Energie-News: Heizöl teuer, Wärmepumpen effizient, Gasspeicher kritisch
Autor: Energie-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Heizöl bleibt wegen geopolitischer Risiken teuer, während BASF, Aurubis und FACC Energieverbünde prüfen; eine Fraunhofer-Studie bestätigt effiziente Wärmepumpen auch in Altbauten.
Heizölpreise über 130 Euro: Verbraucher stehen vor schwieriger Kaufentscheidung
Wer mit Öl heizt, muss sich nach Angaben von STERN.de angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten auf hohe Heizölpreise einstellen. Während 100 Liter zu Beginn der Kampfhandlungen Ende Februar noch etwa 100 Euro kosteten, liegen sie aktuell bei über 130 Euro; zwischenzeitlich wurde ein Höchstwert von fast 160 Euro erreicht.
Als größtes Preisrisiko gilt laut dem Bericht die weitere Entwicklung in Nahost. Die USA wollen den Iran wirtschaftlich isolieren, während Huthi-Milizen vielfach saudische Ölanlagen angegriffen haben. Youssef Own vom Heiztechnikspezialisten Tecson sieht deshalb große Unsicherheiten bei den Ölpreisprognosen für das vierte Quartal.
Auch der Ukrainekrieg belastet den Markt. Die Ukraine greife jede Woche russische Raffinerien und Ölhäfen an, zudem seien an die 40 Prozent der russischen Raffinerien offline. Gleichzeitig verweist die US-Behörde Energy Information Administration auf für 2027 deutlich sinkende Ölpreise. Brasilien habe seinen Ölausstoß erheblich gesteigert, während Kasachstan seine Ölexporte wieder hochfahren konnte.
Janin Wordel vom Preisvergleichsportal HeizOel24 erkennt eine minimale Entspannung. Grund dafür sei unter anderem ein Bericht des Nachrichtenportals Axios über einen gesicherten Korridor des US-Militärs durch die südliche Fahrrinne der Straße von Hormus entlang der Küste des Omans. Dort passierten jede Nacht 15 bis 20 Tanker das Nadelöhr, zusammen mit rund zehn Millionen Barrel Öl pro Tag und damit etwa der Hälfte des Vorkriegsvolumens.
Zusätzliche Signale für eine bessere Versorgung kämen aus Saudi-Arabien. Mindestens drei europäische Raffinerien sollen im September ihre vollständig bestellten Rohölmengen von Saudi Aramco erhalten, nachdem Lieferungen zuvor wiederholt ausgefallen waren. Die Wirtschaftsblockade der USA gegen den Iran bleibe jedoch ein Preisrisiko.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt Eigentümern einer Ölheizung, zunächst den eigenen Bedarf zu überprüfen. Außerdem sollten die Heizungsanlage effizient eingestellt und typische Wärmeverluste vor Beginn der Heizperiode beseitigt werden.
Finanztip rät davon ab, auf den vermeintlich perfekten Kaufzeitpunkt zu spekulieren. Verbraucher sollten den Tank nicht fast leer werden lassen, um eine teure Eilbestellung zu vermeiden. Wer über ausreichende Vorräte verfügt, könne die Preisentwicklung zunächst beobachten. Bei einem kurzfristigen Nachkauf empfiehlt das Portal, Angebote mit gleicher Liefermenge, Postleitzahl und Lieferfrist zu vergleichen; eine flexible, längere Lieferfrist sei in der Regel günstiger.
Die Experten Own und Wordel raten zugleich zu einem Mindestkauf zum aktuellen Preis. Die neue Heizperiode beginne bereits im Oktober, und sinkende Ölpreise könnten einen Bestellboom auslösen, der die Lieferlogistik an ihre Grenze bringt. Own empfiehlt deshalb, zunächst eine Teilmenge zu bestellen, mindestens aber 1000 Liter, da der Literpreis bei größerer Menge sinken könne.
„Die Welt müsse sich wegen der Lage im Nahen Osten noch viele Monate auf überhöhte Ölpreise einstellen“, sagt Youssef Own laut STERN.de.
Zusammenfassung: Heizöl kostet aktuell über 130 Euro je 100 Liter und bleibt von geopolitischen Entwicklungen abhängig. Verbraucherzentrale und Finanztip empfehlen Bedarfsprüfung, Preisvergleich und eine Vermeidung von Eilbestellungen; Tecson rät zu einer Teilbestellung von mindestens 1000 Litern.
Fabriken teilen Energie: BASF, Aurubis und FACC prüfen neue Industriemodelle
Wallstreet Online berichtet über einen Ansatz, bei dem Energie nicht mehr ausschließlich für einen einzelnen Industriestandort betrachtet wird. Abwärme, Geothermie und gemeinsam genutzte Versorgungssysteme sollen Werke mit benachbarten Unternehmen oder kommunalen Netzen verbinden.
Bei der FACC AG stammen derzeit 75 % der marktbezogenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen der österreichischen Standorte aus Erdgas und erdgasbasierter Wärme. Gemeinsam mit regionalen Partnern untersucht das Unternehmen deshalb, wie die Energieversorgung rund um Reichersberg neu organisiert werden kann.
BASF errichtet in Ludwigshafen eine industrielle Großwärmepumpe mit knapp 50 Megawatt thermischer Leistung. Als Wärmequelle dient Energie aus der Kühlung von Prozessgasen, die in einem Steamcracker anfällt. Mit erneuerbarem Strom soll daraus Dampf für die chemische Produktion entstehen.
BASF beziffert die mögliche Dampfproduktion auf bis zu 500.000 Tonnen jährlich. In der hauptsächlich versorgten Ameisensäureproduktion könnten die Treibhausgasemissionen nach Unternehmensangaben um bis zu 98 % sinken. Für den gesamten Standort nennt BASF ein Einsparpotenzial von bis zu 100.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Bei Aurubis wird Prozesswärme aus der Kupferproduktion am Hamburger Standort in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist. Nach der Erweiterung des Systems reicht die zusätzlich ausgekoppelte Wärmemenge nach Angaben des Unternehmens für bis zu 20.000 Haushalte. Gleichzeitig sollen dadurch jährlich bis zu 100.000 Tonnen CO₂ vermieden werden.
FACC befindet sich mit dem Projekt noch in einer früheren Phase. Gemeinsam mit WIPA Reichersberg und Geothermie St. Martin wurden vier Szenarien für die künftige Energieversorgung untersucht. Diese reichen von der Fortführung des bestehenden Systems bis zu einer Industrie-Stadt-Symbiose.
Zu den betrachteten Technologien gehören Geothermie, Wärmepumpen, Photovoltaik und die Einbindung vorhandener Abwärme. Die Geothermieanlage St. Martin versorgt bereits Teile der umliegenden Gemeinden sowie die benachbarte FACC Operations GmbH mit Fernwärme.
Eine Entscheidung für das umfassendste Modell sei bislang nicht gefallen. Laut Geschäftsbericht müssen zunächst die Investitions- und Betriebskosten der einzelnen Varianten bewertet werden.
| Unternehmen | Projekt | Angabe aus der Quelle |
|---|---|---|
| BASF | Industrielle Großwärmepumpe in Ludwigshafen | knapp 50 Megawatt thermische Leistung |
| BASF | Mögliche Dampfproduktion | bis zu 500.000 Tonnen jährlich |
| BASF | Einsparpotenzial am Gesamtstandort | bis zu 100.000 Tonnen CO₂ pro Jahr |
| Aurubis | Zusätzliche Fernwärme | bis zu 20.000 Haushalte |
| Aurubis | CO₂-Vermeidung | bis zu 100.000 Tonnen CO₂ jährlich |
| FACC | Anteil von Erdgas und erdgasbasierter Wärme an den marktbezogenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen | 75 % |
Zusammenfassung: BASF nutzt industrielle Abwärme für bis zu 500.000 Tonnen Dampf jährlich, Aurubis versorgt mit Prozesswärme bis zu 20.000 Haushalte. FACC prüft vier Energieversorgungsszenarien, eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.
Fraunhofer-Studie: Wärmepumpen arbeiten auch in Altbauten effizient
Eine vierjährige Langzeitstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigt laut Utopia.de, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient und klimafreundlich betrieben werden können. Im Projekt „WP-QS im Bestand“ wurden 77 Wärmepumpenheizungen detailliert überwacht; beteiligt waren außerdem neun große Wärmepumpenhersteller und zwei Energieversorger.
Die untersuchten Anlagen befinden sich in Ein- bis Dreifamilienhäusern mit Baujahren zwischen 1826 und 2001. Die Untersuchung betrachtete die Effizienz anhand der Jahresarbeitszahl, die CO2-Emissionen, Langzeit-Schallmessungen sowie die Kombination von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen.
Die gemessenen Jahresarbeitszahlen reichten im gesamten Pool von 2,6 bis 5,4. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Durchschnitt eine JAZ von 3,4. Erdwärmepumpen kamen im Mittel auf eine JAZ von 4,3.
Ein Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Gebäudes und der Effizienz der installierten Wärmepumpe wurde nicht festgestellt. Ausreichend dimensionierte Heizkörper konnten im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden wie Flächenheizungen. Ein Komplettumbau auf Fußbodenheizung sei daher meist nicht notwendig.
An sehr kalten Tagen kann ein Elektroheizstab die Wärmepumpe unterstützen. Sein Anteil lag bei Luft-Wasser-Wärmepumpen bei rund 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit und bei Erdreich-Wärmepumpen bei nahezu null Prozent.
Für 2024 lag der CO2-Ausstoß der untersuchten Wärmepumpen im Durchschnitt um 64 Prozent niedriger als bei Gasheizungen. Das Fraunhofer ISE berücksichtigte dabei Schwankungen des deutschen Strommixes und der Wärmepumpeneffizienz im Viertelstundentakt.
Die Kombination mit Photovoltaik kann den Autarkiegrad und den Eigenverbrauch erhöhen. Bei sechs untersuchten Wärmepumpen-PV-Kombinationen lag der Autarkiegrad ohne Batteriespeicher bei 25 bis 40 Prozent, der Solarstrom-Eigenverbrauch bei 22 bis 37 Prozent. Mit Batteriespeicher erreichte der Autarkiegrad 32 bis 62 Prozent und der Eigenverbrauch 40 bis 83 Prozent.
Die Studie benennt zugleich mehrere mögliche Effizienzbremsen. Dazu gehören überdimensionierte Anlagen und häufiges Takten, eine unzuverlässige Trennung der Temperaturniveaus bei Kombispeichern sowie mögliche Überschreitungen von Lärmgrenzwerten bei Luft-Wasser-Wärmepumpen vor allem nachts.
- Eine korrekte Dimensionierung und sorgfältige Einstellung der Heizkurve sollen längere Betriebszeiten ermöglichen.
- Bei Kombispeichern sind eine wirksame Zonentrennung und die Vermeidung von Hydraulikfehlern wichtig.
- Die Auswahl leiser Geräte und eine geeignete Platzierung der Außeneinheit können die Lautstärke verringern.
Die zentrale Botschaft der Studie lautet laut Utopia.de: Wärmepumpen arbeiten auch im Altbau klimaschonend und effizient, ohne dass das Gebäude auf Neubaustandard saniert werden muss.
Zusammenfassung: Die untersuchten Wärmepumpen erreichten Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 5,4; Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Durchschnitt auf 3,4, Erdwärmepumpen auf 4,3. Im Jahr 2024 lagen ihre CO2-Emissionen durchschnittlich um 64 Prozent unter denen von Gasheizungen.
Bundesnetzagentur hält Regeln für Gasspeicher für überholt
Die gesetzlichen Vorgaben für die Füllstände deutscher Gasspeicher seien nach Einschätzung der Bundesnetzagentur überholt, berichtet Die Rheinpfalz. Behördenchef Klaus Müller sagte der „Zeit“, die Regeln hätten sich zwar in der Krise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine bewährt, inzwischen drohten jedoch die Fehlanreize zu überwiegen.
Die Gasspeicher in Deutschland waren Mitte August so gering gefüllt wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Als Grund nennt der Bericht die hohen Gaspreise infolge des Iran-Kriegs. Für Händler sei die Einspeicherung derzeit nicht attraktiv, weil die Verkaufspreise im Winter sogar niedriger sein könnten als jetzt.
Eine Verordnung sieht vor, dass die Gasspeicher am 1. November in der Regel zu 80 Prozent gefüllt sein sollen. Für einige Speicher gelten niedrigere Vorgaben. Der einzige pfälzische Speicher in Frankenthal war laut Bericht aktuell noch leer und wies einen Füllstand von 0 Prozent auf; für ihn gilt eine Vorgabe von 45 Prozent.
Falls die Gesamtfüllstände nicht hoch genug sind, könnte der Staat unter Umständen Gas einkaufen und einspeichern lassen. Dies war bereits 2022 im ersten Jahr des Ukraine-Kriegs geschehen. Müller begründet den Unterschied zur damaligen Lage damit, dass Gas damals physisch knapp gewesen sei und die Preise durch die Decke gegangen seien; heute sei dies nicht so.
„Einen Mehrwert sehe ich nicht mehr“, sagte Klaus Müller laut Die Rheinpfalz mit Blick auf die geltenden Vorgaben.
Zusammenfassung: Die deutschen Gasspeicher waren Mitte August so niedrig gefüllt wie seit Beginn der Aufzeichnungen 2011 nicht mehr. Die Bundesnetzagentur hält die bisherigen Füllstandsvorgaben laut Die Rheinpfalz für überholt; für den Speicher in Frankenthal wurde ein Füllstand von 0 Prozent genannt.
Quellen:
- Jetzt mit Heizöl eindecken? Oder doch lieber abwarten?
- Warum Fabriken ihre Energie künftig teilen – BASF, Aurubis und FACC denken den Industriestandort neu
- Wärmepumpen-Mythos im Test: So effizient sind sie im Altbau
- Netzagentur hält Regeln für Gasspeicher für überholt
- Energie Cottbus vs. FC Augsburg: Übertragung zum DFB-Pokal heute live | Goal.com Deutschland
- DFB-Pokal: Cottbus verliert nach langem Kampf gegen Augsburg