen bei den Grünen und bei Experten auf Kritik.
Abwärme aus Bremer Stahlwerk soll Fernwärme liefern
Im Bremer Stahlwerk wird Energie freigesetzt, die bislang verpufft. Ein Investor will diese Abwärme nach Angaben von buten un binnen künftig für die Versorgung der Stadt nutzen.
Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob die im Stahlwerk entstehende Wärme in ein Fernwärmesystem eingespeist werden kann. Der Beitrag von buten un binnen stellt die mögliche Nutzung der bislang ungenutzten Energie vor.
Die Wärme stammt aus dem laufenden Betrieb des Stahlwerks und könnte nach den Angaben des Senders einen Beitrag zur Energieversorgung Bremens leisten. Konkrete Angaben zu Umfang, Zeitplan oder Kosten des Vorhabens enthält die vorliegende Quelle nicht.
Infobox: Ein Investor plant laut buten un binnen, die bisher ungenutzte Abwärme des Bremer Stahlwerks für die Fernwärmeversorgung der Stadt einzusetzen.
PLAN-B NET ZERO und everwave verbinden Energie- und Gewässerschutz
Die PLAN-B NET ZERO AG und das Impact-Unternehmen everwave arbeiten seit 2026 zusammen. In einem bei presseportal.de veröffentlichten Gespräch erläutern die Gründer Bradley Mundt und Clemens Feigl, wie aus den beiden Ansätzen eine gemeinsame Partnerschaft entstanden ist.
PLAN-B NET ZERO unterstützt Unternehmen nach eigenen Angaben auf dem Weg zur Klimaneutralität, während everwave messbaren Gewässerschutz ergänzt. Beide Unternehmen betonen, nicht nur Strategien entwickeln, sondern konkrete und nachvollziehbare Wirkung erzielen zu wollen.
„PLAN-B NET ZERO unterstützt Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität, wir ergänzen diesen Ansatz mit messbarem Gewässerschutz.“ – Clemens Feigl, everwave
Über die Impact-Tarife von PLAN-B NET ZERO können Kundinnen und Kunden zwischen 1 und 5 Euro pro Monat für den Gewässerschutz beitragen. Laut der Mitteilung entspricht ein Euro einem Kilogramm Plastikmüll, das everwave aus Flüssen und Gewässern entfernt, bevor es ins Meer gelangt.
Everwave verfolgt dabei ein umfassenderes Konzept als reine Cleanup-Aktionen. Das Unternehmen will langfristige Abfallwirtschaftssysteme aufbauen, lokale Arbeitsplätze schaffen, mit Partnern und Behörden zusammenarbeiten und durch Trainings sowie Bildungsangebote das Bewusstsein für nachhaltiges Abfallmanagement stärken.
Die Abläufe sollen vollständig dokumentiert werden. Everwave erklärt, den Prozess von der Sammlung bis zur Verwertung zu erfassen und jeden Plastic Credit eindeutig zuzuordnen. Die Projekte würden regelmäßig nach dem Ocean Bound Plastic Standard unabhängig auditiert.
Sichtbar wurde die Kooperation unter anderem bei der World Earth Day Kampagne, bei der ein Like einem Kilogramm entferntem Müll entsprach. Zudem gibt es regelmäßige Updates aus Projektregionen in Kambodscha und Albanien.
Everwave setzt Müllsammelboote auf Flüssen ein, um zu verhindern, dass Abfälle in die Ozeane gelangen. Künstliche Intelligenz wird genutzt, um den Müll zu erkennen und zu analysieren; anschließend wird das gesammelte Material umweltschonend weiterverarbeitet.
Nach Angaben der Mitteilung hat everwave bis heute bereits über 2,9 Millionen Kilogramm Müll aus Flüssen gesammelt. Das Unternehmen organisiert langfristige Reinigungsprojekte unter anderem in Albanien, Thailand und Kambodscha.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Beginn der Zusammenarbeit | 2026 |
| Monatlicher Beitrag über Impact-Tarife | zwischen 1 und 5 Euro |
| Zuordnung des Beitrags | Ein Euro entspricht einem Kilogramm Plastikmüll |
| Gesammelter Müll von everwave | über 2,9 Millionen Kilogramm |
Infobox: PLAN-B NET ZERO und everwave verbinden nachhaltige Energie mit messbarem Gewässerschutz. Kundinnen und Kunden können monatlich zwischen 1 und 5 Euro beitragen; ein Euro steht laut presseportal.de für ein Kilogramm entfernten Plastikmüll.
Mehr russisches Pipelinegas über Turkstream, LNG-Importe der EU sinken
Die EU importiert weniger Flüssigerdgas, während gleichzeitig wieder mehr russisches Pipelinegas über Turkstream fließt. Das berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf Daten des europäischen Netzbetreiberverbands Entsog.
Im August lagen die LNG-Einfuhren in die EU bei 95.785 Gigawattstunden. Damit waren sie knapp acht Prozent höher als im Juli, als mit 88.855 Gigawattstunden ein Jahrestief erreicht wurde. Gegenüber Januar gingen die Importe jedoch um mehr als 41 Prozent zurück.
Über Turkstream flossen im August 17.337 Gigawattstunden russisches Pipelinegas in die EU. Das waren 7,25 Prozent mehr als im Juli. Damit gewann die letzte verbliebene Pipeline-Route für russisches Gas nach Europa wieder an Bedeutung.
Zum Vergleich: Im April 2022, wenige Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, lagen die Lieferungen über Turkstream bei 9502 Gigawattstunden. Die Entwicklung steht laut Berliner Zeitung zugleich im Zusammenhang mit dem geplanten Importverbot ab 2027.
| Gasquelle beziehungsweise Zeitraum | Wert |
|---|---|
| LNG-Importe der EU im August | 95.785 Gigawattstunden |
| LNG-Importe der EU im Juli | 88.855 Gigawattstunden |
| LNG-Importe im August gegenüber Juli | knapp acht Prozent mehr |
| LNG-Importe im August gegenüber Januar | mehr als 41 Prozent weniger |
| Russisches Pipelinegas über Turkstream im August | 17.337 Gigawattstunden |
| Turkstream im August gegenüber Juli | 7,25 Prozent mehr |
| Turkstream im April 2022 | 9502 Gigawattstunden |
Infobox: Im August importierte die EU 95.785 Gigawattstunden LNG und 17.337 Gigawattstunden russisches Pipelinegas über Turkstream. Während die LNG-Einfuhren gegenüber Januar um mehr als 41 Prozent sanken, stiegen die Turkstream-Lieferungen gegenüber Juli um 7,25 Prozent.
St.-Pauli-Kapitän Nemeth lobt Energie nach Remis in Bielefeld
Der FC St. Pauli hat im Spiel bei Arminia Bielefeld zweimal einen Rückstand ausgeglichen und damit laut NDR.de Nehmerqualitäten bewiesen. Kapitän David Nemeth zeigte sich mit der Reaktion seiner Mannschaft zufrieden.
Der Hamburger Fußballverein wartet jedoch auch nach seinem vierten Zweitliga-Spiel auf den ersten Sieg. Das Remis in Bielefeld brachte St. Pauli zwar einen Punkt, beendete aber nicht die Serie ohne Erfolg.
„Die Energie müssen wir mitnehmen.“ – David Nemeth, Kapitän des FC St. Pauli
Der NDR ordnet die Partie als Spiel ein, in dem St. Pauli zweimal einem Rückstand hinterherlaufen musste und jeweils zurückkam. Die Mannschaft zeigte damit Moral, blieb aber sieglos.
Infobox: St. Pauli glich in Bielefeld zweimal einen Rückstand aus. Nach dem vierten Zweitliga-Spiel wartet der Verein weiterhin auf den ersten Erfolg.
Quellen:
- Kohle statt Gas: Regierung will alte Kraftwerke wieder hochfahren – und erntet massiv Kritik
- Fernwärme vom Stahlwerk: Kann man so Bremen mit Energie versorgen?
- Energie Cottbus: Wollitz vor Wolfsburg: „Arm gegen Reich“
- Saubere Energie, saubere Gewässer: PLAN-B NET ZERO und everwave im Gespräch über ihre Partnerschaft
- Turkstream legt zu, LNG bricht ein: EU setzt mehr auf Russlands Pipeline-Gas
- St.-Pauli-Kapitän Nemeth: "Die Energie müssen wir mitnehmen"